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Kreis Günzburg

03.11.2017

Warum Sporthallen teurer werden sollen

An der Realschule Burgau befindet sich eine der sieben landkreiseigenen Turnhallen. Sportvereine sollen ab 2018 für die außerschulische Nutzung der Hallen deutlich mehr bezahlen als bisher. Das ist der Plan der Kreisverwaltung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Kämmerer Gernot Korz sieht keinen anderen Weg als eine Anhebung. Damit will der Landkreis vorbeugen.

Es ist eine satte Erhöhung des Nutzungsentgelts, das der Landkreis Günzburg von den Sportvereinen erheben will, die künftig eine der sieben landkreiseigenen Hallen in Burgau, Thannhausen, Günzburg, Krumbach und Hochwang beanspruchen. Bisher musste ein Sportverein pro Hallenteil und Stunde 6,50 Euro zahlen für Erwachsene. Bei der Nutzung durch Kinder und Jugendliche war die Sache mit 3,10 noch ungleich günstiger. Bei einer Zweifachhalle und zweistündigem Jugendtraining sind bislang also 12,40 für den Verein angefallen. Künftig werden es nach der Vorstellung der Kreisverwaltung 56 Euro sein. Die Entgelte liegen damit bei Kindern und Jugendlichen mehr als viermal so hoch.

Noch ist nichts beschlossene Sache. Aber Kreiskämmerer Gernot Korz kennt keinen anderen Weg. Er wird bei der Sitzung des Kreisausschusses am Montag vorschlagen, die Nutzungsgebühr auf 14 Euro pro Stunde und Hallenteil zu erhöhen – ein Vorschlag, der sich an der untersten Grenze dessen bewegt, was der Kommunale Prüfungsverband in einem Gutachten festgestellt hat.

Der Gesetzgeber sehe eine klare Trennung der Aufgaben zwischen dem Landkreis und den Gemeinden vor, begründet der Günzburger Kreiskämmerer. Und die Förderung des Breitensports zähle eindeutig zum Bereich der Gemeinden. Bei der Jugendförderung dürfe sich der Landkreis dagegen sehr wohl einbringen. Das zu unterscheiden, sei schwierig; eine Sporthalle, indem ausschließlich Kinder und Jugendliche trainieren und spielen, gebe es nicht.

Durch das, was der Kreisausschuss beschließen soll, will sich der Landkreis nicht angreifbar machen, sagt Korz. Denn es sei durchaus möglich, dass eine Kommune den Klageweg erfolgreich beschreite, wenn sie die Kreisumlage als zu hoch empfinde und gleichzeitig kreisfremde Leistungen vom Landkreis finanziert würden. „Wir müssen ja nicht warten, bis es soweit ist.“ Das jährliche Betriebskostendefizit für die Landkreishallen beträgt ungefähr eine halbe Million Euro – vermindert nur durch die Einnahmen von bisher gut 20000 Euro. Diese könnten ab dem Jahr 2018 auf fast 76000 Euro steigen.

Verständnis hat Korz, „wenn Sportvereine das nicht ohne weiteres nachvollziehen können. Aber ich sehe keine andere Lösung.“ Und was ist, wenn die Kreisräte am Montag nicht mitspielen? Korz: „Dann haben wir ein Problem.“ ioa

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