Newsticker
Kanzlerin Merkel stellt sich hinter Armin Laschets Vorstoß für einen "Brücken-Lockdown"
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Trinkwasser in Burgau abkochen: Im Wasserschutzgebiet wurde Gülle ausgebracht

Burgau

07.04.2021

Trinkwasser in Burgau abkochen: Im Wasserschutzgebiet wurde Gülle ausgebracht

Im Wasserschutzgebiet ist Gülle ausgebracht worden. Deshalb gilt jetzt in Burgaus Kernstadt und in Oberknöringen ein Abkochgebot für Trinkwasser.
Foto: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Plus Die Brunnen vier bis sechs sind betroffen. Nun laufen Untersuchungen, das entscheidende Ergebnis wird nächste Woche erwartet. Warum die Stadt die Bürger nicht mit Durchsagen informiert hat.

Die Bürger in der Burgauer Kernstadt und dem Stadtteil Oberknöringen sollen seit Dienstagnachmittag das Trinkwasser abkochen (wir berichteten). Jetzt gibt es mehr Informationen dazu.

Wie Bürgermeister Martin Brenner (CSU) auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, sei im Wasserschutzgebiet Gülle ausgebracht worden. Der betreffende Landwirt habe zwar gewusst, dass dies verboten ist, doch der von ihm beauftragte Fahrer habe die Gülle zu weitreichend verteilt. Eben nicht nur auf einer Fläche, auf der dies noch erlaubt ist, sondern auch darüber hinaus. Es habe ein Kommunikationsproblem, „eine Panne“, gegeben. Die Stadt werde in jedem Fall Schadensersatzansprüche geltend machen.

Betroffen sind die Brunnen vier bis sechs. Deshalb sind auch nicht die weiteren Stadtteile, sondern nur die Gebiete, die darüber versorgt werden, vom Abkochgebot betroffen. Man habe diese Brunnen sofort vom Netz genommen, nachdem das Gesundheitsamt des Landkreises die Stadt am Dienstagnachmittag informiert habe – das Landratsamt habe einen Anruf erhalten und sei dadurch auf die mögliche Verunreinigung hingewiesen worden. Die Behörde bestätigt, dass es einen anonymen Hinweis gegeben habe, dem man dann nachgegangen sei.

Burgaus Bürgermeister reagiert auf Kritik in Facebook

Die Stadt habe die Bürger sofort über die eigene Homepage in Kenntnis gesetzt, die Mitteilung habe sich über soziale Medien rasend schnell verbreitet. Am Abend tagte ohnehin der Hauptausschuss, in der Sitzung hätten es dann auch die Mitglieder von ihm erfahren.

Am Mittwochmorgen habe man an die betroffenen Haushalte Handzettel mit allen wichtigen Informationen verteilt. Man habe überlegt, wie es der benachbarte Markt in Jettingen und Scheppach getan hat, die Feuerwehr am Dienstag mit Durchsagen zu beauftragen. „Wir kamen aber zu dem Schluss, dass wir über das Internet genauso schnell sind.“

Zur Kritik einer Nutzerin auf unserer Facebookseite, man solle auch an die Bürger ohne Internet denken, sagt der Bürgermeister, dass er direkt, nachdem die Homepage aktualisiert worden sei, erste Anrufe erhalten habe. Und auch wer bei der Arbeit oder beim Einkaufen ist, erfahre zunächst nur über seine Nachbarn etwas. Mit der offiziellen Mitteilung habe man warten wollen, bis man erste Erkenntnisse über die Ursache hatte, erklärt Brenner.

Die Polizei Burgau ermittelt nicht - es ist ein Fall fürs Landratsamt

Die Brunnen werden jetzt beprobt, das Leitungswasser wird untersucht. Bis die Ergebnisse vorliegen, solle das Trinkwasser abgekocht werden. Der Bürgermeister betont, dass dies rein vorsorglich und vorübergehend sei. Das Leitungswasser solle einmalig sprudelnd aufgekocht und dann langsam über mindestens zehn Minuten abgekühlt werden. Für das Zubereiten von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden solle ausschließlich das abgekochte Wasser benutzt werden. Für andere Zwecke, etwa die Toilettenspülung, könne das Leitungswasser auch so verwendet werden. Die zweite Probe soll übrigens am Freitag genommen werden, nach Auskunft des Wasserwarts rechne man Anfang nächster Woche mit dem Ergebnis.

Zunächst hatte die Polizei Burgau im Fall des im Wasserschutzgebiet in Jettingen ausgebrachten Pferdedungs, der auch zu einem inzwischen aufgehobenen Abkochgebot geführt hatte, angekündigt, zu ermitteln. Doch wie der stellvertretende Inspektionsleiter Peter Hirsch nun auf Anfrage sagt, habe es sich nach bisherigen Erkenntnissen „nur“ um eine Ordnungswidrigkeit und nicht um eine Straftat gehandelt. Dafür sei das Landratsamt zuständig. Und so sei es auch im jetzigen Fall in Burgau. (mit zg)

Informationen Die Stadt Burgau will die Bürger auf ihrer Internetseite www.burgau.de über den aktuellen Stand informieren. Wer Detailfragen zur Gesundheitsvorsorge oder Hygiene hat, soll sich an das Gesundheitsamt des Kreises unter Telefon 08221/95-0 wenden.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren