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Günzburg

14.09.2019

Taucher vor dem Tod gerettet: Auszeichnung für Mann aus Günzburg

So sehen sie aus, die Rettungsmedaille.
Bild: Stefanie Eickelpasch/Familie

Maximilian Fahr hat die Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten. Der Soldat macht nicht zum ersten Mal von sich reden.

Er hatte erst kürzlich von sich reden gemacht, als er im Juli auf der Schwäbischen Alb an der Rettung zweier Eingeschlossener in der Falkensteiner Höhle (wir berichteten) beteiligt war: Maximilian Fahr, 29 Jahre alt, aus Günzburg stammend. Und nun ist der Oberfeldwebel der Bundeswehr, der als Kampfretter auf dem Militärflugplatz Laupheim (Landkreis Biberach) stationiert ist, mit der Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Dabei ging es zwar nicht um die Aktion in der Falkensteiner Höhle, aber ebenfalls um eine Rettung – im ehemaligen Schieferbergwerk „Christine“ im Sauerland.

Im Juli vergangenen Jahres war er privat bei einem Tauchkurs gewesen. Zufällig war auch ein Kamerad, ein Oberstleutnant im Generalstab, dabei. Weil ein Gerät nicht richtig funktionierte, bekam der Mann im Wasser plötzlich ernsthafte Probleme, er wurde bewusstlos. Fahr kümmerte sich sofort und brachte ihn ins Freie. Angesichts der schweren eigenen Ausrüstung und der zurückzulegenden Strecke brachte er sich damit selbst in Lebensgefahr.

Eine halbe Woche lag der Mann im künstlichen Koma

Mit letzter Kraft an Land angekommen, reanimierte er mit einem Freund den Kameraden, eine halbe Woche lag dieser dann im künstlichen Koma. „Es grenzt an ein Wunder, dass er keine bleibenden Schäden davon getragen hat“, sagt Fahr. Sogar tauchen könne er wieder. In einer Stellungnahme schrieb der Oberstleutnant, dass eine solche Rettung in der Geschichte des Höhlentauchens wohl einmalig sei.

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Sichtlich stolz sind Maximilian Fahr und Bürgermeister Paul Burger bei der Verleihung der Rettungsmedaille in Emerkingen.
Bild: Stefanie Eickelpasch/Familie

Die Mutter des Oberfeldwebels, Birgit Fahr, ist natürlich sehr stolz auf ihren Sohn. Sie war mit allen Familienmitgliedern, die Zeit hatten, bei der Verleihung der Rettungsmedaille in Emerkingen im Alb–Donau-Kreis, wo Maximilian mit seiner Familie lebt. Sie habe ihre zwei Söhne zur sozialen Verantwortung erzogen und der nun 29-Jährige habe schon im Alter von zwölf gesagt, dass er zur Bundeswehr als Elitesoldat wolle, um Menschen zu retten. Tauchen sei seine Leidenschaft, „er ist mehr unter als über Wasser“.

Von der Bundeswehr gab es keine große Auszeichnung

Auch der Bürgermeister von Emerkingen, Paul Burger, ist froh, einen solchen Bürger im gut 850 Einwohner kleinen Ort zu haben. Die örtliche Feuerwehr sei gut aufgestellt, „aber so jemanden könnten wir natürlich immer brauchen“, sagt er mit einem Lachen.

Von der Bundeswehr, sagt Fahr, habe er nur eine förmliche Anerkennung erhalten. Er geht davon aus, „dass da wohl etwas nicht richtig ausgewertet wurde“. Normalerweise gebe es in solchen Fällen größere Ehrungen. Zumal ihn jemand für das Ehrenkreuz in Gold und das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen habe.

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Auch ein Günzburger rettete die Männer aus der Falkensteiner Höhle

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