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Kreis Günzburg

08.11.2017

Wanzl will Wachstum weiter anschieben

Die Produktion von Einkaufswagen bildet nach wie vor den Kern des Geschäfts bei Wanzl. Andere Felder sollen ausgebaut und neue Märkte erschlossen werden.
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Die Produktion von Einkaufswagen bildet nach wie vor den Kern des Geschäfts bei Wanzl. Andere Felder sollen ausgebaut und neue Märkte erschlossen werden.
Bild: Wanzl Metallwarenfabrik

Das Unternehmensziel ist inzwischen auch in der Geschäftsführung verankert – mit einem Bereich „Expansion“. Wie die Mitarbeiter künftig Erfolg und Misserfolg spüren werden.

Normalerweise ist Jürgen Frank als Marketingchef der Firma Wanzl darum bemüht, Medienvertreter auf die Leipheimer Metallwarenfabrik aufmerksam zu machen. Im Augenblick geht das fast wie von selbst – Funk und Fernsehen fragen um Termine nach. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Frank. Gestern war der Deutschlandfunk da, vor Kurzem ein Fernsehteam, das für das Wissensmagazin Galileo des Senders Pro Sieben Aufnahmen gemacht hat.

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Das liegt unter anderem daran, dass der Hersteller mit dem weltweit größten Ausstoß von Einkaufswagen (2,5 Millionen Stück im Jahr) Teil einer Handelswelt ist, die sich im Aufbruch befindet. Und Wanzl beschleunigt diesen Veränderungsprozess hier und dort mit innovativen Produkten. Der smarte Einkaufswagen der Zukunft gehört dazu. Et korrespondiert mit der entsprechenden Station im Discounter.

Insgesamt gibt es sechs Geschäftsfelder  

Wanzl will Wachstum weiter anschieben

88 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das Familienunternehmen im Bereich des Lebensmittel-Einzelhandels (Ausstattung mit einzelnen Modulen oder komplette Ladeneinrichtungen). Dabei gibt es noch vier weitere Geschäftsfelder: Logistik und Industrie ist ein Zweig davon, der inzwischen sechs Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Und die Bedeutung, ist der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Meier-Kortwig, überzeugt, wird wachsen. Die Beliebtheit des Internets als Bestellplattform scheint grenzenlos. Aber: Die Waren müssen dann innerhalb kürzester Zeit geliefert werden – und davor entsprechend kommissioniert.

Das bedeutet zwangsläufig auch, dass die Zahl der Rollcontainer in den Warenlagern des Paketdienstes DHL oder der Online-Versandhändler Amazon und Zalando zunehmen. Mit all diesen Unternehmen arbeitet Wanzl zusammen.

David und Goliath

Die restlichen sechs Umsatz-Prozente verteilen sich auf die Geschäftsfelder Airport (Gepäcktransportwagen), Zutrittslösungen (in Büros, Einkaufsmärkte, Fitnessstudios, Flughafen) und Hotel-Service (Zimmermädchenwagen auf Schiffen). Insbesondere bei den Leit- und Sicherheitssystemen, die Personenströme lenken und Bereiche abgrenzen sollen, sieht die Geschäftsführung großes Wachstumspotenzial. „Hier sind wir noch ein David, aber jeder hat mal klein angefangen“, sagt Meier-Kortwig.

 Den Goliath geben die Leipheimer als Geschäftspartner des stationären Einzelhandels. Die Discounter heben sich heute in ihrem Erscheinungsbild deutlich von früheren Zeiten ab: Das Auge kauft mit. Designlösungen mit pfiffiger Funktionalität sind gefragt. Und das Auge isst mit, worauf sich Wanzl ebenfalls eingestellt hat. Foodtrucks, die im Supermarkt stehen, sind kein Zukunftsmodell mehr. Das Würstchen wird ausgesucht – und vor den Augen der Kundschaft gebraten. Auch hier liefern die Leipheimer sozusagen die Hardware.

Europa und Russland hat Wanzl bereits gut abgedeckt. Um seinen Einflussbereich weiter in nennenswertem Umfang zu vergrößern, werden neue Märkte gesucht: in der Asien-Pazifik-Region, im Nahen und Mittleren Osten, in Nord- und Südamerika sowie in Nordafrika. Aus diesem Grund ist seit Juni mit Ralph Boehlke ein fünftes Mitglied in der Geschäftsführung tätig – ein Handlungsreisender in Sachen Wanzl mit dem Zuständigkeitsbereich Expansion.

Fünf Wanzl-Werke in Schwaben

Die fünf deutschen Werke von Wanzl liegen allesamt in Schwaben (Leipheim mit drei Produktionsstätten, Kirchheim im Unterallgäu und Kaufbeuren). Die nicht tarifgebundene Firma will künftig die Lohn- und Gehaltsentwicklung an das Erreichen des nach außen nicht kommunizierten Renditeziels knüpfen. Dann soll es ab dem kommenden Jahr eine zweiprozentige Steigerung geben. Wird es übertroffen, sollen es drei Prozent sein. Wird es verfehlt, ist mit 1,5 Prozent zu rechnen. Und für schlechte Zeiten sei es auch möglich, dass die Lohnerhöhung einbehalten werde.

Auf den Betriebsversammlungen „hat es dafür zwar nicht den großen Applaus gegeben. Aber von den Führungskräften wurde uns zurückgespiegelt, dass viele dafür Verständnis haben und durchaus erkennen, dass sich bei einer positiven Entwicklung auch Chancen bieten“, sagt Finanz-Geschäftsführer Frank Derks.

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