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Günzburg

07.11.2019

Typisierungaktion: Für Emin packen alle gemeinsam an

Emin fühlt sich im Moment fit genug, um mit seiner Mama Michaela und seinem Papa am Samstag zu der Typisierungsaktion nach Günzburg zu kommen.
Foto: Rebekka Jakob

Am Samstag versuchen Malteser und DKMS, in Günzburg einen Stammzellenspender für den krebskranken Buben zu finden. Die Unterstützung für den Zehnjährigen aus Krumbach ist riesig.

Sylvia-Maria Braunwarth kann es gar nicht anders beschreiben: „Einfach umwerfend, grandios, unglaublich toll“ laufen die Vorbereitungen für die Typisierungsaktion für den krebskranken Emin, die am kommenden Samstag, 9. November in Günzburg stattfinden soll. „Aus uns ist eine richtige Gemeinschaft geworden“, sagt die Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes über die Menschen, die dafür an einem Strang ziehen, für den Zehnjährigen aus Krumbach einen passenden Stammzellenspender zu finden.

Kampf gegen den Krebs: Für Emin wird ein Spender gesucht

Emin leidet, wie berichtet, an einer schweren Form des Lymphdrüsenkrebses, einem Non-Hodgkin-Lymphom. (Lesen Sie dazu auch: Kampf gegen den Krebs: Emin braucht dringend einen Spender) Eine Chemotherapie und eine Therapie mit eigenen Stammzellen hat der tapfere kleine Kerl bereits hinter sich, doch beides reichte noch nicht aus, um den Krebs zu besiegen. Jetzt braucht Emin so schnell wie möglich einen Stammzellenspender, der quasi sein „genetischer Zwilling“ ist. Seine Eltern kommen dafür nicht infrage, sie wurden bereits getestet. Die Malteser und die DKMS hoffen deshalb, über eine Typisierungsaktion in Günzburg einen Spender zu finden – für Emin, aber vielleicht auch für ein anderes erkranktes Kind. Das ist dem Zehnjährigen selbst sehr wichtig, der trotz seiner eigenen schweren Erkrankung immer auch auf andere schaut und anderen helfen möchte.

Ganz Günzburg hilft bei der Vorbereitung der Typisierung zusammen

Jetzt bekommt aber erst mal Emin Hilfe für die Aktion am Samstag. Bei Sylvia-Maria Braunwarth in Günzburg laufen die Fäden der Organisation zusammen, innerhalb von nur zwei Wochen wurde die Typisierungsaktion auf die Beine gestellt. „Die Stadt Günzburg hat uns die Jahnhalle sofort und kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir bekommen dort so viel Unterstützung“, erzählt sie. Außerdem waren unzählige Geschäfte, Restaurants, Apotheken und Praxen bereit, den Flyer mit den Informationen für die Typisierung auszulegen. „Da hat ganz Günzburg zusammen geholfen“, freut sich Braunwarth. Auch in Krumbach und in den Orten der Umgebung sei die Hilfsbereitschaft überwältigend.

Für die Aktion am Samstag haben sich inzwischen 35 freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, Ehrenamtliche und Mitarbeiter von den Maltesern, aber auch andere Menschen aus der Bevölkerung, die etwas beitragen wollen. Auch für Getränke und belegte Semmeln wurde bereits gesorgt.

Begeistert ist Braunwarth bei der Vorbereitung der Aktion auch vom Zusammenspiel zwischen türkischen und deutschen Mitbürgern. „Ich durfte sogar in der Moschee vorsprechen und von Emin erzählen, wo Frauen sonst eigentlich keinen Zutritt haben“, schildert die Koordinatorin. „Man hat dazu für mich eigens eine Ausnahme gemacht, das hat mich sehr berührt.“

Emin freut sich: Er kommt mit seinen Eltern in die Jahnhalle

Emin selbst freue sich genauso wie sie selbst sehr auf den Termin am Samstag. „Ich habe gestern Abend noch mit ihm telefoniert, es geht im Moment relativ gut und er möchte mit seiner Mama und seinem Papa zur Typisierungsaktion kommen.“ Sylvia-Maria Braunwarth würde sich wünschen, dass 1000 Teilnehmer am Samstag mit dabei sind und sich registrieren lassen – „auch wenn man mir gesagt hat, dass 500 eher realistisch sind.“

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann helfen und sich am Samstag, 9. November, von 11 bis 15 Uhr in der Jahnhalle in Günzburg als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit in der Datei registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Mehr Informationen und das Spendenkonto auf der Seite der DKMS. Dort erfährt man auch, wie Menschen helfen können, die nicht zu der Aktion kommen können.

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