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Waltenhausen

31.08.2016

Volle Energie voraus bei der Waltenhauser Energiewende

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3 Bilder
Eine Schlüsselfunktion im Waltenhauser Energiekonzept hat die Biogasanlage von Landwirt Alois Rampp.
Bild: Peter Bauer

Beim großen Energie-Erlebnistag kann Waltenhausen beachtliche Fortschritte präsentieren. Auch in Sachen Wasser und Radwege gibt es gute Nachrichten.

Papier ist bekanntlich oft geduldig, und wenn es dann gleich noch 194 Seiten sind, dann ist der Stapel richtig dick und schwer. Doch Waltenhausens Bürgermeister Karl Weiß strahlt regelrecht, als er das 194 Seiten umfassende Energienutzungskonzept für seine Gemeinde in die Kamera hält. Denn vieles, was in diesem Konzept formuliert wurde, ist bereits in die Tat umgesetzt oder wird umgesetzt. Die 710-Einwohner-Gemeinde Waltenhausen ganz im Süden des Landkreises ist in Sachen Energiewende Vorreiter und inzwischen Vorbild für viele andere Kommunen. Das Konzept basiert vor allem auf zwei Säulen: Dem Aufbau eines Nahwärmenetzes und einer Pumpentauschaktion der besonderen Art. Alte Heizungspumpen in Gebäuden gelten als große Stromfresser. Sie sollen gegen moderne Anlagen ausgetauscht werden.

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In Gespräch mit unserer Zeitung räumt Weiß ein, dass mitunter viele Einzelgespräche nötig gewesen seien, um die Bürger vom neuen Energiekonzept der Gemeinde zu überzeugen. Doch inzwischen würde der neue Weg von vielen Bürgern der Gemeinde mitgetragen.

Im Frühjahr 2015 beschloss die Gemeinde, ein Energienutzungskonzept zu erarbeiten. Unterstützt wird Waltenhausen dabei von „Renergie Allgäu“. Das sei ein „unabhängiger und neutraler“ Verein, erklärt Weiß. Auch dank der Arbeit von „Renergie Allgäu“ sei es gelungen, viele Bürger beim Energiekonzept mit ins Boot zu holen, sagt weiß.

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Dreh- und Angelpunkt des im Aufbau befindlichen Nahwärmenetzes ist die Biogasanlage von Landwirt Alois Rampp (59) im Süden von Waltenhausen. Bislang sind 35 Haushalte bereit, beim Nahwärmenetz dabei zu sein. Weiß geht davon aus, dass die Planung bis etwa Mitte 2017 umgesetzt werden kann.

Bei der Pumpentauschaktion gibt es laut Weiß unter anderem eine 30-prozentige Förderung durch den Freistaat. Die Aktion sei, so Weiß, gut angelaufen. Es gebe sogar Anfragen aus benachbarten Gemeinden wie beispielsweise Aletshausen und Ebershausen. Auch innernhalb der Familie Weiß liefert das Konzept reichlich Gesprächsstoff. Norbert Weiß, Bruder von Karl Weiß, ist Bürgermeister der Gemeinde Deisenhausen. Auch dort soll ein solches Konzept umgesetzt werden.

Ein weiterer Höhepunkt

Ein weiterer Höhepunkt steht in Kürze an. Am Sonntag, 18. September findet von 10 bis 17 Uhr der Waltenhauser Energie-Erlebnistag statt.

Dreh- und Angelpunkt ist dann das Waltenhauser Bürgerheim. Vorgesehen sind umfangreiche Beratungen und Informationen zu Themen wie Heiztechnik, Photovoltaik (bereits von vielen in Waltenhausen und den Ortsteilen Hairenbuch und Weiler genutzt), Nahwärmenetz, Gebäudesanierung Wärmedämmung und entsprechende Förderprogramme. Geplant ist überdies ein Preisausschreiben. Weiß kann die Besucher dann über die Erfolge des Waltenhauser Energiekonzepts informieren. Zum Beispiel auch darüber, dass die Gemeinde bei regenerativer Erzeugung rund 270 Prozent des Verbrauchs/Bedarfs der Gemeinde produzieren kann. Damit ist Waltenhausen Vorreiter in der Region.

Bei der Vorbereitung solcher Veranstaltungen spielt auch das Waltenhauser Energieteam, eine zwölfköpfige Gruppe in der sich Mitglieder des Gemeinderats und Bürger zusammengefunden haben, eine wichtige Rolle. Auch hier zeigt sich, wie wichtig Bürgernähe und ehrenamtliches Engagement beim Waltenhauser Energiekonzept sind.

Während des Energie-Erlebnistags soll auch der neue Parkplatz am Bürgerheim eingeweiht werden. Und der Tag soll der offizielle Startschuss für den Wassernotverbund mit Krumbach sein. Diverse Verunreinigungen im Trinkwasser (beispielsweise 2013 die Probleme in der Staudenwasser-Gruppe) haben gezeigt, wie wichtig in der Trinkwasserversorgung ein sogenanntes zweites Standbein ist, wenn es Probleme mit dem eigenen Versorgungssystem gibt. „Das Wasserwirtschaftsamt hat auf ein zweites Standbein gedrängt“, sagt Weiß.

Lückenschluss bei den Radwegen

Auch bei den Radwegen tut sich was. Weiß geht davon aus, dass im Jahr 2017 die Lücke im Radweg Waltenhausen-Krumbach auf Krumbacher Seite geschlossen werden kann. Gebaut werden soll 2017 der Radweg Hairenbuch-Ebershausen. Wassernotverbund und Radwegebau gehören zwar nicht offiziell zum Energienutzungsplan der Gemeinde. Und doch runden sie dieses Konzept auf eine bemerkenswerte Weise ab.

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