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Günzburg

26.03.2015

Teure Töne

Auch der junge Tenor Jakob Nistler lernt an der Musikschule Günzburg bei Gesangslehrerin Danuta Debski. Die Gebühren für den Unterricht an der Städtischen Einrichtung werden in den kommenden Jahren in drei Stufen steigen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Auch der Unterricht an der Städtischen Musikschule kostet ab September mehr. Dabei liegt die Einrichtung mit ihren Preisen in der Region schon jetzt deutlich an der Spitze.

Von Rebekka Jakob

Günzburg Neben den Gebühren für die Kinderbetreuung und für die Pendlerparkplätze hat die Stadt Günzburg auch die Preise für den Unterricht an der städtischen Musikschule erhöht. Eltern zahlen gestaffelt auf drei Stufen bis zu 63 Euro im Jahr mehr für den Unterricht als derzeit. Dabei kann die Schule nicht über Zulauf klagen, hieß es am Montagabend in der Sitzung des Stadtrats.

„Unsere Musikschule erlebt einen regelrechten Boom. Wir haben mit dem neuen Leiter eine gute Wahl getroffen“, so Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Der Ruf von Jürgen „Joe“ Gleixner, der vor knapp einem Jahr die Leitung der Einrichtung übernommen hat, hatte sich zuletzt sogar auf den Besuch des Lehrerkonzerts im Rahmen des Musikalischen Frühlings im Schwäbischen Barockwinkel ausgewirkt: Noch nie waren so viele Zuhörer da wie in diesem Jahr. Der Zulauf findet aber vor allem in den Unterrichtsstunden statt, zuletzt hatte sich die Einrichtung im Dezember um Geigenlehrer Berthold Guggenberger verstärkt (wir berichteten). 341 Schüler werden aktuell in der Musikschule unterrichtet. Stadtrat Siegfried Ranz ( SPD): „Es ist eine unglaubliche Instrumentenfülle, die hier angeboten wird, und dazu ein großes Angebot an zusätzlichem kostenlosen Ensembleunterricht.“

Doch so viel Engagement kostet. Deshalb will die Stadt nun nach der letzten Erhöhung im vergangenen Herbst erneut die Preise in der Musikschule anpassen – zum 1. September 2015, 2016 und 2017 sind Gebührensteigerungen vorgesehen. CSU-Stadtrat Stefan Baisch machte deutlich, dass nach wie vor nicht die Eltern, sondern die Stadt den größten Anteil an den Kosten des Musikunterrichts trage. „Etwa 35 Prozent kommen von den Schülern beziehungsweise Eltern, 56 Prozent der Kosten trägt die Stadt.“ Steigen soll auch die Instrumentenleihgebühr um fünf Euro auf dann 120 Euro. Erwachsene (ab 18 Jahren) müssen auf die Gebühren jeweils noch 20 Prozent draufrechnen – sofern sie nicht einen Nachweis erbringen können, dass sie noch in Schul- oder Berufsausbildung stehen. Auswärtige Schüler zahlen wie bisher etwa 37,5 Prozent mehr als Schüler aus Günzburg und seinen Stadtteilen. Eine halbe Stunde Einzelunterricht kostet für sie beispielsweise ab September 2015 1023 Euro, im Jahr darauf 1044 Euro und ab 2017 1065 Euro.

Die Musikschule bietet jedoch auch Ermäßigungen an – Günzburger Geschwisterkinder zahlen je nach Anzahl 15 bis 40 Prozent weniger, begabte Schüler können im Einzelfall eine Ermäßigung von 20 Prozent bekommen, und bei Härtefällen sind ebenfalls Ermäßigungen möglich.

Was aber ist beim Erlernen eines zweiten Instruments? GBL-Stadträtin Birgit Rembold warf die Frage auf, hätten sich doch viele Eltern gemeldet, deren Kinder zwei Instrumente spielen möchten und dafür den jeweils vollen Preis bezahlen müssen. Dr. Thomas Ermer ( CSU) stellte dazu eine einfache Rechnung auf: „Wenn ein Kind zwei Instrumente spielen will, ist das doch nicht mehr Aufwand für die Schule, als wenn zwei Geschwisterkinder je ein Instrument erlernen.“ In einer der nächsten Sitzungen des Jugend- Kultur- und Sportausschusses und nach Rücksprache mit Musikschulleiter Jürgen Gleixner soll nun über diese zusätzliche Ermäßigung beraten werden.

Über die Gebührenerhöhung im Lauf der kommenden Jahre gab es jedoch keinen größeren Diskussionsbedarf: Einstimmig verabschiedete der Stadtrat die dreistufige Anhebung. Für die Günzburger Familien werden die Töne ihrer Kinder damit künftig teurer werden.

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