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Landkreis Günzburg

01.02.2020

Was macht der Winterdienst in diesem milden Winter?

Autobahnmeister Günther Heinze sieht dem restlichen Winter gelassen entgegen. Das große Salzlager der Pansuevia in Jettingen-Scheppach ist gut gefüllt. Die milden Temperaturen schonen auch die Haushalte der Kommunen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Salzlager sind voll. Das spart im Straßenunterhalt der Autobahn, Kreis- und Gemeindestraßen Geld und schont die Umwelt. Die Mitarbeiter haben andere Aufgaben.

Das Thermometer steigt in den zweistelligen Bereich und von Schnee ist Ende Januar keine Spur. Der bislang ungewöhnlich warme Winter hat auch etliche gute Seiten. Es muss weniger geheizt werden, es passieren weniger Unfälle und der fehlende Schnee bedeutet auch weniger Arbeit mit Räumen und Streuen. Was den Hauseigentümer freut, gilt auch für die Winterdienste unserer Straßen: Das milde Wetter schont den Geldbeutel.

Vor einem Jahr wurde dreimal so viel Salz benötigt

Robert Schmidt, Geschäftsführer des privaten Autobahnbetreibers Pansuevia – zuständig im Streckenabschnitt der A8 zwischen Augsburg-West und dem Autobahnkreuz Ulm-Elchingen – bestätigt, dass es in diesem Winter erfreulich gut läuft. Im großen Salzlager auf dem Betriebshof in Jettingen-Scheppach lagerten Anfang November noch 3300 Tonnen Streusalz. Drei Monate später sind es 650 Tonnen weniger. „Im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres wurden bereits 2250 Tonnen gestreut“, rechnet er zusammen. Allein im Januar 2019 wurden 1800 Tonnen verbraucht. Zwei Wochen lang schneite es damals kräftig. Die Mitarbeiter des Betriebsdienstes waren in dieser Zeit rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Je Schicht bedienen acht Fahrer auf acht Fahrzeugen die zwei sogenannten Räumschleifen: von Jettingen-Scheppach Richtung Augsburg und Richtung Ulm.

Das Salzlager an der Betriebsstätte des PPP Autobahnbetreibers Pansuevia in Jettingen-Scheppach ist Ende Januar 2020 noch gut gefüllt.
Bild: Bernhard Weizenegger

In diesem Winter waren es bislang mehr präventive Einsätze. „Wir verfolgen intensiv mehrere Wetterberichte und prüfen die Werte der drei Glättemeldeanlagen auf unserem Abschnitt“, sagt Autobahnmeister Günther Heinze. Nahe Leibi (an der A7), bei Leipheim und Streitheim funken Messanlagen die aktuellen Temperaturen. „Unter vier Grad Celsius rücken wir aus. Dann bringen unsere Salzsolefahrzeuge eine salzgesättigte Lösung auf die Fahrbahn aus“, erklärt Heinze. Damit wird verhindert, dass sich Reifglätte bildet oder einsetzender Schneefall zu Schneefahrbahnen führt.

Die Physik kann man nicht besiegen

Doch es bilden sich zunehmend lokale Wetterfronten aus. „Das ist auch im Sommer mit plötzlich aufkommendem Starkregen der Fall“, weiß der Autobahnmeister aus Erfahrung. „Dann hilft nur noch dem Wetter angepasste Geschwindigkeit. Denn die Physik kann man nicht besiegen“, wie die sich jüngst ereigneten Unfälle aufgrund zu hoher Geschwindigkeiten zeigen.

Mit einem Radlager des Autobahnbetriebsdienstes der Pansuevia wird Salz aus dem Salzlager geholt und ein Räumfahrzeug beladen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Langweilig wird es den Mitarbeitern mangels Schnee aber nicht. „Bis Februar intensivieren wir die Gehölzpflege entlang der Autobahn. Außerdem halten uns Unfall-Hilfsdienste und Streckenkontrollen auf Trab“, sagt Robert Schmidt.

Thomas Ritter, Sachgebiet Betriebsdienst am Staatlichen Bauamt in Krumbach, ist froh über die milden Temperaturen: „Außer den Haushalt schont das Wetter auch die Umwelt, wenn wir weniger Salz streuen müssen. Und die Mitarbeiter haben Zeit, sich um den Erhalt der Straßen zu kümmern.“ Bislang habe es erst drei wirkliche Räum-Einsätze gegeben. Die meisten Fahrten dienten der Vorsorge. Doch nicht alle sind froh, wenn der Schnee ausbleibt: „Unseren beauftragten Fremdunternehmen fehlen diese Räumeinsätze“, sagt Ritter.

Bernd Bühler hat noch genügend Salz im Stadtbauhof Günzburg gebunkert.

Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs in Günzburg widmen ihre Zeit ebenfalls der Gehölzpflege und Erhaltungsmaßnahmen. In den vergangenen beiden Monaten wurden nur 25 Tonnen Salz benötigt. Gemessen am durchschnittlichen Salzverbrauch eines Winters mit etwa 250 Tonnen wird der Verbrauch in der Kreisstadt sparsam ausfallen.

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