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Landkreis Günzburg

26.03.2019

Starkoch Christian Henze kommt nach Gundremmingen

Christian Henze kommt am Sonntag, 31. März, für eine zweieinhalbstündige Kochshow nach Gundremmingen ins Auwald-Sportzentrum. Der Allgäuer betreibt in Kempten eine Kochschule.
Bild: Rohde Fotografie

Plus Sein Beruf hat ihn mit Schauspielern und Models zusammengebracht. Wem der 50-Jährige das zu verdanken hat, erzählt er am Sonntag während seiner Kochshow.

Herr Henze, Sie sind seit über 20 Jahren als Koch im Fernsehen präsent, hatten ein tägliches Format im ZDF-Frühstücksfernsehen und fliegen nun jede Woche von München nach Leipzig, um für die Zuschauer des MDR zu kochen. Warum sind Kochsendungen so in?

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Christian Henze: Bislang sind es in meinem Fall um die 2800 Sendungen. Beliebt sind diese TV-Formate, weil das in erster Linie ordentliche Unterhaltung ist, die jeden irgendwie angeht. Zumindest glaubt jeder, mitsprechen zu können. Wenn es gut gemacht ist, dann kommt das Kochen auf dem Bildschirm informativ rüber und ist vielleicht auch witzig. Meiner Ansicht nach muss da ab und zu ein Spaß rein. Die Freude am Zuschauen ist das, was die Menschen vor dem Fernseher hält. In den vergangenen fünf Jahren ist auch manche Kochsendung verschwunden – damit meine ich solche, die zu einfach waren oder die einen zu großen Showcharakter hatten.

Denken Sie, dass die Zuschauer überhaupt noch etwas lernen können vor lauter Show?

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Henze: Ja, auf jeden Fall. Der Zuschauer zieht sich die für ihn interessanten Punkte schon raus. Ich versuche, das praxisorientiert zu vermitteln.

Haben Sie da spontan ein Beispiel?

Henze: Natürlich. Ich gebe etwa Tipps, wie ich ein Steak richtig anbrate. Kurz und scharf muss das sein und dann bei 80 Grad im Backofen eine halbe Stunde nachgaren lassen. So wird es perfekt.

Sind wir nicht mehr ein Volk der Dichter und Denker, sondern vielmehr eines der Köche und Grillmeister?

Henze: Ich habe bei Eckart Witzigmann, dem „Koch des Jahrhunderts“, gelernt. Er hat die Meinung vertreten, dass die Deutschen nie ein Volk der Feinschmecker werden. Da hat er ein bisschen recht, ein bisschen aber auch nicht. Bio-Lebensmittel mit regionalem und saisonalem Charakter, das wird immer beliebter. Wir sind nach meiner Einschätzung schon ein Volk, das sich mehr und mehr dem guten Kochen zuwendet und wertige Lebensmittel schätzt. Dies ist ein nach meiner Überzeugung deutlicher Trend. Aber es ist eben auch so, dass Franzosen, Italiener und Spanier bedeutend mehr Geld für Lebensmittel ausgeben als wir. Wir sind nach wie vor nicht bereit, für qualitativ hochwertige Lebensmittel auch entsprechend viel zu zahlen. Das klingt fast nach einem Widerspruch.

Sie waren 1990 und 1991 bei Witzigmann in München. Was haben Sie da gelernt, auf das Sie noch heute zurückgreifen?

Henze: Ich werde das etwas ausführlicher auch in meiner Show in Gundremmingen erzählen, wie das damals im weltbesten Restaurant Aubergine abgelaufen ist. Witzigmann war zu 101 Prozent Perfektionist. Diesen Maßstab legte er an alle an. Die perfekte Zubereitung der Lebensmittel und die Wertschätzung des Produkts sind das Wichtigste, was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe.

Und danach wurde es richtig aufregend, als Sie Privatkoch von Gunter Sachs wurden. Wie kam denn das?

Henze: Das war, wenn man so sagen darf, die geilste Zeit in meinem Leben. Als 24-Jähriger ist das wie Harvard und Oxford zusammen – ein Sechser im Lotto. Ein Headhunter hatte Witzigmanns Restaurant besucht – und danach mich angesprochen. In der Villa von Gunter Sachs habe ich mich seiner Frau vorgestellt. Die fand mich sympathisch und bat mich, zu ihrem Mann am anderen Ende Münchens zu fahren. Sie wolle mich jedenfalls, hat sie gesagt. Im Anschluss war ich bei Sachs, der die Begeisterung seiner Frau bereits kannte. Er wunderte sich, dass ich als Koch keinen Bauch, aber dafür Haare auf dem Kopf hatte. Gunter Sachs beschäftigte sich mit Astrologie. Er fragte mich nach meinem Sternzeichen. Krebs bin ich – und er war Skorpion. Das hat offenbar gepasst. Danach war ich eingestellt.

Warum war das die beste Zeit Ihres Lebens?

Henze: Weil ich für die beiden der Christian war und wie ein Familienmitglied behandelt worden bin, nicht wie ein Angestellter. Außerdem: Wer kann schon behaupten, mit Joan Collins, Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Roman Polanski und Roger Moore am Herd zu stehen und gemeinsam zu kochen? Das alles war nur durch diesen weltweit agierenden Jetsetter Gunter Sachs möglich.

Welchen Aufwand betreiben Sie für Ihre Kochshow?

Henze: Allein an Bühnentechnik sind es 25 Tonnen, die da aufgebaut werden. Es gibt eine Videowand, eine Licht- und Lasershow und einfach die richtige Mischung aus Unterhaltung und Information. Das Lachen kommt bei mir jedenfalls nicht zu kurz.

Und es wird vermutlich viel Applaus geben – und gleichzeitig ist Koch ein Mangelberuf, den zu wenige erlernen und ausüben wollen.

Henze: Das Problem ist hausgemacht. Köche sind viele Jahre zu schlecht behandelt und zu schlecht bezahlt worden. So etwas bleibt nicht ohne Auswirkungen.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Henze: Eindeutig Mamas Spaghetti. Darüber geht nichts. \u0009Interview: Till Hofmann

Info: Die Show des Sternekochs Christian Henze „So kocht man heute!“ ist am Sonntag, 31. März, um 18 Uhr im Auwald-Sportzentrum in Gundremmingen zu sehen. Beginn ist um 18 Uhr, Einlass ab 16.30 Uhr. Eintrittskarten (Normalpreis: 37,50 Euro) können über das Internetportal Reservix (Telefon: 01806700733 oder unter www.reservix.de) erworben werden.

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