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Landkreis Günzburg

15.11.2019

Viele werden in heute noch nicht existierenden Jobs arbeiten

Die Arbeitswelt wird sich verändern.
Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Etwa zwei Drittel der heutigen Grundschüler werden einmal in Jobs arbeiten, die es so noch gar nicht gibt. Darauf müssen sich die Betriebe einstellen.

Der Wandel ist in vollem Gange. Und er wird weiter rasch voranschreiten. Heißt: Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung wird es schon in wenigen Jahren viele Berufe nicht mehr geben. Andere werden nur noch dem Namen nach so heißen. Betroffen sind nicht nur Helferberufe, auch Fachkräfte werden sich umstellen müssen – vor allem in den Fertigungsberufen. Weniger betroffen seien etwa soziale Berufe. Das erklärte Werner Möritz, der Leiter der Agentur für Arbeit Donauwörth, im Wirtschafts- und Strukturbeirat des Landkreises.

Jüngere Studien, die bis auf Landkreisebene heruntergebrochen sind, gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel der Kinder, die heute die Grundschule besuchen, in einem Beruf arbeiten werden, den es noch nicht gibt oder der sich inhaltlich stark verändert hat.

Nicht alles muss auch umgesetzt werden

Die Statistiken seien in mancher Hinsicht mit etwas Vorsicht zu genießen, betonte Möritz. Denn nicht alles, was technisch machbar sei, müsse zwangsläufig von den Unternehmen auch umgesetzt werden. Doch insgesamt sei der Trend nicht aufzuhalten. Darauf müssten sich Betriebe wie Beschäftigte einstellen. Möritz: „Darüber muss man die Menschen informieren.“ Eine Folge sei, dass lebenslanges Lernen immer dringlicher werde. „Die Verfallszeit von Wissen wird immer kürzer.“

Nach allen vorliegenden Erkenntnissen werden Fertigungsberufe in besonders hohem Maße von der Digitalisierung betroffen sein. Zwischen 30 und 50 Prozent der Tätigkeiten könnten wegfallen oder sich zumindest stark verändern. Auch in der Handels- und Dienstleistungsbranche werden sich die Berufsbilder erheblich ändern. Weniger tangiert sind Bereiche, in denen Menschen auch künftig unersetzbar sind – etwa in den Gesundheits-, Sozial-, Kultur- und Sicherheitsberufen, erklärte Möritz. Grundsätzlich gilt auch: Je höher ein Mitarbeiter „als Experte und Spezialist“ qualifiziert ist, desto sicherer ist sein Job.

Ein Drittel der Berufe im Landkreis steht vor Veränderungen

Nicht nur nach Berufen, auch nach Regionen und ihrer jeweiligen Wirtschaftsstruktur gebe es Unterschiede. In Metropolen wie München werde sich der Wandel in den kommenden Jahren in Grenzen halten. Grund: Dort ist die Hochtechnologie schon weitgehend vollzogen worden. Anders etwa im Landkreis Günzburg. Rund ein Drittel der momentan ausgeübten Berufe könnte verschwinden oder sich nachhaltig verändern. Mit dieser Quote liege der Landkreis in Schwaben und Bayern in etwa im Mittelfeld, erklärte Möritz. Landkreise will Dillingen oder Donau-Ries könnten aufgrund ihrer momentanen Wirtschaftsstrukturen stärker betroffen sein.

Wie schnell sich der Wandel vollzieht, machte Möritz an einem Beispiel deutlich. Noch vor wenigen Jahren war der „Beruf“ des Influencers unbekannt. Inzwischen gibt es viele, die mit der Internet-Präsentation von Mode- und anderen Trends nicht wenig Geld verdienen.

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