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Kreis Günzburg

10.02.2018

Was macht eine gute Bewerbung aus?

Sich mit Sorgfalt zu bewerben, ist mit Sicherheit kein Fehler.
Bild: Jens Schierenbeck/dpa

Es kommt nicht nur auf die Noten an. Oliver Stipar von der IHK hat Tipps für die Bewerber – und auch für Arbeitgeber. Ein Interview.

Herr Stipar, was empfehlen Sie als Regionalgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Westschaben jungen Menschen, die im Herbst mit einer Ausbildung beginnen wollen: Wann sollen sie sich bewerben?

Oliver Stipar: Der Vorlauf für die Unternehmen liegt mindestens ein halbes Jahr vor dem Ausbildungsbeginn im September. Das Zwischenzeugnis, das es nach den Faschingsferien gibt, sollte Teil der Bewerbung sein.

Sind die Noten wirklich so wichtig?

Stipar: Na ja, es wird schwierig, einen technischen Beruf ergreifen zu können bei einer Fünf in Mathematik. Aber Zensuren sind in der Tat nicht alles. Es kommt auf die Persönlichkeit des jungen Menschen an. Bei einem Vorstellungsgespräch wird oft schnell deutlich, wie sich der Kandidat gibt, ob er sich angemessen kleidet und so weiter.

Aber noch sind wir nicht beim Vorstellungsgespräch. Da wollen wir erst hin. Auf was kommt es also bei einer Bewerbung an?

Stipar: Man sollte durchaus den Gedanken ausführen, was einen dazu bewegt hat, sich bei der Firma zu bewerben und warum gerade dieser Ausbildungsberuf für einen interessant ist. Tunlichst vermieden werden sollten irgendwelche Standardformulierungen aus dem Internet. So etwas erkennen Personalexperten in den Unternehmen. Eine Bewerbung ist eine persönliche Sache. Und das sollte der Adressat auch spüren können. Natürlich sind Rechtschreibfehler Gift, das müsste ich eigens eigentlich gar nicht betonnen. Überaus wichtig ist die erste Seite der Bewerbung. Die sieht jeder Personaler. Sie vermittelt einen ersten Eindruck und ist – wenn man so will – die Durchgangstür zur Bewerbung.

Muss ich heute noch eine ausgedruckte Bewerbung zum Unternehmen meiner Wahl schicken?

Stipar: Nicht unbedingt. Immer mehr Firmen bevorzugen digitale Unterlagen, weil es vom Handling einfacher ist. Wie es das Unternehmen lieber hätte, sollte vorab geklärt werden. Eine Erkundigung lohnt sich.

Es ist ja nicht so, dass es unendlich viele Ausbildungsanfänger für eine sehr begrenzte Zahl an Stellen gibt. Firmen müssen sich heutzutage bemühen, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Was empfehlen Sie Arbeitgebern?

Stipar: Manchmal ist es inzwischen tatsächlich die viel bemühte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Entscheidend ist, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen. Das kurze Gespräch am Katzentisch ist das Gegenteil davon. Denn es signalisiert: Ich will mir gar nicht so viel Zeit nehmen für den Bewerber. Das kommt nicht gut an. Wenn man für das Gespräch mit dem möglicherweise zukünftigen Mitarbeiter ausreichend Zeit einplant, ist das nicht von Nachteil. Die jungen Leute haben in aller Regel an mehrere Firmen ihre Bewerbungen verschickt. Es ist ein regelrechter Wettbewerb, denen sich die Unternehmen stellen müssen, ob sie wollen oder nicht.

Und wie kann ich bei einem Kandidaten als potenzieller Arbeitgeber punkten?

Stipar: Erzählen Sie beispielsweise etwas über die Entwicklungsmöglichkeiten in dem Beruf, um den es geht. Oder machen Sie mit dem Bewerber einen Rundgang über das Firmengelände. Ein authentischeres Bild kann kaum vermittelt werden.

Wie viele Ausbildungsberufe gibt es eigentlich?

Stipar: Es sind in Industrie, Handel, Handwerk und mit selbstständigen Berufen rund 340 Ausbildungsberufe in Deutschland. 150 davon finden sich bei den Industrie- und Handelskammern. Im Landkreis Günzburg gibt es davon wiederum 36 Ausbildungsberufe – von A bis V gewissermaßen: vom Automobilkaufmann bis zum Verkäufer.

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