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Landkreis Günzburg

16.07.2019

Tote Taube trug Virus in sich

Bei einer verendeten Taube wurde die Atypische Geflügelpest nachgewiesen.
Bild: Arno Burgi/dpa (Symbolbild)

Bei einer verwilderten Haustaube in Riedhausen wurde der Erreger der Newcastle-Krankheit festgestellt. Was das Veterinäramt jetzt vorschreibt.

Seit Ende Juni ist aufgefallen, dass sich verwilderte Haustauben im Günzburger Stadtteil Riedhausen auffällig verhalten und verenden. Das Veterinäramt hat deshalb eine verendete Taube beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchen lassen. Es wurde der Erreger der Newcastle-Krankheit („Atypische Geflügelpest“) nachgewiesen, teilt das Landratsamt mit.

Sie ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, beim Auftreten von Symptomen ist der Halter verpflichtet, das Veterinäramt zu informieren. In Hausgeflügelbeständen kann durch die Seuche großer wirtschaftlicher Schaden entstehen und die Bekämpfung wird deshalb staatlich geregelt. Da zurzeit nur ein Befall bei Wildtauben festgestellt wurde, die nicht unter die Geflügelpest-Verordnung fallen, sind lediglich vorbeugende Maßnahmen notwendig.

Nutzgeflügelbestände sind von einer Infektion bedroht und müssen deshalb möglichst umfangreich geschützt werden. Für Hühner und Truthühner ist die Impfung vorgeschrieben. Beim Auftreten der Seuche in Hausgeflügelbeständen werden „gravierende Maßnahmen notwendig“ und die betroffenen Bestände getötet. Zusätzlich müssen Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet werden. Geflügelhandel und Märkte können verboten werden, auch weitere Maßnahmen zur Bekämpfung sind möglich.

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Nächster Impftermin ist am 3. August

Seit Jahren sind regelmäßige Pflichtimpfungen der Haus- und Truthühner im Landkreis durch das Veterinäramt angeordnet. Es handelt sich um Schluckimpfungen, bei denen der Impfstoff über das Tränkewasser verabreicht wird. Der nächste Impftermin im Landkreis Günzburg ist der 3. August. Hühnerhalter sollten sich an den betreuenden Tierarzt wenden.

Zusätzlich zur Impfung ist es nötig, mit sogenannten Biosicherheitsvorkehrungen ein Einschleppen des Virus in die Bestände zu verhindern. Dazu gehört, dass Hygienemaßnahmen beim Betreten der Ställe eingehalten werden und Futter und Tränke so angeboten werden – möglichst nur im Stall –, damit keine Wildvögel angelockt werden. Das Füttern von Tauben und Wildvögeln ist verboten. Es führt nur dazu, dass sich Wildvögel untereinander schneller infizieren. Halter von Haustauben sollen sich wegen spezieller Impfungen mit ihrem Hoftierarzt in Verbindung setzen.

Die tote Taube zeigte zumindest nach Beobachtung der Finderin Krankheitszeichen, die auch bei der Paramyxovirose, einem Newcastle-Virus, vorkommen, erklärt das Veterinäramt. Die Beobachtungen seien durch den Virusnachweis bestätigt. (zg)

Hinweis Ein Merkblatt für Schutzmaßnahmen in Geflügelbetrieben ist im Internet hier abrufbar.

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