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Kötz

07.06.2019

Was macht Kötz aus dem Alko-Gründerhaus?

In diesem Gebäude hat Alois Kober den Grundstein für ein weltweit agierendes Unternehmen gelegt. Jetzt muss die Gemeinde Kötz entscheiden, ob sie das Gründerhaus in Großkötz nur oberflächlich oder grundlegend saniert.
Bild: Irmgard Lorenz

Das Gebäude in Kötz, in dem das Weltunternehmen seine Anfänge hatte, ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll die Gemeinde entscheiden, wie es weitergeht.

Längere Diskussion um ein Haus in der Kurzen Gasse: Was will die Gemeinde Kötz mit dem Gebäude tun, in dem sich Alois Kober 1931 als Schlossermeister selbstständig gemacht hat und in dem er den Grundstein für ein heute erfolgreich global agierendes Unternehmen gelegt hat? Das Gebäude, von den Kötzern „Gründerhaus“ genannt, ist in die Jahre gekommen. Im Gemeinderat war mehrfach von „Investitionsstau“ die Rede.

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Gründerhaus: Alko möchte im Erdgeschoss ein Kino einrichten

Das Unternehmen Alko habe das Gründerhaus der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Die Vorgabe laute, das Haus an der Kurzen Gasse 1, schräg gegenüber vom Rathaus, drei Nutzergruppen zugänglich zu machen. Die Firma selbst will im Mittelteil im Erdgeschoss ein Kino mit etwa 20 Plätzen einrichten, in dem die Erfolgsgeschichte des Unternehmens gezeigt werden soll.

Außerdem will Alko in einem ebenerdig gelegenen und möglichst barrierefrei zugänglichen Raum mit bisher im Dachboden des Gründerhauses aufbewahrten Gegenständen einen Einblick in die Firmengeschichte geben. In diesem Gebäudeteil probt bislang der Kirchenchor. Im Erdgeschoß soll außerdem weiter die Krabbelgruppe Raum bekommen, die das Gründerhaus auch jetzt schon nutzt. Das Obergeschoß soll für die Musikschule eingerichtet werden, mit Unterrichtsräumen, Aufenthaltsmöglichkeit, Teeküche und Toiletten. Für jede Nutzung ist ein eigener Eingang von der Kurzen Gasse her vorgesehen, so stellten es die Planer Hubert Kuhn und Daniel Lanzendörfer vom Büro Degen dar. Sie haben eine Bestandsaufnahme gemacht und sich auch intensiv mit dem Brandschutz in dem ehemaligen Bauernhaus beschäftigt.

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Für den Brandschutz sind relativ wenige Maßnahmen nötig

Aus rechtlichen Gründen und auch im Hinblick auf den Brandschutz müsse man die verschiedenen Nutzungsbereiche trennen, sagte Hubert Kuhn in der Gemeinderatssitzung. Das bedeute unter anderem, dass eine innen liegende Treppe in Trockenbauweise geschlossen werden soll. Insgesamt sei der Brandschutz „mit relativ wenigen Maßnahmen“ zu bewerkstelligen.

Allerdings machten die Planer auch deutlich, dass es im Gründerhaus „einen gewissen Investitionsstau“ gebe. Der Keller ist feucht, Fenster und Gebäudedämmung weit entfernt von aktuellen Anforderungen, eine Nutzung des Dachgeschoßes wäre aus Sicht der Fachleute wegen der Statik problematisch. Auch die Raumhöhe von 2,20 Metern im Obergeschoß lasse zu wünschen übrig. Zudem bräuchte man dort eine Absturzsicherung an den Fenstern. Die wesentliche Frage sei also, so sagte Kuhn den Gemeinderäten, ob man das Gründerhaus jetzt auf die Schnelle herrichten oder lieber nachhaltig sanieren wolle. Um diese Frage entspann sich im Kötzer Gemeinderat eine rege Diskussion, aber die Frage blieb vorerst offen. Ein kleiner Umbau sei innerhalb von „ein paar Wochen“ zu stemmen, sagte Kuhn, ein nachhaltiger Umbau werde etwa ein Jahr in Anspruch nehmen, das Gebäude müsste entkernt und könnte in dieser Zeit nicht genutzt werden.

Auch ein Abriss wird diskutiert

Gemeinderat Norbert Ritter plädierte für die gründliche Sanierung, kurzfristige Lösungen seien auf lange Sicht oft teuer. Auch 2. Bürgermeister Reinhard Uhl war für eine Komplettsanierung, zumal es derzeit beachtliche Zuschüsse für energetische Maßnahmen gebe. Einen anderen Weg favorisierte Richard Lochbrunner, der die Frage aufwarf, ob sich eine Komplettsanierung überhaupt lohne. Er schlug vor, nur das Nötigste zu erledigen, das Haus einige Zeit zu nutzen und es dann abzureißen – sonst schaffe man „ein Millionengrab“ und habe nach wie vor trotzdem ein altes Gebäude. Die Frage aber, ob Alko einen Abriss des Gründerhauses akzeptieren würde, warf Gemeinderat Michael Seitz auf. Man diskutiere um des Kaisers Bart. Geschäftsstellenleiterin Sabine Ertle erwähnte außerdem das Stichwort „Denkmalschutz“, allerdings ging keiner der Redner darauf ein.

Alko-Haus: Bürgermeister spricht von Raumnot

Uneins war man im Gemeinderat auch in der Frage, wie dringend das Gebäude denn gebraucht wird. Während Seitz davon sprach, dass man ein Jahr Renovierungszeit in Kauf nehmen könnte, sprach Bürgermeister Ernst Walter von einer „gewissen Raumnot“ und dass man die Räume „ziemlich bald“ brauche. Man soll das Gründerhaus mit einer „möglichst günstigen Lösung“ schnell herrichten, sagte Walter.

Schließlich wurde der von der Verwaltung vorgeschlagene Minimalkonsens getroffen: Der Gemeinderat votierte einstimmig dafür, mit einem Bauantrag die Nutzungsänderung für das Gründerhaus auf eine rechtlich sichere Basis zu stellen. Bis zur Gemeinderatssitzung im Juli wollen Kuhn und Lanzendörfer Kostenschätzungen für die Sanierungsvarianten ausarbeiten.

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