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Landkreis Günzburg

22.01.2020

Umweltpreis: Kreisverwaltung sagt Spender ab

Ein Teil des undotierten Landkreis-Umweltpreises ist dieser Glasquader (hier ein Ausschnitt davon).
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Warum die Behörde auf das Dotierungsangebot eines Geschäftsmanns in Höhe von 500 Euro verzichtet.

Würde es nach den Grünen im Kreistag gehen, dann wäre der Umweltpreis, den der Landkreis Günzburg vergibt, nicht nur mit Glasquader, Urkunde und Worten der Anerkennung verbunden, sondern auch mit einem Geldpreis in Höhe von 2000 Euro.

Aber es geht nicht nach den Grünen. Die breite Mehrheit lehnte einen entsprechenden Antrag im Umwelt- und Kreisausschuss ab (wir berichteten). Begründungen dafür gab es reichlich. Sie reichten vom Argument, dass die Preisträger sich nicht wegen einer finanziellen Honorierung für Natur und Umwelt im Kreis Günzburg einsetzten bis zur Befürchtung, dem Preisträger könnten dadurch steuerliche Nachteile entstehen.

Auf die spontane Idee folgt die Ablehnung

Als Christoph Willenborg davon aus unserer Zeitung erfahren hatte, kam ihm die spontane Idee, den Preis, wenn er vergeben wird, jeweils mit 500 Euro zu dotieren. Aus seiner Sicht hat das auch mit Wertschätzung zu tun. Doch das Landratsamt lehnte den Vorschlag des Finanzkaufmanns ab. „Wir dürfen Ihnen mitteilen, dass Ihrem Vorhaben nicht entsprochen werden kann.

Umweltpreis: Kreisverwaltung sagt Spender ab

Es liegt eine Beschlussfassung vom Kreis- und Umweltausschuss vor“, heißt es in einer Antwort an Willenborg wörtlich. Etwas mehr Begründung für diese negative Haltung hätte er sich schon gewünscht, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Entscheidung des Kreistags steht noch aus

Die lieferte am späten Dienstagnachmittag das Landratsamt auf Nachfrage. In der schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Eine Annahme des Angebots von Herrn Willenborg, den Umweltpreis zweckgebunden mit 500 Euro auszustatten, war dem Landratsamt Günzburg schon allein deshalb nicht möglich, weil eine Entscheidung des Kreistages über den Antrag der Kreistagsfraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ vom Herbst 2019, den Umweltpreis zu dotieren, noch aussteht.

Die Kreisverwaltung selbst hat keine Befugnis, in dieser Sache eine Entscheidung zu treffen. Der Umweltausschuss hat im Rahmen der Vorberatung lediglich einen empfehlenden Beschluss getroffen, die endgültige Entscheidung ist dem Kreistag vorbehalten.“

Vom empfehlenden Charakter war zunächst keine Rede

Von dem lediglich empfehlenden Charakter war in der Absage der zuständigen Fachbereichsleiterin an Willenborg jedoch keine Rede.

Weiter heißt es in der Stellungnahme der Kreisbehörde von Dienstag: „Eine derartige Entscheidung betrifft jedoch kein einmaliges Sponsoring, sondern stellt eine dauerhafte Änderung der bestehenden Richtlinien dar, die bisher keine Ausstattung des Umweltpreises mit einem Preisgeld vorsehen. An den zukünftigen Beschluss (die nächste Sitzung des Kreistages findet am 18. Februar 2020 statt) ist die Verwaltung dann im Vollzug gebunden.“ Willenborg selbst dachte auch nicht an ein einmaliges Sponsoring, wie er sagt, sondern an ein dauerhaftes Engagement. Doch so ins Detail war man ja gar nicht erst gegangen.

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