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Kammeltal

10.07.2019

Teile der Kirchendecke in Egenhofen stürzen herunter

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In der kleinen Dorfkirche des Kammeltaler Ortsteils Egenhofen ist ein Teil des Deckenputzes abgefallen.

Plus Das Gotteshaus in Egenhofen ist nicht mehr nutzbar. Einige Bewohner vermuten, dass der Schaden durch den Straßenausbau verursacht wurde. Was der Bürgermeister sagt.

In der Egenhofer Dorfkirche sind Teile der Stuckdecke herunter gekommen. Das kleine Gotteshaus aus dem 17. Jahrhundert ist auf absehbare Zeit nicht mehr nutzbar. Der komplette Schadensumfang wird erst von einem Gutachter festgestellt. Ob der Deckenschaden mit dem Straßenbau im Kammeltaler Ortsteil zusammen hängt, ist noch völlig offen, aber einige Egenhofer vermuten das.

Eigentlich sollte wie üblich einmal pro Monat in der kleinen Kirche am nördlichen Dorfeingang ein Gottesdienst stattfinden. Aber als Mesnerin Brigitte Göggelmann dafür alles vorbereiten wollte, war sie regelrecht schockiert, als sie das Gotteshaus betrat. Mehrere Quadratmeter des Deckenputzes waren herunter gekommen und auf den Boden und zum Teil auf den Altar gestürzt. Sie denkt, dass dieser Schaden wohl eine Folge der Straßenbauarbeiten ist, die schon seit Frühjahr in Egenhofen laufen ist, sagte Brigitte Göggelmann gegenüber unserer Zeitung. Das glaubt auch Sandra Rotondo, die unsere Zeitung Bilder vom Schaden geschickt hat. Vor etwa 14 Tagen seien die Randsteine im Bereich der Kirche gesetzt worden und dafür sei der Boden mit dem Rüttler verdichtet worden.

Ein Gutachter muss den Schaden beurteilen

Vor diesen Arbeiten wäre in der Kirche kein Schaden gewesen, so die Mesnerin. Mittlerweile haben sich Pfarrer Soni Abraham Plathottam von der Pfarreiengemeinschaft Kammeltal und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gertrud Spahn über den Zustand der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Filialkirche informiert. „Eine böse Überraschung“, bestätigte Gertrud Spahn. In der Kirche wurde bisher nichts verändert, bevor ein Gutachter die Lage beurteilt hat. Ein Stukkateur und Statiker haben zunächst ein erstes Schadensbild festgehalten, doch Brigitte Göggelmann rechnet schon jetzt, dass „da 20000 Euro wohl nicht reichen werden“.

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Der Kammeltaler Bürgermeister Matthias Kiermasz hat durch die Mesnerin vom Deckenschaden erfahren, hat sich bisher aber vor Ort noch keinen eigenen Überblick verschafft. Die Gemeinde stehe in engem Kontakt mit dem für den Straßenbau zuständigen Ingenieurbüro, dem Kirchenpfleger und der Diözese Augsburg, denn die Kirche gehört der Pfarrstiftung.

Bürgermeister Matthias Kiermasz bedauert die Schäden

„Wir bedauern die Schäden“, sagte Kiermasz auf Nachfrage, jetzt müsse die Ursache erkundet werden. Bisher sei lediglich ein Kurzgutachten erstellt worden, die genaue Schadenshöhe aber noch völlig offen. Wichtig sei zunächst, weiteren Schaden zu verhindern und zu klären, ob die Decke gerettet und wieder restauriert werden könne.

Bei der Frage, ob der Straßenbau in Egenhofen den Schaden ausgelöst habe, hält sich Bürgermeister Kiermasz noch sehr zurück. Die umstrittene Sanierung der Dorfstraße, gegen die es  großen Widerstand von Anliegern gibt, müsse aber davon unabhängig weiter laufen. Noch vor der Sommerpause werde die erste Asphaltdecke aufgebracht und damit der größte Teil Egenhofens staubfrei gemacht. Im Bereich der Kirche sollen aber keine weiteren Erschütterungen vorkommen. Als Vorsichtsmaßnahme werde um das Gotteshaus nicht wie vorgesehen Pflaster verlegt wegen möglicherweise dauerhafter Erschütterungen, sondern Asphalt aufgebracht, der deutlich ruhiger beim Überfahren sei, informierte Kiermasz. Die bei einigen Grundstückseinfahrten entstandenen Probleme durch hohe Randsteine seien mittlerweile ausgeräumt, sagte der Bürgermeister.

Kritik gibt es auch am neuen Radweg

Beim neuen Fahrradweg westlich des Ortes handele es sich zugleich um einen so genannten Anwandweg, der ausdrücklich von Landwirten genutzt werden dürfe, sagte Kiermasz. Er reagiert damit auf die Klage eines Egenhofers, der mit Fotos in einem Sozialen Netzwerk belegen wollte, dass der Weg mit Inline Skates nicht zu befahren sei, weil er teilweise zu verschmutzt sei. „Der Weg ist nicht als Inliner-Strecke ausgewiesen“, betonte der Bürgermeister. Der Radweg werde demnächst noch beschildert, um dort einen Ausweichverkehr von Kraftfahrzeugen zu unterbinden. Der Radweg wurde durch das Staatliche Bauamt Krumbach hergestellt, die Verkehrssicherungspflicht liegt bei der Gemeinde.


Lesen Sie hier mehr zum Widerstand der Egenhofer gegen den Ausbau der Dorfstraße

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