1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Was dem neuen Chef der Cityinitiative wichtig ist

Günzburg

07.09.2019

Was dem neuen Chef der Cityinitiative wichtig ist

Zum neuen Vorsitzenden der Cityinitiative Günzburg ist Stefan Fross (Mitte) gewählt worden. Er ist Nachfolger von Stefan Weißenhorner (rechts). Auf dem Foto sind die übrigen Vorstandsmitglieder der Cityinitiative zu sehen.
Bild: Kaiser

Stefan Fross ist neuer Vorsitzender der Organisation in Günzburg. Er sagt, es sei viel in der Stadt erreicht worden. Aber es müsse noch mehr getan werden. Und er nennt Beispiele.

Stefan Fross hat durchaus kritische Töne angeschlagen. In der Günzburger Geschäftswelt müsse „der Egoismus in den Hintergrund treten“, betonte der neue Vorsitzende der Cityinitiative. Vielmehr gelte es, gemeinsam und auf breiterer Basis die Stadt noch attraktiver zu gestalten und weiter zu entwickeln. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung war Fross am Donnerstagabend im Panoramasaal der VR-Bank einstimmig zum Nachfolger von Stefan Weißenhorner gewählt worden. Dieser hatte sein Amt nach viereinhalb Jahren aus privaten und beruflichen Gründen abgegeben.

Fross wandelte ein Zitat des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy ab: „Frage nicht, was deine Stadt für dich tun kann, sondern frage, was du für die Stadt tun kannst.“ Nicht nur in dieser Hinsicht gebe es „Handlungsbedarf“. In seiner Vorstellungsrede sprach der neue Vorsitzende eine Reihe von Punkten an, die diskussions- und verbesserungswürdig seien.

Günzburg ist zu seiner "Traumstadt" geworden

Seit 1. Januar ist Stefan Fross Vorstandsmitglied der VR-Bank Donau-Mindel. In dieser Zeit sei Günzburg zu seiner „Traumstadt“ geworden. Nicht umsonst werde die Stadt das „Schwäbische Wien“ genannt. Viel sei also erreicht worden, nicht zuletzt dank des Engagements der Verantwortlichen in der Cityinitiative. Fross: „Es ist eine gute Basis gelegt worden.“ Es müsse aber noch mehr getan werden.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

So sei die grundsätzliche Frage zu stellen, an wen sich die Cityinitiative wende. Bislang seien das vor allem Händler und Gastronomen. Künftig müssten verstärkt Unternehmen, Verbände und Organisationen, aber auch die Bürger eingebunden werden. Es gelte, mehr Mitglieder und Aktive zu gewinnen, zumal es um die Finanzen der Cityinitiative nicht zum Besten bestellt sei.

Ein neuer Slogan für die Stadt?

Bislang gebe es eine Vielzahl von Slogans, mit denen Einzelne für sich und die Stadt werben. Hier müsse über „eine Schärfung“ nachgedacht werden. Für ihn könnte das Motto lauten: „Wohnen. Leben. Einkaufen. Innenstadt 2030.“ Im Bewusstsein der Öffentlichkeit müsse noch stärker verankert werden, für welche Ziele und Visionen die Cityinitiative stehe. Und es sei die grundlegende Frage zu klären, ob „ein Citymanagement oder ein Eventmanagement in der City“ gewünscht sei.

In früheren Jahren, so Fross weiter, habe er im schleswig-holsteinischen Norderstedt das Marketing mit aufgebaut, in Eschwege habe er sich mit den Leerständen in Geschäftsräumen befasst. In Zeiten des zunehmenden Online-Handels sei das auch in Günzburg ein Thema. Dabei müsse zweigleisig gefahren werden. Es gelte, den persönlichen Einkauf vor Ort zu stärken, auf keinen Fall aber dürfe dabei Günzburgs Status als „Digitale Einkaufsstadt“ vernachlässigt werden.

Viel Zeit, Energie und Nerven investiert

Bei der Mitgliederversammlung im März hatte Martin Kring, der seinerzeitige Geschäftsführer von Legoland, die „Digitale Einkaufsstadt“ ebenfalls angesprochen. „Schmeißt das nicht weg“, appellierte er an Geschäftsinhaber und Kunden. „Das ist zu wertvoll.“ Ursula Seitz, die stellvertretende Vorsitzende der Cityinitiative, griff am Donnerstagabend diese Forderung auf. Die „Digitale Einkaufstadt“, aber auch alles andere Erreichte, „auf das wir stolz sein können“, dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden, sagte die SPD-Stadträtin in Vertretung des Oberbürgermeisters. Wegen der Beerdigung seines Vaters hatte Gerhard Jauernig auf die Teilnahme in der Versammlung verzichtet.

Ursula Seitz dankte allen, die sich im Vorstand und darüber hinaus um die Cityinitiative verdient gemacht haben. Dies gelte vor allem für Stefan Weißenhorner, der in den viereinhalb Jahren als Vorsitzender viel Zeit, Energie und Nerven investiert habe. Wie seinerzeit berichtet, wollte Weißenhorner sein Amt bereits im März abgeben. Da kein Nachfolger zu finden war, hängte er noch ein halbes Jahr an. Er sei nun einerseits erleichtert, erklärte Weißenhorner. Er gehe aber auch mit einem weinenden Auge. Mit Stefan Fross sei nun ein Mann mit neuen Ideen am Werk. Der schloss mit optimistischen Worten. „Mit Engagement, Arbeit und Ausdauer“ werde es gelingen, die Cityinitiative weiter zu entwickeln.

Der Vorstand der Cityinitiative setzt sich damit wie folgt zusammen: Vorsitzender ist Stefan Fross, Stellvertreter sind Ursula Seitz und Christian Neidl. Schatzmeister ist Florian Jehle, Schriftführerin Susanne Ganser. Citymanagerin Nicola Gamm befindet sich im Mutterschutz, ihre Aufgabe hat vorübergehend Angela Baur von der gleichnamigen Marketingagentur in Günzburg übernommen.

Lesen Sie dazu auch:

Sorge um Handel und Gewerbe in Günzburgs Altstadt

Warum manches Ladenlokal in der Altstadt ewig leer steht

Cityinitiative: Kandidat für den Vorsitz ist gefunden

Günzburgs Cityinitiative steht vor schwierigen Zeiten

Nicht nur der Handel muss in Günzburg handeln

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren