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Landkreis

16.01.2019

Täglich 12.000 Tonnen Zuckerrüben

Seit September wurden im Südzucker-Werk Rain täglich 12000 Tonnen Zuckerrüben angeliefert. Jetzt geht die Kampagne allmählich ihrem Ende entgegen.
Bild: Wolfgang Widemann

In Rain geht die Saison erst Mitte Januar zu Ende. Auch aus dem Landkreis Günzburg liefern Landwirte ihre Rüben. Welche Anforderungen für die Verarbeitung der Früchte für Biozucker zu erfüllen sind.

Die Zuckerrüben-Kampagne dauert diesmal ausgesprochen lange an: Noch bis Ende kommender Woche erwartet man im Rainer Südzucker-Werk Rüben-Anlieferungen. Derzeit läuft die Verarbeitung noch auf Hochtouren. Dass die Kampagne diesmal ungewöhnlich lang ist, hat einen guten Grund: Die Landwirte hatten ihre Anbauflächen vor zwei Jahren, als die Zuckermarktordnung hinfällig wurde, kräftig erweitert, sodass es mehr Rüben gibt.

Mit der Bilanz der Fabrik in Rain zeigt sich Werkleiter Wolfgang Vogl zufrieden. Die Erträge seien jedenfalls besser als an anderen Standorten, wo sich die anhaltende Trockenheit gravierend auswirke. Die Landwirte, die nach Rain liefern, seien mit einem blauen Auge davongekommen, weil sich auf ihren Feldern die Dürre nicht so verheerend ausgewirkt habe. Von einer guten Kampagne will Vogl trotzdem nicht sprechen. Denn die konzerninternen Ergebnisse bleiben seiner Auskunft nach hinter den Erwartungen zurück.

Dass die Erträge geringer als in den vergangenen Jahren ausgefallen sind, bestätigt auch Landwirtschaftsdirektor Ottmar Hurler vom Wertinger Landwirtschaftsamt. Die Trockenheit habe einige Bestände so geschädigt, dass dort gar keine Zuckerrüben geerntet werden konnten. Im Landkreis Dillingen werden, wie Hurler erläutert, auf einer Fläche von etwa 2000 Hektar Zuckerrüben angebaut. Schwerpunkt ist dabei im Donautal auf Standorten mit guter Ertragsfähigkeit.

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Zuckerrüben aus dem Landkreis Günzburg

Im Landkreis Günzburg werden die Rüben zur Zuckerproduktion von Landwirten auf einer Fläche von etwa 500 Hektar produziert.

Täglich wurden seit vergangenem September über 12000 Tonnen Rüben bis aus Baden-Württemberg und der Region um Regensburg nach Rain transportiert. 500 Lastwagen lieferten die Rüben täglich an.

Die Früchte, die immer zeitnah verarbeitet wurden, wuchsen auf den Ackerbauflächen von rund 2800 Landwirten. Zwischen 20 bis 27 Lastkraftwagen pro Stunde erreichten die Fabrik – und das rund um die Uhr an sieben Tagen wöchentlich. Worüber die Beteiligten froh sind: Das Wetter spielte weitgehend mit. Die Temperaturen waren nicht zu hoch und nicht zu niedrig: „Die geernteten Rüben blieben frisch.“ Lediglich Anfang des Jahres erschwerten Schneefälle den reibungslosen Ablauf.

Die Zuckersilos sind schon fast voll. Bis Ende der kommenden Woche wird es in ihnen keinen Platz mehr geben. Das Fassungsvermögen ist nahezu erreicht: 145000 Tonnen an Zucker können gelagert werden. Die Riesenmenge wird in den kommenden Monaten nach und nach abgepackt und vermarktet – seit dem Wegfall der Marktordnung sogar weltweit.

Aktuell kommen 95 Prozent der Rüben noch aus konventionellem Anbau, doch die Nachfrage nach Bioprodukten sei groß, so Vogl. Die Verfügbarkeit nehme allerdings nur langsam zu. Immerhin signalisierten mehrere Landwirte, dass sie grundsätzlich bereit wären, über den Anbau nachzudenken. „Fangen Sie lieber langsam an und steigern Sie sich dann“, so die Empfehlung aus dem Werk.

Im Werk wird auch Gelierzucker-Konzentrat hergestellt, ebenso produziert das Werk mit seinen 250 Mitarbeitern „normalen“ Gelierzucker für den Handel in 500-Gramm-Packungen sowie regulären Zucker in Ein-Kilo-Portionen sowie in 25-, 50- und 100-Kilo-Säcken.

Aber auch lose wird der Zucker in Lastwagen ausgeliefert, vornehmlich an die Lebensmittelindustrie. Wenn die eigentliche Verarbeitung abgeschlossen ist, geht laut Vogl der Schichtbetrieb noch einige Tage weiter. Jetzt würden der Produktionsbereich gereinigt und die Leitungen entwässert. Denn wenn die Kessel nicht mehr in Betrieb sind, krieche der Frost in die Anlagen.

Besondere Anforderungen für Biozucker

Damit aber nicht genug: Weil die Produktion des Biozuckers in diesem Jahr in der ersten Woche der Kampagne stattfinden sollte, mussten Vorkehrungen dafür getroffen werden.

Das ist auch den besonderen Anforderungen geschuldet. Die Anlage muss dazu gereinigt werden, damit kein Krümel klassischer Zucker dort mehr zu finden ist. Dieser Prozess wird von einem Gutachter begleitet, der die Anlage dann auch letztlich freigibt.

Der Biozucker muss zudem ebenso separat gelagert werden wie die anfallenden Nebenprodukte wie etwa Melasse und Futtermittel. Dafür wiederum wird in den ersten Monaten des neuen Jahres Platz geschaffen.

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