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Kreis Günzburg

29.09.2017

Traktor-Hersteller Fendt zieht künftig Lely

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Der erste grüne Ladewagen von Lely (und damit auch Fendt) steht zu Demonstrationszwecken am Produktionsstandort Waldstetten. Das Management von Agco und Fendt informierte die Mitarbeiter vor Ort, was gerade vor sich geht, und reiste dann zum zweiten deutschen Lely-Standort Wolfenbüttel weiter.
Bild: Bernhard Weizenegger

Was sich die beiden Unternehmen von der Übernahme des Ladewagenbauers erhoffen. Und warum am Donnerstag Mitarbeiter in Waldstetten geklatscht haben.

Diese Mitarbeiterversammlung gestern in Waldstetten sei ungewöhnlich gewesen, erzählt Fendt-Sprecherin Manja Morawitz. „Die Leute haben sogar geklatscht.“ Es könnte auch ein Ausdruck der Erleichterung gewesen sein, dass die Übernahme der Lely-Futtererntetechnik durch den Marktoberdorfer Traktorenhersteller unter Dach und Fach ist. Die Verträge müssen noch unterschrieben werden. Aber ab Oktober sind die Besitzverhältnisse andere.

Am Standort Waldstetten werden Ladewagen produziert, die auf dem Feld nach der Vorstellung der Unternehmensverantwortlichen dann am besten von einem Fendt-Bulldog gezogen werden. Das konnte das frühere Familienunternehmen Fendt (Marktoberdorf), das seit 20 Jahren zum global agierenden US-Landmaschinenhersteller Agco zählt, bislang nicht bieten. Agco will mit seinem Premiumprodukt Fendt ein „Full Liner“ sein – einer, der seinen Kunden alles aus einer Hand bieten kann. Lely (früher Mengele) sei da ein geradezu idealer Partner.

Produktion soll ausgeweitet werden

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„Das ist ein gutes Signal für unsere Gemeinde“, wertet Bürgermeister Michael Kusch die unmittelbar bevorstehende Übernahme. Nicht nur, dass die 75 Arbeitsplätze in dem 1250-Einwohner-Ort nahe Ichenhausen erhalten bleiben sollen. Ziel wird sein, die Anzahl noch zu steigern. Das hängt auch davon ab, wie viele Ladewagen für die Ernte künftig hergestellt werden. Bislang sind es etwa 200 im Jahr. Ihr Preis liegt zwischen 30000 und über 100000 Euro pro Wagen. Mittelfristig wird mit der Fertigung von etwa 350 Stück im Jahr gerechnet. Und auch dann sei noch Luft nach oben.

„Es liegt einzig an uns, ob wir uns eine Jobgarantie erarbeiten“, spornt Lely-Geschäftsführer Karsten Schulz (Jahresumsatz: 14 Millionen Euro) seine Mitarbeiter an. Er wisse, dass man in Waldstetten noch effizienter sein könne und alle ihre Hausaufgaben erledigen müssten, „um der Qualität von Fendt in nichts nachzustehen“.

Lely baut die Ladewagen, die Mitte November in Hannover auf der alle zwei Jahre stattfindenden Agritechnica, der weltgrößten Messe für Landtechnik, in grün (Fendt-Farbe) und rot (Firmenfarbe von Lely) vorgestellt werden. Und Fendt kann mit diesem neuen Produkt allein in Europa auf ein Netz von 830 Händlern an 2630 Standorten zurückgreifen. „Über kurz oder lang“, ist Schulz überzeugt, „hätten wir gemerkt, dass die Geschäfte immer schlechter laufen“. Deshalb sei das Aufgehen im Agco-Konzern eine große Chance.

Umwälzungen in der Landwirtschaft

Bedeutende Partner sind kein Nachteil in einer Umwälzungs-Phase, in der sich die Landwirtschaft gerade befindet: Das sagt Fendt-Chef Peter Josef Paffen, der mit Marc Matthäus, Generaldirektor bei Agco, nach Waldstetten gekommen war. Und er sagt vorher, dass sich in den nächsten zehn Jahren durch neue Technologien und Digitalisierung in der Landwirtschaft „mehr verändern wird als in den letzten 2000 Jahren“. In und um Marktoberdorf werden 40 Kilogramm schwere Roboter getestet, die ein Samenkorn zentimetergenau setzen und auf den Feldern Tag und Nacht unterwegs sein können – auch dann, wenn es die Witterung unmöglich macht, dass schwere Maschinen auf den Äckern bewegt werden. 2018 soll eine Kleinserie für Testzwecke gebaut werden.

21 Strategie-Bausteine hat Fendt entwickelt und – um sie begreifbar zu machen – auf Bierdeckelgröße eingedampft: Über allem stehe Qualität; das mit Innovation, dem Partner-Netzwerk, einem Komplettangebot und dem „Fendt-Geist“ gepaart, führe zum Ziel: Wachstum.

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