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Leipheim

29.10.2019

Tastentage: Glanzvolles Finale eines Festivals

Die Geschwister Laetitia und Philip Hahn beschlossen das Klavierfestival Tastentage in Leipheim.
Bild: Gah

Die außergewöhnlichen Talente Laetitia und Philip Hahn beschließen die Tastentage im Leipheimer Zehntstadel.

Das letzte Konzert beim Festival Tastentage im Leipheimer Zehntstadel ist traditionell ein Nachwuchskonzert. Aber so jung wie in diesem Jahr waren die Nachwuchskünstler noch nie, wie die Zehntstadel-Leiterin Sandra Parada zu berichten wusste.

Die Geschwister Laetitia und Philip Hahn sind 16 und zehn Jahre alt. Sie stammen aus Düsseldorf, wohnen aber mittlerweile mit ihren Eltern in Thüringen. Sie sind international unterwegs und spielten mit diversen Rundfunkorchestern ihre eigenen Kompositionen ein. Beide übersprangen mehrere Schulklassen. Auch ihre musikalische Ausbildung begann sehr früh.

"Ich muss üben wie alle anderen"

Der zehnjährige Philip fing mit eineinhalb Jahren an, Klavier zu spielen, mit vier Jahren wurde er Jungstudent am Musikkonservatorium in Frankfurt, mit fünf eingeschult. Laetitia begann mit zwei Jahren, Klavier zu spielen, mit vier wurde sie eingeschult. 2012 bestand sie die Aufnahmeprüfung als Jungstudentin an der Musikhochschule Düsseldorf. Ihr Abitur bestand sie mit 14, seit 2016 studiert sie Musik in Zürich. Als Wunderkinder wollen die Geschwister aber nicht bezeichnet werden. „Das klingt, als sei mir etwas zugeflogen. Aber ich muss üben wie alle anderen“, sagt Laetitia dazu. In Leipheim gab es Klavier-Solostücke von Bach bis Rachmaninow zu hören.

Tastentage: Glanzvolles Finale eines Festivals

Philip eröffnete den Abend mit Bachs italienischem Konzert. Im ersten Satz ließ er elegant die Sechzehntel fallen. Der zweite Satz im Andante begann mit einer düsteren Moll-Kadenz. Zu Beginn des dritten Satzes setzte er einen eindrucksvollen Tempokontrast vom Andante zum Presto. Philips zweiter Vortrag war das Scherzo Nummer eins von Frederic Chopin. Die beängstigende Stimmung dieses Werkes ging auf die Zuhörer über. Der Komponist schrieb das Werk mit seinen spannungsvollen Akkorden und wilden Achtelfiguren in einer für ihn beängstigenden Situation. Während er auf Konzertreise in Wien war, wurde in seiner polnischen Heimat der November-Aufstand niedergeschlagen. Daher riet man ihm davon ab, in seine Heimat zurückzukehren.

Applaus und Bravorufe

Zu zweit präsentierten die Geschwister die Sonate in D-Dur für Klavier zu vier Händen von Wolfgang Amadeus Mozart. Der gemeinsame Vortrag beeindruckte nicht nur durch die Wechselspiele zwischen Spieler eins und Spieler zwei. Rhythmisch präzise wurden die Punktierungen mit hämmerndem Bass im ersten Satz (Allegro) vorgetragen. Im ruhigen zweiten Satz ließen sie sanfte Töne träufeln. Das Finale Allegro molto bestach mit Aufwärts- und Abwärtsdreiklängen, akzentuierten Akkorden und chromatischen Wellen.

Zu Laetitias Solovorträgen zählte Beethovens Waldsteinsonate. Beeindruckend waren die Echoeffekte zwischen Bass und Diskant, zahlreiche Ritardandi und Accelerandi sowie rasante Glissandi mit einem Sforzato am Ende. Ein Stück mit zahlreichen Modulationen und Arpeggios war das Scherzo Nummer drei von Frederic Chopin. Die ungarische Rhapsodie Nummer zwei von Franz Liszt ist gegliedert wie ein Csardas. Sie beginnt mit dem würdevollen, langsamen Lassan-Teil, der in den rasanten, tänzerischen Friska-Teil übergeht. Diesen Gegensatz arbeitete Laetitia fein heraus. Für ihre Vorträge ernteten beide Geschwister immer wieder großen Applaus und Bravorufe. Als Zugabe gab es noch mal die Mozart-Sonate.

Übrigens: Laetitia hört gerne Queen, AC/DC und Alice Cooper, Philip sieht gern Cartoons und hört Hörbücher.

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