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Jettingen-Scheppach

06.05.2020

Was es mit dem Wegzoll zwischen Jettingen und Scheppach auf sich hat

Rudolf Seibold hat in Zusammenarbeit mit dem Markt Jettingen-Scheppach ein knapp 300-seitiges Buch über die Geschichte Scheppachs verfasst.
Bild: G. Heinzmann

Der Historiker Rudolf Seibold beschreibt neue Seiten seines Geburtsorts Scheppach. Es geht unter anderem um Schrankengeld und Beisitzgeld.

„Streifzüge durch die Geschichte Scheppachs“, so lautet der Titel des Buches, und es ist weit mehr als nur ein Rückblick in die Vergangenheit des Ortes. Verfasst hat es Rudolf Seibold, Herausgeber ist der Markt Jettingen-Scheppach, erst vor kurzem ist es, gerade noch rechtzeitig vor dem Ausscheiden von Hans Reichhart aus seinem Amt als Bürgermeister, erschienen.

„Mich freut es ganz besonders, dass zehn Tage vor meinem Ruhestand nochmals ein Buch veröffentlicht wird“, hatte Reichhart zum damaligen Zeitpunkt erklärt. Hinzu komme, dass gerade in schwierigen Zeiten Dinge wie Geschichte, Kunst oder Literatur gerne an den Rand gedrängt würden. Es sei nicht nur einfach ein Buch entstanden, sondern etwas für die Zukunft, das nach 50 oder auch nach 100 Jahren einen Grundstock bilde, auf dem aufgebaut werden könne.

Die Geschichte Scheppachs detailliert dargestellt

Im Heimatbuch der Marktgemeinde Jettingen-Scheppach hat Rudolf Seibold vor mehr als 30 Jahren detailliert die Geschichte Scheppachs dargestellt. „Scheppacher Pfarrgeschichte – rund um unseren Turm“ und „Scheppacher Forst und Waldungen“ sind weitere Veröffentlichungen.

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In „Streifzüge durch die Geschichte Scheppachs“ setzt sich der Autor mit aus acht Jahrhunderten stammenden Dokumenten über die Vergangenheit des Ortes noch intensiver auseinander. „Die Bedeutung von Scheppach war wichtiger, mächtiger und einflussreicher als die von Jettingen. Man stößt natürlich auf neue Quellen und Dokumente“, sagt Rudolf Seibold. Gemeint sind neue Aspekte und geschichtliche Erkenntnisse nach mehr als drei Jahrzehnten, die er nun ergänzt und aufgearbeitet hat, wie die Entstehung des Ortsnamens „Scheppach“, die Waldschenkungen oder „Holga“ – Allerheiligen, der heilige Berg Schwabens.

Wegzoll für die Verbindung von Jettingen nach Scheppach

Auch Brauchtum und Alltagsleben greift der Historiker Seibold auf, wie das Schrankengeld, eine Art Wegzoll, den Jettingen für die Benutzung der Straßenverbindung nach Scheppach bezahlen musste. Bis in die 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts war auch der Zuzug von Neubürgern streng geregelt: Die Gemeinde ließ sich den Einlass einer auswärtigen Person bezahlen, auch für den späteren Aufenthalt war ein sogenanntes Beisitzgeld zu entrichten. Das landwirtschaftlich geprägte Scheppach hat im Laufe der Jahre sein Aussehen verändert. Auch darauf geht der gebürtige Scheppacher Rudolf Seibold ein – auf die Pracht der Enderle-Fresken in der Allerheiligenkirche im Kontrast zu den futuristischen Gebäuden von Robatherm und Cancom im Gewerbegebiet. (zg)

„Streifzüge durch die Geschichte Scheppachs“ ist das Buch, das in einer Auflage von 350 Exemplaren erschienen ist. Es ist ab sofort im Rathaus des Marktes Jettingen-Scheppach.

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