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Burtenbach

07.11.2017

Tierischer Theaterspaß

Tierarzt Florian Schneider (ganz links Marco Schnabel) hat kompromittierende Informationen über den Steuerverwalter Gabriel Meierhans (Dieter Botzenhart). Seine Freundin Emma Sonnenschein (Sonja Pfaudler) hört gespannt zu. Vater Rudi Sonnenschein (ganz rechts Jürgen Wirth) ist sichtlich amüsiert. Im Hintergrund erholt sich Gerlinde Logisch (Nadine Juschka) von einem Kuhangriff.
Bild: Maria Gruber

„Das Schweigen der Kühe“ hat ein spielfreudiges Ensemble – und einen heimlichen Publikumsliebling.

Wie kommunizieren eigentlich Kühe? Was genau steckt hinter dem Austausch des „Muhs“? Um diese Fragen ging es unter anderem am Samstag in der Burggrafenhalle bei der Premiere von „Das Schweigen der Kühe“. Unter der Regie von Petra Lindenmayer führte das siebenköpfige Ensemble des TSV Burtenbach die Komödie in zwei Akten auf.

Das ländlich geprägte Stück mit viel Leidenschaft für Kühe überzeugte von Beginn an. Im ersten Akt lernt der Zuschauer die Protagonisten und ihre Probleme kennen. Die Bauernfamilie Sonnenschein hat im Moment finanzielle Sorgen. Vater Rudi, gespielt von Jürgen Wirth, und Mutter Vrony, dargestellt von Brigitte Felber, haben sich durch den Kauf eines Stück Landes und durch die Renovierung des Stalls übernommen.

Und auch den Kühen der Familie geht es gesundheitlich nicht gut. Hinzu kommt, dass die Familie Geld am Fiskus vorbei geschmuggelt hat, indem unter anderem der „Playboy“ als Weiterbildungsmaßnahme angegeben wurde. Deswegen warten sie sehnsüchtig auf den neuen Steuerberater, der ihnen mit Ratschlägen aus dieser Misere helfen soll. Derweil hat Bauerstochter Emma, gespielt von Sonja Pfaudler, ganz andere Probleme. Sie und ihr Freund Florian Schneider (verkörpert von Marco Schnabel), der sich gleichzeitig als Tierarzt um die Kühe der Familie kümmert, haben Vater Rudi noch nicht über ihre Beziehung informiert. Und das aus gutem Grund: Bauer Sonnenschein kann den Tierarzt nicht ausstehen, da er seiner Meinung nach zu hohe Rechnungen ausstellt und keine Ratschläge für die korrekte Behandlung von Kühen annimmt.

Als wäre die Situation nicht nervenaufreibend genug, gibt es da noch die Touristin und Sozialpädagogin aus der Stadt, Gerlinde Logisch (fantastisch gespielt von Nadine Juschka). Sie wirft die Frage auf, wie Kühe kommunizieren und wie man die pädagogische Entwicklung eines Kalbes optimieren kann. Über ihre Ideen reflektiert sie gerne im Garten des Bauernhofs bei einem meditativen Gespräch mit dem Blumenkohl. Doch Gerlinde Logisch ist nicht die einzige Besucherin aus der Stadt. Ann-Kathrin Steppacher, eine neue Freundin von Vrony, ist frisch aufs Land gezogen und überfordert ihre Mitmenschen mit ihrer schnellen und chaotischen Art zu reden. Martina Eckert spielt diese Rolle fabelhaft und beeindruckt die Zuschauer mit der Menge an Text, den sie wie eine Maschinenpistole wiedergibt. Und dann ist da noch Gabriel Maierhans, glaubhaft gespielt von Dieter Botzenhart, der aus Versehen für den neuen Steuerberater gehalten wird, in Wirklichkeit jedoch der Steuerverwalter vom Finanzamt ist. Dieser Irrtum kommt ihm noch teuer zu stehen und führt dazu, dass Schauspieler Dieter Botzenhart körperlich einiges über sich ergehen lassen muss.

Im zweiten Akt spitzt sich die Lage zu. Das Liebespaar Emma und Florian durchlebt eine Krise und ihr Geheimnis droht aufzufliegen. Das Zusammenspiel von Sonja Pfaudler und Marco Schnabel ist dabei amüsant und glaubhaft zugleich. Bauer Rudi Sonnenschein ist währenddessen wütend, weil er einen fremden Mann verdächtigt, eine Beziehung mit seiner Tochter zu haben. Jürgen Wirth verkörpert diese Rolle großartig. Und auch seine Frau Vrony Sonnenschein wird dank der 24-jährigen Bühnenerfahrung von Brigitte Felber hervorragend dargestellt.

Am Ende sind es die zwei „verrückten Stadtweiber“, die der Familie Sonnenschein mit einem neuartigen Geschäftsmodell aus der prekären finanziellen Lage helfen wollen. Auch Florian und Emma erwartet eine Überraschung, mit der sie so nicht gerechnet haben.

Zuschauer dürfen sich auf eine amüsante Komödie auf Schwäbisch freuen, in der sogar eine Kuh aktiv an den Dialogen teilnimmt und es so zum heimlichen Publikumsliebling geschafft hat.

Weitere Spieltage sind Samstag, 11. und 18. November, jeweils um 20 Uhr in der Burggrafenhalle in Burtenbach. Karten gibt es jeweils Montag bis Freitag von 18 – 20 Uhr unter der Telefonnummer 0172/9432519 sowie an der Abendkasse.

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