Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre

Kinderbuch

17.01.2015

Stark wie Hosibald

„Hosibald und das Zauberschwert“ heißt das erste Kinderbuch des Ichenhausers Manfred Stanzel. Die Zeichnungen stammen von Zwillingsschwester Eveline Fuchs (links) und ihrer Tochter Melanie. Stanzel hat die Geschichte auch als Theaterstück verfasst, das vor allem Kindern Mut machen soll.
Bild: Bernhard Weizenegger

Mit seinem Märchen will der Ichenhauser Manfred Stanzel Kindern Selbstbewusstsein vermitteln. Beim Vorlesen allein soll es dabei aber nicht bleiben

Hosibald hat vor fast nichts Angst. Schließlich ist er ja auch ein echter Märchenprinz. Und wie es sich für einen solchen gehört, zieht der kleine Held furchtlos in die Welt, um eine wunderschöne Prinzessin aus den Klauen eines Drachen und eines bösen Ritters zu befreien. Das schafft er auch – und zugleich noch eine Heldentat mehr: Seine Geschichte soll Kindern Selbstvertrauen vermitteln, wünscht sich Hosibalds Schöpfer Manfred Stanzel aus Ichenhausen. Und dazu sollen die Kinder richtig tief in die Geschichte eintauchen, indem sie selbst in die Rollen von Hosibald und seinen Freunden schlüpfen.

Manfred Stanzel arbeitet als Außendienstler, sein Herz gehört aber dem Theater. In Kemnat hat man ihn schon mehrfach auf der Bühne gesehen, aber auch in Ichenhausen, wo er unter dem Dach der Kolpingsfamilie neun Jahre lang Theater gespielt hat. „Nur zurzeit spielen wir dort nicht, weil mein Buchprojekt und das Theaterspielen mit Kindern im Vordergrund standen.“ Aus seiner Theaterbegeisterung entstand auch Prinz Hosibald – zunächst als „Stück im Stück“ für ein Erwachsenenensemble, das Stanzel geschrieben hat, dann mit Blick auf den eigenen Sohn, der gerade im Kindergarten war, wurde aus dem Märchen ein Stück, das nicht nur kleine Zuschauer anspricht, sondern vor allem von kleinen Darstellern gespielt werden kann, und ein Bilderbuch für Kinder von zwei bis sechs Jahren – und sogar für Erwachsene, wie Stanzel schreibt.

Im Kindergarten Wilhelm Busch in Ichenhausen wurde eifrig geprobt und mit Begeisterung aufgeführt – auf dem Weihnachtsmarkt in Ichenhausen, vor kleinen Zuschauern aus dem „Nachbarkindergarten“ Storchennest und vor Altenheimbewohnern. Stanzel beobachtete, wie positiv das Theaterspielen auf die Kinder wirkte: „Gerade am Ende, als wir die Kinder namentlich mit ihren Rollen vorgestellt haben, waren sie unheimlich stolz.“ Ein Bub, der sonst eher schüchtern und zurückhaltend gewesen wäre, sei auf der Bühne praktisch nicht wiederzuerkennen gewesen: „Mit lauter, kräftiger Stimme und ganz selbstbewusst hat er den Ritter Kunibert gespielt.“

Selbstbewusstsein – das symbolisiert für den Autor in seiner Geschichte das Zauberschwert, mit dem Hosibald am Ende nicht nur den Ritter besiegt, sondern auch den Drachen verjagt. „Oh je, dagegen kann ich nicht gewinnen“, muss Drache Plappi einsehen, und er ergibt sich mit erhobenen Klauen dem kleinen tapferen Kämpfer. Ans Ziel, zu seiner Prinzessin Edeltraud, kommt der Prinz mithilfe einer wachsenden Anzahl von Freunden – auch dies eine wichtige Botschaft an die Kinder. Und natürlich gibt es ein Happy End.

Die Wirkung des Stücks, aber auch der Beschäftigung mit dem Theater hat Stanzel auf eine weitere Idee gebracht: Wenn gesunde Kindergartenkinder so viel Positives aus der Geschichte ziehen, könnte das auch Kindern helfen, die selbst kämpfen müssen. Nach dem Bilderbuch von Hosibald, das seine Zwillingsschwester Eveline Fuchs – sie ist selbst Erzieherin im Kindergarten Neuburg an der Kammel – und deren Tochter Melanie Fuchs liebevoll illustriert haben, soll es deshalb bald ein spezielles Theatermanuskript geben. „Mein Ziel ist es, dass Kinder in Kinderkrankenhäusern das Stück spielen können – für ihre Angehörigen, aber auch für andere kleine Patienten.“ Kinder, die Wochen, vielleicht sogar Monate im Krankenhaus verbringen müssen, sollen auf andere Gedanken kommen und diese schwierige Zeit positiv erleben.

Stanzels Ansatz: Es soll möglichst einfach sein, das Stück mit Kindern zu inszenieren, und vor allem kranke Kinder sollen nach ihren Möglichkeiten mitwirken können. „Wer nicht auf der Bühne stehen kann, könnte zum Beispiel Requisiten basteln.“ Dazu gibt es in der Theaterversion auch viele Tipps des bühnenerfahrenen Autors.

und das Zauberschwert“von Michael Stanzel mit Bildern von Eveline und Melanie Fuchs, ist im Verlag Edition Octopus erschienen, ISBN 978-3-95645-391-5 und kostet 9,90. Erhältlich ist es im Buchhandel und bei den gängigen Online-Buchshops.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren