Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Stadtrat Leipheim: Wie soll Riedheim künftig aussehen?

Leipheim

18.06.2020

Stadtrat Leipheim: Wie soll Riedheim künftig aussehen?

Ist der dörfliche Charakter Riedheims in Gefahr? Darüber diskutierte der Leipheimer Stadtrat am Mittwochabend ausgiebig. Ein geplantes Mehrfamilienhaus war jetzt der Anlass.
Bild: Bernhard Weizenegger, Archivfoto

Plus Ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus in Riedheim sorgte am Mittwochabend für Diskussionen bei der Stadtratssitzung in Leipheim.

Manch einer hat sich bei der Leipheimer Stadtratssitzung am Mittwochabend möglicherweise an eine Diskussion erinnert, die die Stadträte vor fast genau einem Jahr geführt haben. Mittelpunkt der damaligen Sitzung war der Bauplan eines Investors, der am Ortsrand von Riedheim zwölf Einfamilienhäuser errichten wollte. Einige Mitglieder argumentierten damals mit der Veränderung des Dorfcharakters.

Auch am Mittwoch kam der Riedheimer Dorfcharakter mehrmals zur Sprache. Die Stadträte mussten über einen vorliegenden Bauantrag entscheiden, der den Neubau eines Wohngebäudes mit sechs Wohnungen und Tiefgarage an der Straße „Am Wasser“ in Riedheim vorsieht.

Riedheim: Bauantrag verstößt gegen künftigen Bebauungsplan

Dieses Vorhaben hält jedoch den künftigen Bebauungsplan für den Ortskern Riedheim nicht ein. Denn dieser Bebauungsplan, der seit 2017 in der Schwebe ist, beinhaltet, dass Gebäude mit bis zu drei Wohnungen auf einem Grundstück errichtet werden dürfen, sofern pro Wohnung eine Grundstücksfläche von 250 Quadratmetern zur Verfügung steht.

Stadtrat Leipheim: Wie soll Riedheim künftig aussehen?

In dem vorliegenden Antrag ist nicht nur die Anzahl der Wohnungen doppelt so hoch wie vorgesehen, auch die Grundstücksgröße von 447 Quadratmetern lässt laut Plan rechnerisch nur 1,8, also maximal zwei Wohnungen zu.

Bereits im Vorfeld ist dieser Antrag innerhalb der Fraktionen hitzig diskutiert worden, wie die Stadträte durchblicken ließen. Ob es nicht sinnvoll wäre, einen Bauausschuss vorab über derartige Fragen entscheiden zu lassen, fragte Stefan Balkheimer ( Die Linke). „Das wäre schon sinnvoll, aber es hilft natürlich nichts, wenn ein Ausschuss über eine Sache entscheidet und der Stadtrat setzt diese Entscheidung dann außer Kraft“, erklärte Bürgermeister Christian Konrad. Er schlug eine Sondersitzung des Stadtrats vor, in der sowohl über den Bebauungsplan des Riedheimer Ortskerns als auch über den speziellen Bauantrag entschieden werden soll. „So haben wir alle im Boot.“

CSU: Wohin soll es mit Riedheim gehen?

Jens Kahler (UWG) äußerte die Sorge, dass die Entscheidung für den Bauherren zu spät fallen könnte, „wenn sie auf die lange Bank geschoben wird“. Dem setzte Jürgen Mößle, Leiter des Bauamts, entgegen: „Eine solche Entscheidung muss mit dem bestehenden Bebauungsplan übereinstimmen. Ansonsten hilft sie dem Bauherrn auch nicht viel.“

Alexander Rabus ( CSU) betonte: „Wir müssen zunächst einmal wissen, wohin wir mit Riedheim wollen und ob uns die Bayerische Bauverordnung als Richtlinie genügt.“ Es sei ihm wichtig, Riedheim zu erhalten und den Ort nicht der Fremdeinwirkung von Investoren zu überlassen. Kahler erklärte, dass er auch gerne mit Betroffenen aus Riedheim sprechen würde, bevor das Bauvorhaben durchgewunken werde. Man solle die Sache mit den Bürgern von Riedheim diskutieren, sagte auch Volkhard Schreiner (CSU) und sprach sich für eine Sondersitzung aus. Bis dahin bleibe auch Zeit, mit Betroffenen zu sprechen. Dafür entschied sich auch ein Großteil des Stadtrats bei der anschließenden Abstimmung mit 14 zu sieben Stimmen. Die Sondersitzung soll noch vor der Sommerpause abgehalten werden.

Im Anschluss widmete sich der Stadtrat weiteren Themen:

  • Straßenbau: Der Stadtrat entschied sich einstimmig für eine Erneuerung des Schäferwegs in Riedheim. Der jetzige Straßenbelag soll flächig abgefräst und durch eine neue Spritzdecke ersetzt werden. Die Kosten von 18000 bis 20000 Euro übernimmt die Stadt.
  • Zehntstadel: Konrad kündigte an, dass der Zehntstadel ab 1. Juli wieder geöffnet wird. 100 Personen können sich dann im Innenbereich aufhalten, 200 im Außenbereich. Laut Konrad seien ab diesem Zeitpunkt auch Veranstaltungen wie die Feierabend-Konzerte unter Auflagen wieder denkbar.
  • Kindergärten: Auch die Kindergärten sollen ab 1. Juli wieder in den Regelbetrieb gehen. Ganz so wie vorher sei das allerdings nicht möglich, denn gesundheitlich vorbelastetes Personal bleibe weiterhin zuhause, erklärte Leipheims Bürgermeister. Auch gebe es einige Schwangerschaften bei den Erzieherinnen. „Das ist natürlich eine große Freude, aber auf der anderen Seite aktuell auch eine Belastung.“
  • Jahnhalle: Ab 22. Juni finden in der Jahnhalle wieder Sportkurse statt. Teamsportarten können noch nicht erlaubt, Sportarten wie Gymnastik wieder ausgeübt werden.
  • Güssenhalle: Die Güssenhalle bleibt noch bis zum 9. Juli geschlossen. Grund dafür sind die Abschlussprüfungen der Mittelschule, die dort geschrieben werden. Im Juli müsse man dann neu bewerten, ob man die Halle wieder öffne, so Konrad.

Lesen Sie auch:

Bauboom in Leipheim

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren