Newsticker

Kultusministerium: Mehr als 8800 Schüler sind in Bayern wegen Corona in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Viele Nachwuchslehrer sind bald arbeitslos

22.07.2010

Viele Nachwuchslehrer sind bald arbeitslos

Landkreis "Mit großem Bedauern" hat die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) im Landkreis Günzburg die Veröffentlichung der Staatsnote für Lehramtsanwärter an Grundschulen zur Kenntnis genommen. Mehr als 1500 Lehramtsanwärter an Grundschulen in Bayern (etwa 72 Prozent) erhielten dieser Tage laut KEG die Mitteilung, dass sie mit einem Notendurchschnitt von schlechter als 1,95 ab September arbeitslos sind. Die KEG fordert, künftig die Einstellungsquoten im Bereich der Grundschulen deutlich zu erhöhen, auch um notwendige pädagogische Verbesserungen im Schulwesen erfüllen zu können.

Vorbild Hamburg

" Bayern sollte sich an Hamburg ein Beispiel nehmen: Dort gibt es per Gesetz künftig an Grundschulen nur noch höchstens 23 Kinder pro Klasse. In Bayern liegt die Höchstschülerzahl immer noch bei 28 bis 30."

Angesichts dessen bedauert die KEG-Kreisvorsitzende Ursula Fleischmann ( Krumbach), dass hoch qualifizierte und teuer ausgebildete junge Lehrkräfte arbeitslos werden, während andere Lehrkräfte künftig bis 67 Jahre unterrichten müssten. Außerdem seien laut ISB-Bildungsbericht Bayern 2009 gut 44 Prozent der Lehrkräfte 50 Jahre und älter gewesen, sodass aufgrund der steigenden Zahl der Ruhestandsversetzungen in den nächsten Jahren vermehrt junge Lehrkräfte benötigt werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

"Als sehr belastend" empfindet die KEG-Bezirksvorsitzende Ursula Kiefersauer (Mindelheim), die als Seminarrektorin unmittelbar mit den Lehramtsanwärtern in der Ausbildung zusammenarbeitet, die derzeitige Situation in den Grundschulseminaren.

"Es ist schon frustrierend, wenn hoch qualifizierte und hoch motivierte Junglehrer über Jahre hinweg nicht die Chance haben, in dem Beruf zu arbeiten, für den sie sich sechs oder mehr Jahre vorbereitet haben. Eine Ausbildung ohne Perspektive können wir uns nicht leisten angesichts der pädagogischen Herausforderungen, die auf die Grundschule zukommen."

Auch wenn die Zahl der Grundschüler in Bayern um fast 18 000 sinke, gebe es die Ankündigung von Kultusminister Spaenle, auf individuelle Förderung zu setzen und jährlich 1000 zusätzliche Lehrer einzustellen, erinnerte der KEG-Landesvorsitzende Jürgen Pache (Augsburg). So sei versprochen worden, das Übertrittsverfahren weiterzuentwickeln und dabei Eltern und Kinder zu begleiten.

Nachholbedarf

Das erfordere ebenso zusätzliche Lehrkräfte wie der Modellversuch "Flexible Grundschule" und die Integration der Kinder mit Migrationshintergrund. Hinzu kämen eine frühzeitige Deutschförderung im Vorschulbereich und der Ausbau der Ganztagesbetreuung, die an Grundschulen noch Nachholbedarf habe. Ebenso erfordere die sogenannte Inklusion, das heißt die Beschulung von Kindern mit Behinderungen in der Regelschule, weitere zusätzliche Planstellen und mehr Personal, betont die Katholische Erziehergemeinschaft. (zg)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren