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Burgau

06.12.2018

Steiler Weg zur Treppen-Sanierung an der Zeisiggasse

Das Foto der Treppe zwischen Zeisiggasse und Rathaus in Burgau stammt vom April 2016. Schon damals diskutierten Ratsmitglieder darüber.
Bild: Christian Kirstges (Archiv)

Weil die Erneuerung der maroden Stufen zwischen der Zeisiggasse und dem Rathaus in Burgau kostspielig wird, soll jetzt nach günstigeren Lösungen gesucht werden.

Der Aufstieg zum Rathaus kann ganz schön beschwerlich sein. Vor allem, wenn er über die ziemlich steilen Stufen an der Zeisiggasse führt. Die dortige Treppenanlage ist in die Jahre gekommen und soll saniert werden. Aber das wird teuer. Erste Schätzungen rechnen mit Kosten um die 250000 Euro oder höher. Bevor die ausgegeben werden, soll der Baugrund erst noch mal untersucht werden.

Die fußläufige Verbindung zwischen Rathaus und Zentrum wurde jetzt im Bauausschuss von mehreren Stadtratsmitgliedern als „Hauptzugang“ eingeschätzt. „Die Treppe ist nach wie vor notwendig“, argumentierte beispielsweise Frank Rupprecht (CWG). Die Sanierung war schon einmal auf der Tagesordnung (lesen Sie hier den Artikel dazu). Zu einem Beschluss kam es nicht, weil ein Statiker nach kostengünstigeren Alternativen suchen sollte. Inzwischen wurde, auf Grundlage von drei Bohrungen und zwei Rammkernsanierungen, ein Baugrundgutachten erstellt, informierte Stadtbaumeister Werner Mihatsch. Die Tragfähigkeit des Baugrunds wird erst in Tiefen zwischen vier und sieben Metern erreicht, außerdem wird er durch Feuchtigkeit mit Schichtwasser beeinträchtigt.

Taucht archäologisch Interessantes auf, könnten Arbeiten zum Stillstand kommen

Bei den von einem Ulmer Ingenieurbüro vorgeschlagenen Sanierungsvarianten liegen die Kosten zwischen 265000 und 350000 Euro. Die von einer Baufirma vorgeschlagene Lösung mit Granitblockstufen und Betonfundament käme auf mindestens 240000 Euro. Noch komplizierter wird die Sache, weil das Landesdenkmalamt mit Bodenfunden an dieser Stelle rechnet. Es könnte sein, dass Aushubarbeiten, so die Sitzungsvorlage, archäologisch begleitet werden müssten. Sollte etwas auftauchen, könne dies zum Stillstand der Sanierung mit „nicht unwesentlichen Zusatzkosten“ führen. Unter solchen Voraussetzungen hält der Stadtbaumeister „ein Rumprobieren für nicht sinnvoll.“

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Höchst unterschiedlich schätzten die Ausschussmitglieder den neuen Sachstand ein. So sei die vorgesehene Verbindung vom Rathaus zur Kapuzinerstraße sinnvoller und auch besser für Rollstühle geeignet statt eine komplett neue Treppe, meinte Jürgen Pauer (Freie Wähler). Eine von SPD-Rat Manfred Kramer angesprochene Verbreiterung sei an dieser Stelle kaum möglich, sagte der Stadtbaumeister. Als zu kostspielig empfand Wilhelm Frielinghaus (CWG) das Treppenprojekt, für diesen Betrag bekäme man ja schon ein kleines Einfamilienhaus. Er empfahl, die Baumaßnahme als Regiearbeit von der Verwaltung durchzuführen, weil sich der Auftrag nicht ausschreiben lasse und regte zugleich an, eine zusätzliche Meinung einzuholen, um von den hohen Kosten runter zu kommen. Er könne diese Ausgaben nicht akzeptieren, sagte Manfred Hammerschmidt (CSU), denn er befürchtet, dass es noch teurer werden könnte. Als Maximallösung käme eine Sanierung für ihn infrage.

„Wir haben‘s versemmelt“, meinte ein Ratsmitglied

Damit war Ratskollege Rupprecht überhaupt nicht einverstanden: „Das hätten wir uns vorher überlegen müssen, statt jetzt über die Kosten zu lamentieren“. Die Treppe sei nötig. Es sei ein Fehler gewesen, die weitere Treppe im Verlauf der Zeisiggasse aufzugeben. Dort ist ein Mehrfamilienhaus entstanden. „Wir haben’s versemmelt“, räumte Karlheinz Mayländer (FDP/FB) ein. Die alte Treppe sei okay gewesen, aber nun müsse man nach vorn schauen und die kostengünstigste Lösung finden. Sanieren und breiter machen wäre für Mayländer die sinnvollste Variante: „Steil wird sie wohl bleiben“, für Rad und Kinderwagen werde es wohl nicht gehen. „Das ging vorher nicht“, beschied ihm Burgaus Bürgermeister Konrad Barm (Freie Wähler), „und wird es auch künftig nicht“. Er schlug ein weiteres Gespräch mit einem Baufachmann vor. Mithilfe eines kleinen Baggers soll eine weitere Baugrunduntersuchung erfolgen, um zu prüfen, welche Sanierung möglich sei.

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