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Günzburg

27.10.2018

Von diesem Besuch bleibt mehr als eine Unterschrift

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert hinterlässt zum Abschied von seinem Amt nicht nur eine Unterschrift im Goldenen Buch der Stadt Günzburg – er hat Projekte auf den Weg gebracht, die in die kommenden Jahre ausstrahlen. Bezirksrätin Stephanie Denzler, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und die Bürgermeister Anton Gollmitzer und Ruth Niemetz sekundierten ihm dabei.
Bild: Rebekka Jakob

Der scheidende Präsident des Bezirkstags Jürgen Reichert hat für Günzburg noch einiges auf den Weg gebracht.

Soviel ist sicher: Jürgen Reichert wird gerne wieder nach Günzburg kommen, auch wenn er nach dem 8. November nicht mehr Bezirkstagspräsident in Schwaben ist. Immerhin verbinden ihn mit der Stadt 40 Jahre seines Lebens, in unterschiedlichsten Funktionen. Die Spuren seiner Arbeit bleiben Günzburg ebenfalls – gerade in den vergangenen Jahren und Monaten seiner Arbeit hat Reichert nämlich Projekte begleitet und angestoßen, die in die Zukunft der Großen Kreisstadt gerichtet sind. Über einige davon sprach er bei seinem Abschiedsbesuch, zuerst bei Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, dann beim offiziellen Empfang im Münzkabinett des Rathauses, wo er sich ins Goldene Buch eintrug.

Sein Vorgänger im Amt des Bezirkstagspräsidenten war tatsächlich derjenige, der erstmals bewusst seinen Blick auf Günzburg gerichtet habe, erzählte Reichert. „Das war 1978. Georg Simnacher sagte mir: Ich hab da ein Projekt in Günzburg, das unbedingt weitergeführt werden muss.“ Durch das katholischen Jugendwerk sei eben jenes Projekt übernommen und weitergeführt worden, „heute hat sich Pro Arbeit zu einem großen und wichtigen Arbeitgeber entwickelt“, so Reichert. Auch mit dem Kolping-Bildungswerk hatte er Projekte in der Stadt umgesetzt.

Ein wichtiges Projekt weiterentwickelt

„Günzburg war immer ein Wegbegleiter für mich.“ Hier konnte er auch ein Herzensanliegen seines Vorgängers weiterentwickeln: die Bezirk-Schwaben-Stiftung, heute Dr.-Georg-Simnacher-Stiftung. Hier gab es zum Ende von Reicherts Amtszeit noch eine wichtige Weichenstellung – die Errichtung eines weiteren Gebäudes mit 30 neuen Wohnungen(wir berichteten). In der Nachbarschaft könnte bald ebenfalls gebaut werden: Die Gespräche mit dem Landkreis über Grundstücke für ein neues Kreisaltenheim als Ersatz für das Wahl-Lindersche-Heim Günzburg seien gut verlaufen, der Bezirk stelle das Areal zur Verfügung. „Wieder ein soziales Projekt, das super zu den vorhandenen Einrichtungen passt.“

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Wichtig ist Reichert auch die Entwicklung des Bezirkskrankenhauses Günzburg. „Wir haben hier die einmalige Chance, ein Jahrhundertprojekt umzusetzen“, sagte der Bezirkstagspräsident mit Blick auf den Neubau der Psychiatrischen Klinik als größter Posten im 100-Millionen-Euro-Paket des BKH. „Dieser Standort ist damit für die nächsten 100 Jahre ein zentrales Standbein für den Bezirk“, prophezeite Reichert. „Wir hatten damals das große Glück, den Kooperationsvertrag mit Baden-Württemberg zu schließen und die Uni Ulm als Partner zu bekommen. Das war eine wichtige Ausgangslange für Günzburg.“ Dass Professoren aus der Günzburger Klinik seit Jahren auf Bestenlisten wie beim Magazin Focus gelangen, mache die Einrichtung bundesweit einzigartig.

Die Menschen haben ihn am meisten bewegt

Es sind die Menschen, die Reichert in seinen 15 Jahren im Amt am meisten bewegt haben – ob es eine junge Frau ist, die er bei seinem ersten Besuch in Ursberg kennenlernt, wo sie nach einem schweren Reitunfall lebt. Oder der Oberbürgermeister der Stadt Günzburg, Gerhard Jauernig, mit dem er Fußball spielte. „Ich habe unheimlich viele Menschen kennengelernt und Freunde gefunden“, so Reichert. Mit Blick auf den künftigen Bezirkstag, in dem Stephanie Denzler (CSU) den Landkreis erneut vertreten wird, sagte Reichert: „Als Bezirkstag sind wir der soziale Kitt in unserer Gesellschaft. Wir müssen Politik für die Menschen machen, die uns anvertraut sind.“

Hören wird man von Reichert auch nach der Amtsübergabe noch, versprach er vor den Vertretern der Stadtratsfraktionen und der Stadtverwaltung im Münzkabinett – mit Vorträgen werde er sich zu Wort melden, sagte er. In mehr als einer Hinsicht wird also mehr vom scheidenden Bezirkstagspräsidenten in Günzburg bleiben, als seine Unterschrift im Goldenen Buch.

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