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Günzburg/Dillingen

09.01.2019

„Unser Ziel: die beste Kundenbank der Region“

Wechsel im Vorstand der VR-Bank Donau-Mindel: Ingo Eberhardt (Mitte) geht nach 17 Jahren im Vorstand der Bank in Ruhestand. Für ihn kommt Stefan Fross (rechts), der mit Alexander Jall (links) das Vorstandsgremium bildet. Fross wird sich als erfahrender Genossenschaftsbanker für das Kundengeschäft verantwortlich sein. Jall ist für die Steuerungs- und Betriebsbereiche zuständig.
Bild: Bernhard Weizenegger

Seit Jahresbeginn ist Stefan Fross neuer Vorstand der VR-Bank Donau-Mindel. Was er dort zusammen mit seinem Vorstandskollegen Alexander Jall vor hat.

Es soll ein fließender Übergang werden – so hat der Aufsichtsrat der VR-Bank Donau-Mindel es beschlossen. Deswegen ist es in den kommenden drei Monaten ein Dreigestirn mit dem gebürtigen Rheinländer Stefan Fross, das den Vorstand der Genossenschaftsbank bildet. Seit einer Woche ist der 56-Jährige im Amt und gerade dabei, gemeinsam mit seinem Vorgänger Ingo Eberhardt und seinem Vorstandskollegen Alexander Jall sein neues Arbeitsgebiet in den Landkreisen Günzburg und Dillingen kennenzulernen.

Die Hälfte der 14 Geschäftsstellen hat er schon besucht, der Rest ist diese Woche dran. Ein Geschenk seiner neuen Kollegen hilft ihm dabei: „Sie haben Visitenkarten aller 250 Mitarbeiter angefertigt, mit Foto und Arbeitsgebiet, nach Standorten sortiert“, erzählt Stefan Fross im Gespräch mit unserer Zeitung. „Auf diese Weise kann ich immer nachschauen, mit wem ich zu tun habe.“ Alle 250 kennenzulernen, dürfte dem Vorstand leichtfallen. Selbst hat er sich und seinen Vorstandskollegen nämlich zum Ziel gesetzt, „ein Vorstand zum Anfassen“ zu sein. Nicht nur für die Mitarbeiter, auch für die 60 000 Kunden der VR-Bank Donau-Mindel in den beiden Landkreisen. „Wer mit uns sprechen möchte, bekommt uns auch“, verspricht Fross.

Die Nähe zu den Kunden, die zum Wesen der Genossenschaftsbank gehört, sieht der neue Vorstand als große Chance, aber auch als Vorgabe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die fortschreitende Digitalisierung macht unsere Welt anonymer. Wir wollen den Kunden das machen lassen, was er selbst auf elektronischem Wege machen möchte. Aber wenn er uns braucht, sind wir da.“

Erstmals hat die Bank mehr als 35000 Mitglieder

Den direkten Draht zur Bank, die Präsenz vor Ort sieht Ingo Eberhardt, selbst inzwischen 17 Jahre Vorstand, als Basis für den Erfolg – weil daraus Vertrauen entstehe. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Einlagenzuwachs von 50 Millionen auf 1,26 Milliarden Euro erreicht.“ Besonders stolz ist Eberhardt auf einen Rekord, den die VR-Bank 2018 aufgestellt hat: Die Zahl von 35 000 Mitgliedern wurde erstmals erreicht. Als Bankvorstand hat Ingo Eberhardt zwei Fusionen mitgetragen – zunächst zwischen Burgau und Dillingen, zuletzt dann vor knapp fünf Jahren mit der Volksbank Günzburg zur VR-Bank Donau-Mindel. Beide Zusammenschlüsse seien die größten positiven Meilensteine seiner Laufbahn gewesen – und zugleich auch die größten Herausforderungen: „Die Fusion ist erst der Anfang – das Zusammenfügen der beiden Banken aber ist die große Aufgabe danach. Man muss die Kunden und die Mitarbeiter dabei mitnehmen – auch hier ist viel Vertrauen notwendig.“

