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Neujahrsempfang

20.01.2015

Unfassbares gehört und gesehen

Neujahrsempfang der Kreis-CSU im Krumbacher Stadtsaal: Unser Bild zeigt (von links) die Landtagsabgeordneten Dr. Hans Reichhart und Alfred Sauter, Bundesminister Dr. Gerd Müller, den Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein, Landrat Hubert Hafner und Bezirksrätin Stephanie Denzler.
Bild: Manfred Keller

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, tritt bei Kreis-CSU im Krumbacher Stadtsaal für gerechtere Asylpolitik ein

„Schön, daheim zu sein.“ Der das sagt, ist seit gut einem Jahr als Bundesentwicklungsminister im Kabinett Merkel und als solcher in Berlin und in der Welt zugange: Dr. Gerd Müller, in Krumbach geboren, in Oberbleichen aufgewachsen, freute sich spürbar über seine Einladung, Gastredner beim CSU-Neujahrsempfang zu sein. Der Krumbacher Stadtsaal war zu dieser Veranstaltung gut gefüllt mit Gästen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Handel, Handwerk und Gesellschaft.

Müllers Ausführungen hingegen sollten in die Welt gehen und weiterreichende politische und durchaus global wirkende Themen transportieren: Flüchtlingswesen und Asylpolitik ganz obenan ebenso wie der „Islamische Terror“. Weiteres Gesprächsthema: Die Umsetzung der Zukunfts-Charta („Wir sitzen alle in einem Boot.“). Der CSU-Neujahrsempfang in der Region gilt als etablierter Termin zum Jahresbeginn. Landtagsabgeordnetem Alfred Sauter war es vorbehalten, die Zuhörer auf des Ministers Feststellungen und Aussagen einzustimmen. Vorab skizzierte der CSU-Kreisvorsitzende aktuelle Themen aus Sicht der Landes- und Kreispolitik wie etwa Berichte über Investitionen und Finanzmittel für den Ausbau der A8 im Bereich des Landkreises Günzburg.

Gerd Müller beschrieb seinen Zuhörern beeindruckend seine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen bei Besuchen in den Terror- und Kriegsregionen unserer Zeit. Millionen Menschen seien derzeit im Südsudan, in Syrien, im Irak auf der Flucht. Die Zahlen, auch der von Klimaflüchtlingen, würden in Zukunft weiter steigen, wie Müller aufzeigte. Unfassbares sei ihm vor Ort von Flüchtlingen berichtet worden, Unfassbares habe er als Augenzeuge wahrnehmen müssen. Der Minister tritt angesichts der Flüchtlingsdramen konsequent und engagiert für eine gerechtere Asylpolitik ein und spricht „für mehr Solidarität“. Das dränge und zwinge zum aktiven Handeln. „Der Terror muss gestoppt und humanitäre Hilfe muss geleistet werden.“ Flüchtlinge und Asylsuchende aufzunehmen, sei eine Aufgabe, Flüchtlingen und Opfern von Gewalt in den Herkunftsländern eine Perspektive zu geben, eine gleichermaßen genauso wichtige humanitäre Hilfe. Dazu gehöre, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, mit der sie ihr Zuhause wieder aufbauen könnten. Müller: „Wir sind es den Flüchtlingen schuldig, dass sie menschenwürdig leben können.“

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Das Recht jedes Menschen, in Würde zu leben. Der humanitären Forderung widmete der Bundesminister ein weiteres Hauptthema. Jetzt mit Blick in die aktuell vorliegende Zukunfts-Charta zum „Entwicklungsjahr 2015“. Auch in diesem beeindruckenden Redepart waren es wieder schockierende Augenzeugenberichte, wenn Müller zum Beispiel die Arbeitsbedingungen von Näherinnen für die Textilindustrie in Fernost oder der Jugendlichen als Ledergerber in Afrika beschrieb. Auch bei diesem Thema müsse es bei uns „im Denken, Handeln und Tun einen Paradigmenwechsel geben“. Lösungsansätze für nachhaltiges Handeln hier seien nicht nur von der Wirtschaft, der Industrie und ebenso der Politik einzufordern: Müllers Appell galt auch Konsumenten, die beim Kauf von Kleidungsstücken, Textilwaren oder Lebensmitteln sich ernsthaft die Frage stellen sollten, wie sich das eigene Konsumverhalten auf die globale Entwicklung auswirke. In der Summe gehe es darum, die ökologischen und sozialen Mindeststandards einzufordern, somit auch „die Schöpfung zu bewahren“ und nicht zuletzt betroffenen Menschen „eine Perspektive für ein Morgen zu bieten“. Dazu gehöre, die „Wertschöpfungskette fair zu gestalten“.

Dem heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein oblag es, mit kurzen Anmerkungen zur Flüchtlings-Thematik und Asylpolitik und Notizen zur politischen Arbeit im Kreis das CSU-Treffen zu schließen. Die gekonnte musikalische Gestaltung der Veranstaltung besorgte ein Bläserquintett des Musikvereins Krumbach.

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