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Waldstetten

14.05.2020

Stimmenkönig wird nicht Zweiter Bürgermeister

Bei der ersten Sitzung des neuen Marktrates Waldstetten wurden von Bürgermeister Michael Kusch als neue Mitglieder vereidigt (von links): Anton Bergmüller, Markus Katzer, Martin Kling und Thomas Stengelberger.
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Bei der ersten Sitzung des neuen Marktrates Waldstetten wurden von Bürgermeister Michael Kusch als neue Mitglieder vereidigt (von links): Anton Bergmüller, Markus Katzer, Martin Kling und Thomas Stengelberger.
Bild: Wolfgang Kahler

Warum die Freien Wähler in Waldstetten die Wahl, die zugunsten eines CSU-Manns ausfällt, kritisieren. Es fällt das Wort der "Mauschelsitzung".

Die Atmosphäre bei der ersten Sitzung des neuen Marktgemeinderates in Waldstetten war aufgeheizt. Grund war die Wahl des Zweiten Bürgermeisters. Denn die Mehrheit des Gremiums votierte nicht für den bisherigen Amtsinhaber, sondern zugunsten von Rudolf Göppel ( CSU). Auf dieses Ergebnis reagierte die Freien Wähler-Fraktion mit Verwunderung und Kritik. Silvia Schieferle (Bürgerbündnis) wurde als Dritte Bürgermeisterin bestätigt.

An „ungewohnter Stelle“, so Waldstettens Bürgermeister Michael Kusch, kam das Gremium zum Auftakt der neuen Legislaturperiode zusammen. Das Gremium tagte wegen der Corona-Krise in der Fahrzeughalle des Feuerwehr-Gerätehauses. Unter den Besuchern war Ellzees neue Rathauschefin Gabriela Schmucker, die eine durchaus interessante Sitzung verfolgte, wie sie es im Anschluss gegenüber unserer Zeitung ausdrückte.

Nach der Vereidigung der vier neuen Markträte Anton Bergmüller, Martin Kling (beide Bürgerbündnis Waldstetten/BBW), Thomas Stengelberger und Markus Katzer (beide Freie Wähler) ging es um die Wahl der Stellvertreter des Rathauschefs. Und dabei gab es eine beachtliche Überraschung. Die Freie Wähler-Fraktion schlug den bisherigen Amtsinhaber Mathias Mader für den Posten des Zweiten Bürgermeisters vor, der bei der Kommunalwahl wie vor sechs Jahren als Stimmenkönig hervorgegangen war. Martin Stricker, der im vergangenen Jahr bei den Freien Wählern für Ingrid Feroudj nachgerückt war, betonte, dass der Zweite Bürgermeister sein Amt gut ausgeführt und auch kritische Themen behandelt habe.

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"Mich verwundert die Wahl schon sehr"

Christoph Schneider (BBW) schlug Landwirt Rudolf Göppel vor, der bereits seit drei Wahlperioden im Marktrat sitzt. Der Stellvertreter-Posten ging mit acht zu vier Stimmen an Göppel. Als Dritte Bürgermeisterin wurde Silvia Schieferle (BBW) mit zehn Stimmen klar bestätigt, je eine Stimme entfiel auf Stricker und Mader. „Mich verwundert die Wahl schon sehr“, reagierte Stricker auf das Ergebnis. Üblich sei eine Entscheidung nach Stimmenverteilung. Offensichtlich, so Stricker, sei die Wahl das Ergebnis einer „Mauschelsitzung“ von BBW und CSU im April. Sein Fraktionskollege sei gegen den Wählerwillen abgewählt worden.

„Schade das es nicht geklappt hat“, sagte der unterlegene Mader, das sei eben Demokratie. Er werde den künftigen Zweiten Bürgermeister an dessen Engagement messen. Der neue Amtsträger wolle sein Amt zum Wohle der Marktgemeinde ausüben. Göppel: „Ich möchte Sie gemeinsam mit Bürgermeister Kusch in eine neue Zeit führen.“

"Eine Kungelei oder Absprache gab es nicht"

Der Marktrat weise nach der Wahl eine neue Konstellation auf mit einer neuen Mischung, das „ist auch Wählerwille“, so Göppel. Es sei nicht selbstverständlich, dass der Gemeinderat mit den meisten Stimmen automatisch zum Zweiten Bürgermeister gewählt werde. Er nehme die Entscheidung des Gremiums so hin, wie sie ist, erklärte Rathauschef Kusch: „Eine Kungelei oder Absprache gab es nicht.“

Zu einer weiteren Uneinigkeit kam es bei der Bestimmung des Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses (RPA), bisher geleitet von Robert Imminger, der auch vorgeschlagen wurde. Mader brachte sich für diese Funktion ebenfalls ins Gespräch, da er ja jetzt mehr Zeit habe. Doch das Gremium entschied sich für Imminger. Erneut kritisierte Stricker das Ergebnis: „Wenn das so in den nächsten Sitzungen abläuft, bin ich der nächste Feroudj.“ Offensichtlich gingen die Meinungen bei der Wahl auseinander, sagte Bürgermeister Kusch auf Nachfrage. Aber die Mehrheit habe wohl Zeit für einen Wechsel gesehen: „Das war ein nicht ganz optimaler Start.“

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