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Günzburg

06.02.2019

Trauer: Musiker Gerold Foerstl ist tot

Mehr als 150 mal hat Gerold Foerstl mit seinem Cello zusammen mit Organist Siegfried Ranz „eine kleine Kirchenmusik“ gemacht. Trompeter Thomas Seitz unterstützte die beiden Musiker häufig – so auch beim letzten Konzert im Dezember.
Bild: Ranz

Mit „Eine kleine Kirchenmusik“ hat Gerold Foerstl viele Menschen glücklich gemacht. Jetzt ist der Günzburger gestorben. Die Zukunft der Konzertreihe ist ungewiss.

157 Mal ist sie erklungen, die „kleine Kirchenmusik“ in der Hofkirche. 157 Mal haben Gerold Foerstl und Siegfried Ranz gemeinssam, bisweilen unterstützt von Gastmusikern, Dienstagvormittags in der Günzburger Frauenkirche eine musikalische Auszeit vom quirligen Marktgeschehen auf dem Marktplatz gestaltet, zuletzt am 11. Dezember 2018. Ob und wie es dieses Jahr wieder eine Kleine Kirchenmusik geben wird, ist ungewiss – denn das Cello von Gerold Foerstl ist endgültig verstummt. Der Günzburger starb am vergangenen Samstag im Alter von 78 Jahren.

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„Wir sind sehr traurig“, sagt Siegfried Ranz, über neun Jahre der musikalische Partner von Gerold Foerstl an der Orgel. Das es seinem guten Freund gesundheitlich schlecht ging, war Ranz schon lange klar, seit sechs Jahren habe dieser mit seiner Krankheit gerungen – und sich doch nichts anmerken lassen. „Wenn ich ihn fragte, wie geht es dir, sagte er immer: Eigentlich geht es mir sehr gut.“ Der letzte gemeinsame Auftritt im Dezember, bei dem Trompeter Thomas Seitz mit in de Frauenkirche auftrat, hatte jedoch schon eine Vorahnung gegeben. „Die Zuhörer haben es nicht gemerkt, aber wir mussten ihn bisweilen unterstützen, weil er nicht ganz auf der Höhe war.“ Die letzte Zeit seines Lebens hatte Foerstl in Augsburg im Krankenhaus verbracht, wo er am Wochenende gestorben ist. „Am Schluss kommt doch alles zu plötzlich“, sagt Siegfried Ranz.

Gerold Foerstl waren die Musik und seine Freunde wichtig

Musik war neben seiner Familie das zentrale Element im Leben von Gerold Foerstl – davon zeugen nicht zuletzt die Noten, mit denen seine Frau Beate und seine Töchter die Todesanzeige gestaltet haben. Der ehemalige Postbeamte zählte Profi-Musiker zu seinen Freunden, mit denen er regelmäßig musizierte, sagt Siegfried Ranz. Dabei trat er nicht nur bei der "Kleinen Kirchenmusik" auf, die 2015 Jubiläum feierte. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte Foerstl jedes Jahr zusammen mit Profimusikern Privatkonzerte für Post-Kollegen gestaltet – mal in Edelstetten oder Autenried, zuletzt im vergangenen August im Schloss Illertissen. „Wichtig waren ihm die Freunde. Gerold Foerstl war ein geselliger Mensch, unheimlich heiter und freundlich“, erzählt Siegfried Ranz. „Er wollte immer Menschen um sich haben und ihnen mit der Musik eine Freunde bereiten.“ Besonders gefreut hatte sich Foerstl, dass im vergangenen Sommer sogar der regionale Fernsehsender a.tv über die Konzerte berichtete.

Ob es die „Kleine Kirchenmusik“ weiter gibt, ist ungewiss

Seine musikalischen Freunde werden die Trauerfeier am Freitag, 8. Februar, um 13.30 Uhr in der Kapelle auf dem Günzburger Friedhof gestalten. Siegfried Ranz wird dort eine Rede auf seinen Freund halten – über sie macht er sich im Moment ebenso Gedanken, wie über die gemeinsame Konzertreihe in der Frauenkirche. „Ich bin im Moment unschlüssig, was geschehen soll. Es ist ein Stück von mir weggebrochen. Unsere Konzerte standen unter dem Motto „Orgel und Cello“ – und das Cello kann nicht ersetzt werden.“ Ranz sagt, er ringe mit sich, wie und ob die Musikreihe fortgesetzt werden kann. Für eine Entscheidung sei es aber noch zu früh. „Was wir auf jeden Fall machen werden, ist ein Konzert zu seinem Gedenken, das in naher Zukunft stattfinden wird.“

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