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Günzburg

27.01.2020

Suchtprojekt: Mit „Skoll“ sich selbst besser kontrollieren

Einige Bausteine des Programms hat die Expertin Franziska Baumeister visualisiert und zum Gespräch in die Redaktion mitgebracht.
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Einige Bausteine des Programms hat die Expertin Franziska Baumeister visualisiert und zum Gespräch in die Redaktion mitgebracht.
Foto: Till Hofmann

Was die Bausteine und die Ziele eines „Trainingsangebots“ der Caritas für den Landkreis Günzburg sind.

Was vor Jahren in Osnabrück entwickelt wurde, das soll auch im Landkreis Günzburg klappen: „Skoll“ heißt das Zauberwort, das Menschen mit Suchtproblemen ansprechen soll. Dabei spielt die Art der Sucht keine Rolle – und auch das Alter der Menschen, die vom Alkohol, illegalen Drogen, Glücksspiel oder der überbordenden Zockerei in den unendlichen Welten des Internets zumindest ein Stück weit loskommen wollen.

Klar ist eine dauerhafte Abstinenz das Ultimative, das erreicht werden kann. Aber es ist nicht das einzige Ziel, das zählt. „Skoll“ – die Buchstaben sind in dem sperrigen Wort „Selbstkontrolltraining“ enthalten – bedeutet den Konsum oder das riskante Verhalten zu stabilisieren, zu reduzieren oder eben ganz darauf zu verzichten. Franziska Baumeister von der Suchtfachambulanz Günzburg der Caritas ist nicht nur Sozialpädagogin und Suchttherapeutin. Sie hat auch eine spezielle Fortbildung absolviert, die sie befähigt, Skoll mit dem nötigen Fach- und Projektwissen umzusetzen.

"Jeder Mensch kann suchtkrank werden"

Ein persönlicher Schicksalsschlag, der drohende Verlust des Arbeitsplatzes, Versagensängste, Einsamkeit: Es sind individuelle Gründe, die einen beispielsweise stärker zur Flasche greifen lassen, als das ratsam ist. „Jeder Mensch kann suchtkrank werden“, sagt Barbara Habermann, die 57 Jahre alte Leiterin der Günzburger Suchtfachambulanz. Die Einrichtung berät nicht nur direkt Betroffene, sondern auch Angehörige und Arbeitgeber, die ihrem Mitarbeiter unterstützen wollen. Träger der Ambulanz ist der Caritasverband Augsburg.

Skoll bedeutet für die Beteiligten von Anfang an, Eigeninitiative zu übernehmen und nicht zu erwarten, „dass ein anderer Hilfe holt“, wie Baumeister sagt. Zwölf Personen können an dem Kurs teilnehmen. Noch sind nicht alle Plätze belegt. Eine „Trainingseinheit“ dauert eineinhalb Stunden. Die erste beginnt am Donnerstag, 27. Februar, um 17.30 Uhr in den Räumen des Caritasverbandes (Zankerstraße 1a in Günzburg im Obergeschoss). Beendet ist der Kurs dann am 30. April. Die finanzielle Eigenbeteiligung für das gesamte Angebot liegt bei 50 Euro.

Das Ziel ist, Kontrolle über sein Leben zu gewinnen

Das zentrale Element dieses Trainingsprogramms ist ein Trainingsplan, der den Teilnehmern an die Hand gegeben wird. Wie gehe ich mit Stress um? Was sind hilfreiche Gedanken? Wie sehen Konflikte aus? Wie verhalte ich mich bei Rückschritten und wenn ich in eine Krise gerate? All das wird in dem Kurs angesprochen und wird freiwillig trainiert. Eine Auflage des Gerichts oder Vergleichbares ist nicht die Antriebsfeder für eine Teilnahme. Am Ende soll es den Skoll-Teilnehmern gelingen, ihr eigenes Leben besser in den Griff zu bekommen und Süchte mindestens ein Stück weit zu beherrschen.

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