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Günzburg

07.11.2019

Stadtwerke Günzburg können Wärme für den Auweg liefern

Das Baugebiet am Auweg, zwischen der Bahnlinie, der Günz und der Donau gelegen, soll von einer innovativen Wärmeversorgung durch die Stadtwerke Günzburg profitieren.
Foto: Stadtwerke Günzburg KU

Das geplante Gebiet beim Günzburger Bahnhof mit 300 Wohnungen unterschiedlicher Preisklassen könnte ein innovatives Heizkonzept erhalten. Wie sich die Stadtwerke die Versorgung mit grüner Energie vorstellen.

Die Planungen haben für Aufsehen gesorgt: Bis zu 1500 Menschen sollen künftig im neuen Baugebiet am Auweg hinterhalb des Bahnhofsareals Platz finden . Weil hier die von der Stadt vor einigen Jahren beschlossene Soziale Bodenordnung greift, muss der Investor unter anderem auch einen verpflichtenden Anteil an Sozialwohnungen bauen – 60 Stück werden das nach Angaben der Stadtverwaltung sein. Doch das Projekt soll auch noch in anderen Bereichen Maßstäbe setzen: Beim Thema Energieversorgung könnte der Günz-Donau-Park „ein Modellprojekt für Schwaben und weit darüber hinaus werden“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig im Gespräch mit unserer Zeitung.

Stadtwerke könnten das Gebiet mit Wärme versorgen

Die Idee: Das neue Wohngebiet bekommt seine Wärmeversorgung von den Stadtwerken Günzburg – in Form von Abwärme, die bei der städtischen Kläranlage entsteht. Derzeit betreiben die Stadtwerke auf der Kläranlage mehrere Blockheizkraftwerke, erklärt Stadtwerke-Vorstand Johann Stelzle. Die liefern zum einen Strom für den Betrieb der Kläranlage, zum anderen Wärme für die Beheizung der Faultürme. Betrieben wird die Anlage mit Klärgas, das beim Prozess der Klärschlammausfaulung gewonnen wird. Die aus diesem Vorgang gewonnene Gasmenge sei mittlerweile so groß, dass bei der Stromerzeugung mehr Wärme produziert wird, als auf der Kläranlage benötigt wird, heißt es bei den Stadtwerken.

Auch weitere Haushalte könnten profitieren

„Wir können diese Überschusswärme zur Wärmeversorgung für Objekte in der näheren Umgebung nutzen“, so Stelzle. „Derzeit prüfen wir, welche Infrastrukturmaßnahmen erforderlich sind, um eine größtmögliche Wärmeversorgung des Gebietes anbieten zu können“. Damit könnten die Stadtwerke den Einstieg in die Wärmeversorgung schaffen, so sieht es der Oberbürgermeister. Und künftig vielleicht noch weitere Haushalte mit der grünen Wärme versorgen. Grundsätzlich, sagt Jauernig, sollte die Energiemenge dafür ausreichen. „Es gehört aber zur Ehrlichkeit hinzu, dass wir zu Spitzenzeiten auch damit rechnen müssen, Energie aus anderen Quellen mit einzuspeisen.

Bei der Planung des umfangreichen Projektes, das auf Industriebrachflächen entstehen soll, steht laut Jauernig im Zentrum das Vorhaben, regenerativen Energien die Hauptrolle zuzuschreiben. „Ziel ist es, in den kommenden Jahren eine energieautarkere Stadt zu werden.“

Auch das Abwasser der Kläranlage kann zum Heizen genutzt werden

Die Stadtwerke Günzburg spielen schon seit Jahren mit dem Gedanken, wie vorhandene Energieressourcen der Kläranlage sinnvoll und wirtschaftlich eingesetzt werden können. Laut Oberbürgermeister Jauernig könnten die eigenen SWG sogar noch einen Schritt weiter gehen: Derzeit wird das gereinigte Abwasser der Kläranlage auch in den Wintermonaten mit einer Temperatur von rund zwölf Grad Celsius in die Donau eingeleitet. Mit einer entsprechenden Wärmepumpe soll dabei mittelfristig zusätzlich Wärme gewonnen werden.

Ziel ist es, künftige Bauvorhaben im benachbarten Auweg mit dieser umweltfreundlich erzeugten Wärme zu versorgen. Der Vorteil hierbei liegt in der unmittelbaren Nähe des Gebietes zur Kläranlage. „Hier wird im Kleinen ein großer Beitrag für unseren Klimaschutz vor Ort getan, mehr als über die Gesetzgebung derzeit generiert werden kann. Zusätzliche fossile Brennstoffe werden, nach derzeitigem Stand, nicht notwendig sein“, sagt Oberbürgermeister Jauernig, gleichzeitig auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtwerke. „Wir haben auch schon erste Kontakte mit Investoren von Bauvorhaben geknüpft, die von der Idee einer Wärmeversorgung begeistert sind“, so Jauernig.

Für die künftigen Bewohner s könnte die Wärmeversorgung durch die Stadtwerke nicht nur aus ökologischen Aspekten interessant sein: Von teuren Wartungskosten einer eigenen Heizanlage wären sie verschont, der Preis dürfte stabiler und günstiger ausfallen als beim Heizen mit fossilen Brennstoffen. Das käme auch Einrichtungen wie einer Kindertagesstätte oder einer Seniorenwohnanlage, die auf dem Gelände ebenfalls vorgesehen sind, entgegen.

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