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Landkreis Günzburg

28.02.2018

Unternehmer blicken in die digitale Zukunft

Ist virtuelle Wirklichkeit die Zukunft? Kai Thomas von Xcyde in Leipheim ist sich sicher: Wer sich gegen die Transformation stellt, wird es künftig schwer haben am Markt.
Bild: Peter Wieser

Auch im ländlichen Raum schreitet die Entwicklung voran. Bei einem Infonachmittag in Ziemetshausen tauschen sich Unternehmer, Gründer und Strategen aus.

Im aktuellen Ranking der Regionen in Deutschland belegt der Landkreis Günzburg nach einem Vergleich des Magazins Focus von insgesamt 401 Regionen den neunten Platz und befindet sich damit unter den Top Ten (wir berichteten). Dennoch: „Es würde etwas falsch laufen, wenn man sagen würde: Alles gut, alles passt“, so der Landtagsabgeordnete Hans Reichhart. Die Digitalisierung stelle die Wirtschaft wie auch die Politik vor neue Herausforderungen, wie man sie sich vor 15 Jahren noch nicht vorstellen konnte. Im Gegensatz zu den großen Unternehmen, sei es gerade der Mittelstand, der hier an vorderster Front stehe, erklärte der CSU-Politiker bei einer Veranstaltung zu dem Thema in den Räumen der Firma Holzbau Aumann in Ziemetshausen.

Digitalisierung in der Praxis - gebaut wird heute zweimal

Organisiert wurde die Gemeinschaftsveranstaltung, bei der sich Unternehmen und Start-ups über die Chancen, die sich aus der digitalen Entwicklung ergeben, informieren konnten, vom Regionalmarketing Günzburg, der Allgäu GmbH, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Neu-Ulm und des Digitalen Zentrums Schwaben (DZS).

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Es komme heute nicht mehr darauf an, wo sich der Standort eines Unternehmens befinde, sondern vielmehr darauf, wie die technischen Möglichkeiten genutzt würden. Man müsse nicht der große „Player“ in der großen Stadt sein, die Digitalisierung gebe auch kleineren Unternehmen die Chance, sich dem Markt zu öffnen, so Andrea Henkel, Leitung Netzwerkmanagement beim DZS, das sich als Partner der Wirtschaft betrachtet. Das Digitale Zentrum Schwaben hat zwei Standorte – einen in Augsburg und einen in Kempten. Es unterstützt Unternehmer, Gründer und Start-ups in ihrer Entwicklung, bei Projekten der digitalen Transformation und digitalen Geschäftsmodelle. Gerade die Vernetzung mit Start-ups biete Vorteile, die auch für die etablierte Wirtschaft interessant seien. Dabei handle es sich speziell um Aufgaben und Lösungen, denen sich ein Unternehmen nicht selbst stellen wolle, sondern dafür einen Partner suche.

Wie sieht die Digitalisierung in der Praxis aus? Christian Brückner, beratender Ingenieur bei der Aumann-Gruppe, zeigt dies an der Entwicklung des Betriebs der vergangenen 15 Jahre auf. Das Asta Holzwerk, eines der drei Unternehmensbereiche, verfüge über fast voll digitalisierte Prozesse. Gebaut werde heute zweimal: erst virtuell am digitalen Modell, dann real. Zeitraubende Arbeiten auf der Baustelle entfielen dadurch. Das Potenzial neuer Technologien sei ein gewaltiges, sagt Jochen Böck, Geschäftsführer der Boeck GmbH in Leipheim. Das Unternehmen setze auf eine hochgradige Vernetzung. Die Möglichkeit der Digitalisierung mit dem Bilden neuer Prozessketten in der Schleifmitteltechnologie erlaube maximale Leistungsfähigkeit. Mit dem Blick auf das Smartphone sei die Überwachung der unterschiedlichsten Maschinen möglich. Vor allem die Digitalisierung in der Auftragsabwicklung – von der Angebotserstellung bis hin zur Fakturierung – führe nicht nur zu Effizienzverbesserungen, sondern auch zu Mehrwerten.

Kai Thomas: „Wer nicht mitmacht, stirbt“

„Wer nicht mitmacht, stirbt“, stellt Kai Thomas, Geschäftsführer der Xcyde GmbH in Leipheim unmissverständlich klar. Die Märkte änderten sich durch die digitale Transformation immer schneller. Unternehmen, bei denen Marktanalyse und Wandlungswille fehlten, würden früher oder später aus dem Markt ausscheiden. Es gehe um die durchgängige Digitalisierung kompletter Wertschöpfungs-Netzwerke, die vom Lieferanten bis zum Kunden reichten. Das Revolutionäre sei die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen, bei denen Daten im Vordergrund stünden. Diese reichten inzwischen von der Steuerung kompletter Produktionslinien bis hin zur technischen Unterstützung in der virtuellen Wirklichkeit.

Sicher ist, das wurde am Montagnachmittag deutlich: Um am Markt zu bestehen, wird auch bei Unternehmen in den ländlichen Regionen die digitale Transformation künftig nicht mehr wegzudenken sein. Mit dem Förderprogramm Digitalbonus Bayern wird die Digitalisierung und IT-Sicherheit kleiner und mittelständischer Unternehmen durch die Regierung von Schwaben zusätzlich gefördert.

Wege zur Förderung werden im Netz auf der Homepage www.digitalbonus.bayern beschrieben. Die Startseite ist ein Teil des Internetauftritts des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

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