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Leipheim

25.03.2020

Wanzl unterbricht wegen Pandemie seine Produktion

Homeoffice, Mehrschichtbetrieb, strikte Beachtung von Hygieneregeln und nun die anstehende Unterbrechung der Produktion
Bild: Bernhard Weizenegger

Wie der weltgrößte Einkaufswagen-Hersteller auf die Pandemie reagiert. Warum er diesen Schritt geht. Und was die Verantwortlichen optimistisch stimmt.

Mit einem umfassenden, präventiven Maßnahmenpaket reagiert Wanzl auf die Corona-Pandemie. Sämtliche Maßnahmen dienen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, dem wichtigsten Ziel, die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen sowie die Infektionsketten aufzubrechen.

Die Schutzvorkehrungen für die Belegschaft wurden bereits in den letzten Wochen kontinuierlich intensiviert. Dazu zählen strikte Hygienevorschriften sowie Reduzierung der Kontakte in allen Unternehmensbereichen, beispielsweise durch Homeoffice für Schreibtischarbeitsplätze oder die Umstellung von Ein- auf Mehrschichtbetrieb in der Produktion, um die Anzahl gleichzeitig anwesender Mitarbeiter zu reduzieren.

Produktion wird in allen deutschen Werken gestoppt

Nun geht das Unternehmen zum Schutz der Mitarbeiter in den Werken einen weiteren Schritt: Vom kommenden Montag, 30. März, bis Donnerstag, 9. April, wird die Produktion in allen deutschen Werken unterbrochen.

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Während dieser Zeit arbeiten alle anderen Funktionen – im Wesentlichen aus dem Homeoffice – in reduzierter Besetzung weiter, sodass die Wanzl-Kunden möglichst wenig von der Pause spüren. Der normale Arbeitsbetrieb beginnt wieder nach dem Osterwochenende am Dienstag, 14. April.

Die Produktionspause erzielt aus sicht der Wanzl-Verantwortlichen zwei Effekte. Zum einen können Mitarbeiter über 14 Tage in häuslicher Isolation verbringen, was die Ansteckungsgefahr deutlich minimiert und die Wahrscheinlichkeit einer infektionslosen Wiederaufnahme der Arbeit deutlich erhöht. \u0009Zum anderen wird diese Phase für Umbaumaßnahmen in den Werken zur Optimierung des Infektionsschutzes genutzt.

Wanzl geht von länger andauernder Krise aus

„Das Wichtigste ist die Sicherstellung der Gesundheit unserer Mitarbeiter, sie ist natürlich auch Voraussetzung für den künftigen, funktionierenden Geschäftsbetrieb. Daher tun wir alles, um unsere Belegschaft bestmöglich zu schützen. Mit den Umbaumaßnahmen können wir die Einhaltung des geforderten Mindestabstandes noch besser gewährleisten. Zudem integrieren wir Desinfektionsabläufe und installieren Spuck- und Niesschutzvorrichtungen“, erklärt Klaus Meier-Kortwig, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Wanzl, und ergänzt: „Wir setzen alles daran, dass das Risiko einer Infektion während der Arbeit bestmöglich reduziert wird, idealerweise auf ein Niveau ähnlich dem, dem jeder auch im privaten Bereich ausgesetzt ist.“

Bei Wanzl geht man auch davon aus, dass es sich um eine länger andauernde Krise handelt. „Wir sorgen mit der Produktionsunterbrechung jetzt dafür, dass wir in den kommenden Wochen oder gar Monaten Risiken einer Ansteckung minimieren, um zum einen unsere Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, zum anderen aber auch unsere Kunden langfristig ohne große Ausfälle beliefern zu können.“, so Meier-Kortwig weiter.

Lieferkette ist derzeit noch stabil

Während der Produktionsunterbrechung ist die Versorgung der Kunden dank der Vorproduktion gesichert. Wanzl unterstützt maßgeblich den Lebensmitteleinzelhandel, der als systemrelevante Branche aktuell einen sehr wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leistet, indem er die Grundversorgung der Menschen sicherstellt. „Wir müssen reaktions- und lieferfähig bleiben, um unseren Kunden so gut wie möglich unter die Arme zu greifen. Unter anderem arbeiten wir an Lösungen zum Schutz der Mitarbeiter unserer Kunden in den Läden, beispielsweise zur Vereinzelung am Eingang und im Kassenbereich, zur Optimierung der Kundenführung oder zur Schaffung eines effektiven Spuck- und Niesschutzes“, so Meier-Kortwig.

Mögliche wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie sind bei Wanzl noch nicht absehbar. Derzeit sind die Lieferketten noch stabil und die Produktionsfähigkeit ist gewährleistet, sodass ein Großteil der Liefertermine eingehalten werden kann. Wanzl Geschäftsführer Meier-Kortwig sagt dazu: „Die Situation stellt uns, wie alle anderen, vor enorme Herausforderungen. Wir sind aber zuversichtlich, diese zu meistern. Unsere Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Produktionsfähigkeit bei gleichzeitiger Minimierung des Infektionsrisikos für unsere Mitarbeiter greifen. Dazu haben wir unter anderem in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat ein Konzept zum Abbau von Gleitzeitstunden und Urlaubstagen beschlossen. Des Weiteren werden wir im Notfall auf Kurzarbeit umstellen. Zudem stimmt uns die Tatsache optimistisch, dass viele unserer Kunden wirtschaftlich nicht betroffen sind, sondern im Gegenteil weiterhin gute Umsätze machen.“

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