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Ichenhausen

04.05.2018

Und was ist im Notfall ohne öffentliches Telefon?

Früher gab es an fast jeder Straßenecke eine Telefonzelle. Heutzutage sind die öffentlichen Telefone rar geworden. Auch in Autenried soll dieses nun verschwinden.
Bild: Jens Carsten (Symbolbild)

Die Telekom will in Autenried das öffentliche Telefon abbauen. Dafür gibt es allerdings Kritik.

So einfach will es die Stadt Ichenhausen der Telekom mit dem Abbau von öffentlichen Telefonstellen nicht machen. Zwar gab es im Bauausschuss keine Einwände gegen den Abbau des öffentlichen Telefons an der Heinrich-Sinz- Straße beim Rathaus in Ichenhausen, das Telefon an der Riedener Straße in Autenried aber soll nicht ersatzlos verschwinden.

Weil inzwischen fast Jede und Jeder ein Handy hat, werden öffentliche Telefone kaum noch genutzt. Das zeigen die Einnahmen, die die Telekom Deutschland beim öffentlichen Telefon neben dem Ichenhauser Rathaus auf etwa zwölf Euro im Monat beziffert und an der Riedener Straße in Autenried mit Null angibt. Das rechne sich längst nicht mehr, heißt es in einer Mitteilung der Telekom, zumal für Strom, Reinigung, Wartung, Vorhaltung des Telefonanschlusses und anderes monatlich etwa 50 Euro Kosten anfallen. Die Standorte seien also „extrem unwirtschaftlich“, schreibt die Telekom und bittet um Zustimmung zum ersatzlosen Abbau der zwei öffentlichen Telefone. Zudem stünden demnächst „Investitionen in das Telefon und die Unterbringung“ an, was wirtschaftlich nicht vertretbar sei.

Den Mitgliedern des Ichenhauser Bauausschusses leuchteten die betriebswirtschaftlichen Argumente sehr wohl ein, allerdings legten sie das Augenmerk auf einen anderen Aspekt: In Rieden und Autenried ist die Mobilfunkversorgung teilweise miserabel bis nicht vorhanden, so- dass mehrere Ratsmitglieder vehement gegen einen Abbau des öffentlichen Telefons in Autenried plädierten. Ihnen geht es darum, dass jederzeit die Möglichkeit besteht, einen Notruf abzusetzen.

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„In Autenried gibts überhaupt kein Netz“, sagte Stadtrat Ottmar Sauter, „null Netz-Empfang.“ Zudem sei das öffentliche Telefon in Autenried kaputt, wochenlang sei da ein Kabel rausgerissen oder der Hörer hänge irgendwie, das Telefon sei gar nicht funktionsfähig. Sauter forderte deshalb ebenso wie seine Ratskollegen, dass die Telekom „schnellstmöglich“ ein funktionierendes Mobilfunknetz auch für Autenried und Rieden zur Verfügung stellen soll.

Dazu gibt es, laut Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel, schon seit zwei oder drei Jahren einen Vertrag zwischen Schlossbrauerei und den Telekommunikationsanbietern Telekom und Vodafone zur Nutzung des Turms am Malzgebäude. Davon hätten die Telekommunikationsanbieter bisher aber noch keinen Gebrauch gemacht, sagte Strobel.

Vom Bauausschuss ging eine klare Botschaft an die Telekom: Das öffentliche Telefon in Autenried soll erst dann abgebaut werden, wenn es dort ein passables Mobilfunknetz gibt. Außerdem soll die Telekom prüfen, ob wenigstens eine Notrufmöglichkeit eingerichtet werden kann. So lautete der einstimmige Beschluss des Gremiums.

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