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Offingen

19.10.2017

Vom Traum, vor der Kamera zu stehen

Jonas Stenzel träumt davon, als Filmschauspieler oder Comedian sein Geld zu verdienen. Er geht auf eine der renommiertesten Schauspielschulen Deutschlands.
Bild: Magnus Lechner

Jonas Stenzel aus Offingen will die Schauspielerei zum Beruf machen. Bald ist er in einem Werbespot und im ZDF zu sehen.

Schauspieler sein. Für viele der typische Traumberuf als Kind, der als Jugendlicher und Erwachsener dann meist unerreichbar scheint. So erging es auch Jonas Stenzel. Mit 13 Jahren begann er, im Kreise seiner Verwandten mit Cousins und Cousinen kleine komödiantische Vorstellungen vor der Familie darzubieten. Schnell wurde ihm bewusst, dass es ihm unglaublich Spaß machte, in andere Rollen zu schlüpfen.

Doch seine Cousins und Cousinen kamen bald in ein Alter, in dem es ihnen eher peinlich wurde, Stücke aufzuführen. Aber Jonas hatte bereits seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckt. Auch wenn er es nur für ein Hobby hielt, steckte er viel Kraft und Energie in seinen Traum und entwickelte dann alleine ein eigenes Showprogramm als Comedian. Damit trat er auf den verschiedensten Festen wie Hochzeiten, Geburtstagen oder Weihnachtsfeiern auf, aber auch auf Open Stages im Roxy Ulm oder in München.

Trotzdem begann er mit 18 eine Ausbildung zum Industriemechaniker. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Schauspielerei zu meinem Beruf zu machen“, berichtet der 23-Jährige. „Aber im zweiten Lehrjahr wurde mir klar, dass ich nicht als Industriemechaniker mein Leben verbringen wollte.“

Auf dem Stundenplan stehen Tanz, Gesang, Filmgeschichte und mehr

Eher aus Spaß und ohne ernsthafte Hoffnung bewarb er sich an der renommierten Münchner Schauspielschule Zerboni. „Es war wirklich eher ein Gag. Als ich dann einige Wochen später benachrichtigt wurde, dass ich angenommen war, konnte ich es kaum fassen.“ Trotz seiner Freude über die Zusage und seines Unmuts gegenüber seiner Ausbildung schloss er diese ab, um einen Plan B zu haben.

Dann endlich ging es los: Der Offinger zog nach München und lernte das Leben eines Schauspielschülers kennen: Auf dem Stundenplan stehen Tanz, Gesang, Theatergeschichte, Filmgeschichte, verschiedene Schauspieltechniken, und, und, und. „Ein wichtiges Fach ist auch die Sprecherziehung. Man mag es nicht glauben, aber sich das Schwäbisch abzugewöhnen, ist sehr schwer.“ Man lerne nicht nur schauspielern, sondern auch, wie man seine eigenen Emotionen gezielt einsetzen kann, um sich in die Rolle einzufinden. „Dadurch lernt man sich selbst sehr gut kennen“, betont Jonas.

An der Zerboni lernen derzeit 53 Schüler das Schauspielhandwerk. „In meiner Klasse sind es 22, aber es ist nicht sicher, ob es alle bis in das dritte Jahr, die Masterclass, schaffen werden.“ Auf der Schauspielschule werde nicht nach herkömmlichen Noten bewertet, sondern nach dem Gesamteindruck, der Weiterentwicklung und den Leistungsverbesserungen.

„Wir erhalten von den Dozenten so gut wie kein Feedback. Damit muss man auch umgehen können. Man geht aus einer Prüfung heraus und kann nicht einschätzen, ob sie gut oder schlecht war“. Im Großen und Ganzen aber sei kein Feedback am besten: „Wenn es nichts auszusetzen gibt, wird auch nichts gesagt“, erklärt Jonas.

Ein schuleigener Agent vermittelt den Schülern Castings

Natürlich geht es sehr praktisch zu an der Münchner Schule. Sie verfügt über einen schuleigenen Agenten, der den Schülern Castings vermittelt, durch die sie Rollen in Filmen oder Serien erhalten können. Jonas hatte schon mehrmals die Möglichkeit, ein solches Casting für sich zu entscheiden. Ab Mitte November zum Beispiel wird man ihm im neuen Online-Werbespot von McDonald‘s begegnen. Auch im Fernsehen wird er zu sehen sein: In „Die Persil-Story“ spielt er eine entscheidende Nebenrolle.

So ein Drehtag laufe immer ganz spontan ab. „Ich habe meist nur das Datum.“ Die sogenannte Dispo erhalte er manchmal erst am Abend vor dem Drehtag. „Man muss flexibel sein. Es kann gut sein, dass die Dispo spät kommt und da dann plötzlich steht, morgen um acht Uhr wirst du vom Fahrer abgeholt.“ Danach gehe es in die Maske und dann ins Kostüm.

„In einem Film oder einer Serie dabei zu sein, ist ein tolles Gefühl“, sagt Jonas. „Egal ob man die Hauptrolle hat, ein Nebendarsteller oder Statist ist. Sobald man sich als Schauspieler auf dem Set befindet, wird man sehr gut und offenherzig behandelt.“ Auf so einem Dreh gehe es unglaublich freundlich und offen zu. „Wenn man sich bemüht und nett zu den Leuten ist, kriegt man das auch zurück.“ Oft muss man zwischen seinen Einsätzen mehrere Stunden warten. „Auf Knopfdruck muss man wieder bereit sein: Selbst, wenn ich eine ganze Weile nur rumgestanden bin, muss ich vor der Kamera dann wieder alles geben können.“

Im Bereich Film und Fernsehen sieht der Schauspielschüler auch seine Zukunft: „Mir gefällt zwar auch das Theaterspielen, aber als Beruf würde ich es bevorzugen, vor der Kamera zu stehen“, erklärt Jonas. „Mein Traum ist es, mit der Filmschauspielerei oder als Comedian mein Geld zu verdienen.“

Mit diesem Wunsch ist er in seiner Schule genau am richtigen Ort. „Die Zerboni ist eine der besten Schulen im Land, die im Bereich Filmschauspiel ausbildet.“

Einschalten Wer Jonas in Action erleben will, sollte am 24. Oktober einschalten: Dann wird er ab 20.15 Uhr im ZDF in „Die Großen Clans Deutschlands – die Persil-Story“ zu sehen sein.

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