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Landkreis Günzburg

14.06.2019

Vandalen schlagen Christusfigur in Ichenhausen die Arme ab

Die von Vandalen übel zugerichtete Christusstatue kann wieder hergerichtet werden, denn Ichenhausens Kulturreferentin Gabriele Walter hat die abgeschlagenen Arme gefunden und Steinmetzmeister Robert Wiedemann kümmert sich um die Restauration.
Bild: Wolfgang Kahler

Unbekannte haben ein Wegkreuz in Ichenhausen zerstört. Wie ein Steinmetz und eine Kulturreferentin die Figur gerettet haben.

Sie bot einen ziemlich jämmerlichen Anblick: Unbekannte hatten Ende Mai eine wohl gut 100 Jahre alte Christusfigur an der Wilhelmshöhe östlich von Ichenhausen arg ramponiert. Doch es gibt erfreuliche Aussichten: Die Restaurierung des sakralen Werks ist gesichert.

„Es ist eigentlich ein Totalschaden“, beschreibt Robert Wiedenmann den Zustand des Wegkreuzes, auf dem noch einige Splitter von Getränkeflaschen liegen. Der Ichenhauser Steinmetzmeister schätzt die Schadenshöhe auf immerhin zwischen 15 000 und 20 000 Euro, würde sie heute neu angefertigt. Die unbekannten Vandalen haben die etwa 1,50 hohe Figur nicht nur umgeworfen, sondern auch die Arme abgeschlagen. Von der Tat hatte Gabriele Walter über eine Polizeimeldung in der Günzburger Zeitung erfahren.

Der Anblick hat Gabriele Walter erschüttert

Die SPD-Stadträtin und Kulturreferentin war ziemlich erschüttert vom Anblick der demolierten Christusfigur. Der Ichenhauser Bauhof hatte sie zum Steinmetzbetrieb in der Friedensstraße gebracht. Da fehlten aber noch die abgetrennten Arme. Gabriele Walter machte sich gleich auf den Weg zum Standort der Figur, nachdem der Steinmetz sie gebeten hatte, doch zu schauen, ob die fehlenden Teile noch vorhanden seien, was die Restaurierung wesentlich erleichtern würde. Und tatsächlich, einige Meter weg vom Tatort, im Bereich eines Abhanges konnte die Kulturreferentin „nach längerer Suche“ die Arme der Figur entdecken.

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Beim Material der Statue, deren Alter Steinmetz Wiedenmann auf etwa 100 Jahre schätzt, handele es sich um ein Kunststein ähnlich wie Terrazzo. „Die Herstellung war sehr aufwendig“, so der Steinbildhauer. Die Skulptur wurde im Gussverfahren mit einer so genannten verlorenen Form hergestellt. Wiedenmann wird die Restaurierung ausführen und kann den Christus mit abgeschlagenen Arme wieder herrichten. Die Stadt hat sich schon zur Übernahme der Kosten bereit erklärt, nur der Auftrag fehlte bisher noch.

Freude über das Ergebnis

Stadträtin Walter freut sich, dass die Figur wieder aufgestellt werden kann. Schließlich stand sie an dem exponierten Platz, der von zwei Bänken ergänzt wird, schon so lange sie denken kann.

Grundsätzlich liegt der Kulturreferentin viel an solchen historisch besonderen Werke. „Deshalb setze ich mich auch für den Erhalt historischer Grabsteine auf dem Friedhof ein“, sagt Gabriele Walter. Sie hat auch dafür durchaus schon positive Rückmeldung erhalten.

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