Auf Vertrauen setzten die Bankvorstände auch bei der Führung ihrer Genossenschaftsbank. Entscheidungen treffe der Vorstand nicht im Alleingang, sondern beziehe das erweitere Führungsteam mit ein. Fross: „Man muss dabei vielleicht mehr diskutieren, bis es zu einer Entscheidung kommt. Aber gleichzeitig machen wir Betroffene nicht nur zu Beteiligten, sondern zu Verbündeten.“ Für das Vorstandsteam bedeute dies, Entscheidungen der Führungskräfte nicht nur einzufordern, sondern auch zuzulassen. Werte wie Nähe und Ehrlichkeit seien den Genossenschaftsbanken in die Wiege gelegt, betont Alexander Jall. Danach orientiere sich auch die VR-Bank Donau-Mindel. „Wir sind sicher nicht die besseren Banker oder die besseren Menschen. Aber wir arbeiten in der besseren Unternehmensform.“ Das Genossenschaftsprinzip verpflichte – „deswegen gibt es auch keine guten und keine schlechten Kunden.“

Für Stefan Fross ist das Ziel an seinem neuen Arbeitsplatz klar: „Wir wollen in unserer Region die beste Kundenbank werden. Die Menschen sollen wissen, dass sie hier die fairste und ehrlichste Beratung bekommen.“ Nach den ersten Gesprächen mit Mitarbeitern sieht er die VR-Bank dafür gut gerüstet: „Wir haben hier sehr gute Mitarbeiter, die für die Kunden denken, weil sie selbst aus der Region kommen.“ Als Neuzugang in der Region hat der Rheinländer, der mit seiner Frau seit Mitte Dezember in der Region wohnt, keine Berührungsängste. Im Gegenteil. „Mich hat positiv beeindruckt, wie aufgeschlossen die Menschen hier sind.“ Das gelte übrigens nicht nur für die Kollegen in der Bank: „Neulich an der Supermarktkasse konnte ich einfach mit der Kassiererin ein Schwätzchen halten – das bin ich aus Hessen, wo wir zuletzt lebten, so nicht gewohnt gewesen.“

Die VR-Bank Donau-Mindel und ihre Vorstände

Stefan Fross (56) ist seit dem 2. Januar neuer Vorstand der VR-Bank Donau-Mindel. (Lesen Sie hier: VR-Bank Donau-Mindel bekommt einen neuen Chef) Sein künftiges Aufgabengebiet ist das Kundengeschäft, Vorstandskollege Alexander Jall übernimmt die Steuerungs- und Betriebsbereiche. Fross arbeitete mehrere Jahre bei Großbanken, darunter auch der genossenschaftlichen DZ Zentralbank. 14 Jahre leitete er als Marktvorstand die VR-Bank Werra-Meißner (Nordhessen), zuletzt war er bei der R+V Versicherung im Bereich Projektmanagement und Consulting tätig. Sein Hobby ist die Naturfotografie und die Vogelbeobachtung. Zusammen mit seiner Frau und den Hunden hat Fross bereits Spaziergänge ins Leipheimer Moos unternommen. Seit mehreren Jahren engagiert er sich außerdem für ein Hilfsprojekt in Rumänien, das dem Banker ein besonderes Anliegen ist.

Der bisherige Bankvorstand Ingo Eberhardt geht nach 17 Jahren Amtszeit in den Ruhestand – Ende März wird es so weit sein, wenn dann auch noch offizielle Abschiede bei der Vertreterversammlung und der Versammlung der Mitglieder anstehen. Bis dahin unterstützt er seinen Nachfolger Stefan Fross und seinen Vorstandskollegen Alexander Jall bei der Neuausrichtung ihrer Tätigkeiten.

Aus der Fusion der Raiffeisenbank Burgau mit der Raiffeisen-Volksbank Dillingen (2013) sowie der 2014 erfolgten Fusion der Volksbank Günzburg mit der Raiffeisen- Volksbank Dillingen-Burgau (Lesen Sie hier: Die Bankenehe ist perfekt) entstand die VR-Bank Donau-Mindel. 14 Geschäftsstellen und sieben SB-Geschäftsstellen in den beiden Landkreisen gehören dazu. Gut 250 Mitarbeiter sind für die Genossenschaftsbank tätig, die zum Jahresende 2018 35000 Mitglieder zählte. 60000 Kunden haben hier Konten.

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