1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Viele Erinnerungen zum 80. Geburtstag

26.02.2008

Viele Erinnerungen zum 80. Geburtstag

Komplimente sind wie Gewürze: Zu viel davon stößt ab, zu wenig weckt Verlangen. Beim Kaufmann Hans Schöniger, der in seinem von ihm und seiner Ehefrau Zenta von 1950 bis 1996 geführten "Tante-Emma-Laden" in Günzburg zur Legende wurde, möchte man das Verlangen nach mehr wecken. Gerade am heutigen Mittwoch, an dem er 80 Jahre alt wird.

Der Geburtstag lässt beim Jubilar vielfältige Erinnerungen schwelgen - erfreuliche und sehr unerfreuliche. So musste Hans Schöniger als 18-Jähriger mit seiner Mutter Fanny die sudetendeutsche Heimatstadt Abertham verlassen. Über Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz kam er mit seiner Mutter 1947 ins bayerische Günzburg. Hier fand der gelernte Einzelhandelskaufmann seine zweite Heimat.

1958 gab er in dieser zweiten Heimat seiner aus Hochwang stammenden Ehefrau Zenta das Ja-Wort, in der er mit ihr und seinen beiden Kindern Petra und Roland und deren Familien bis heute glücklich und zufrieden ist. Aber Hans Schöniger hat seine Heimatgefühle für Abertham natürlich mitgenommen.

Dort besuchte er während seiner Kindheit und Jugend eine der drei Mittelschulen und absolvierte im Einzelhandelsgeschäft des Kaufmanns Gerald Kraus seine Kaufmannslehre.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dort genoss er mit dem Aberthamer Wanderverein vom Aussichtsturm des 1028 Meter hohen Pleßbergs den weiten Blick in alle Himmelsrichtungen. Und dort sprang er vor allem von der berühmten Bärringer Ludwig-Schuhmann-Schanze hinunter zum Schanzenrekord von 35 Metern. Dort gewann er vor bis zu 30000 Besuchern vier Springen.

Der Sport ließ ihn auch in der zweiten Heimat nicht los. Fußballspiele in Günzburg und Wasserburg, vor allem aber die Günzburger Handballspiele, sahen ihn als Dauergast. Für den 1. FC Nürnberg begeistert er sich bis heute.

In Günzburg war der erst im Rinnweg und dann in der Eichendorfstraße eröffnete Laden von Hans Schöniger bald eine Attraktion. Es gab dort nicht nur ein umfangreiches Warenangebot für den täglichen Bedarf, wer informiert sein wollte, erfuhr im Laden den neuesten Tratsch oder trank auf die Schnelle beim Einkaufen gemütlich ein Bier. Und wem der Heimweg mit der Einkaufstasche zu beschwerlich wurde, den belieferte Hans Schöniger frei Haus.

Schönigers Laden war weit und breit beliebt - mit einer Öffnungszeit von morgens 5.30 Uhr bis in die späten Abendstunden. Selbst wenn jemand um Mitternacht an der Haustür klingelte, gab's bei Schönigers keinen Ladenschluss. Und in den Anfängen des Günzburger Volksfestes gab es dort, wo heute das Landratsamt steht, und später viele Jahre auch am Auweg Hans Schönigers Leckereien.

Jetzt genießt er seinen Lebensabend. Er, dem ein Leben lang Urlaub ein Fremdwort blieb.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Kammeltal_Bund_Infoveranstaltung_4_wk_7919.tif
Verkehr

B16: Gegenwind aus dem Kammeltal

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen