Günzburg

15.02.2012

Versetzung gefährdet

„Es steigt niemand in der Schule ab, sondern nur um.“ Beratungslehrerin Claudia Haas.
Bild: dpa

Was tun, wenn das Zeugnis so gar nicht den Wünschen der Eltern entspricht

Von Nadine Bradl

Günzburg Die beiden Worte „Versetzung gefährdet“ prangern die Versäumnisse des vergangenen Halbjahres an. Für jeden lesbar und vor allem für die Eltern gut sichtbar platziert auf dem Zwischenzeugnis. Schlechte Noten sind für Schüler und Eltern eine schwierige Situation, die es gemeinsam zu meistern gilt.

Beratungslehrerin Claudia Haas warnt vor zu großer Panik: „Das Zwischenzeugnis ist nur eine Zwischenbilanz.“ Es soll genutzt werden, um zu erkennen wo etwas geändert werden muss. Aus heiterem Himmel kämen die Noten schließlich nicht: „Wenn Eltern interessiert sind, fällt das Zeugnis für sie nicht überraschend aus“, erklärt die Beratungslehrerin.

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Haas betreut selbst zwölf Grund- und Mittelschulen in der Region und ist sich sicher, im Ernstfall hilft den Eltern nur eines: ruhig bleiben. „Strafen alleine bringen gar nichts“, berichtet sie aus ihrer Erfahrung. Viel wichtiger sei, den schlechten Noten auf den Grund zu gehen. Oft seien die Lerntechniken falsch, so die Beratungslehrerin.

Bei einem abrupten Leistungseinbruch seien oft unvorhergesehene Ereignisse, wie zum Beispiel Streit in der Familie, Trennungen oder Probleme in der schulischen Umgebung schuld. Diese Ereignisse müssten dann aufgearbeitet und der Schüler in seiner Persönlichkeit gefestigt werden, empfiehlt Haas.

Ähnlich sieht das auch Kathrin Steidle, Beratungslehrerin an der Grund- und Mittelschule in Leipheim. Für die Eltern sollte keine Überraschung sein, was dort auf dem Zeugnis zu lesen ist. Denn wer bereits während des Jahres die Noten des Sprösslings im Blick hatte, wird jetzt auch nicht sein blaues Wunder erleben.

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