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Gundremmingen

27.02.2020

Was steckt hinter dem „geheimnisvollen Atommülltransport“?

Atomkraftgegner kritisieren das AKW Gundremmingen wegen mangelnder Transparenz bei einem Atommüll-Transport.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Bürgerinitiative Forum hat Fragen ans Kraftwerk in Gundremmingen zu einem Transport aus Karlsruhe. Unsere Redaktion bekommt die Antworten dazu.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Forum, Raimund Kamm , hat sich mit einem Brief an die Geschäftsführung des Atomkraftwerks (AKW) Gundremmingen und an die Medien gewandt. Es gebe Hinweise, schreibt er, dass Anfang Februar dieses Jahres „ein geheimnisvoller Atommülltransport zu Ihrem AKW nach Gundremmingen erfolgt sei“.

Der Absender solle das frühere Plutonium-Institut in Karlsruhe sein. „Offenbar haben Sie hierüber nicht informiert. Früher wurden mal eine Transparenzoffensive und ein ,gläsernes Kernkraftwerk‘ versprochen.“ Kamm will unter anderem wissen, was transportiert wurde und mit wie viel Radioaktivität, ob es sich um Atommüll handelt, wie der entstanden sei, ob auch Plutonium enthalten war, wann der Transport erfolgte und was mit dem Material in Gundremmingen geschehen beziehungsweise wie es entsorgt werden soll.

Brennstäbe sollten auf Schäden untersucht werden

Kraftwerkssprecherin Christina Kreibich erklärt dazu auf Anfrage unserer Zeitung, dass am 6. Februar zehn Brennstäbe in einem Spezialbehälter vom Forschungsinstitut JRC in Karlsruhe ins AKW zurückgebracht wurden. Dafür hätten alle nötigen Genehmigungen vorgelegen, auch habe die zuständige Behörde darüber auf ihrer Internetseite informiert. Die ausgebrannten Brennstäbe stammten aus dem Kraftwerk und seien 2008/2009 beziehungsweise 2013 nach Karlsruhe gebracht worden, wo sie analysiert wurden.

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Dabei gehe es unter anderem um die Untersuchung von Schäden und eine Weiterentwicklung. Um die Zahl der Transporte gering zu halten, wurden die Brennelemente demnach bislang gebündelt in Karlsruhe gelagert. Das Gesetz schreibe aber vor, dass man sie nach dem Abschluss der Untersuchungen wieder zurücknehmen müsse. Und da das betreffende Institut brennstofffrei werden solle, geschehe das jetzt – RWE sei dazu aufgefordert worden. Ein weiterer Transport mit sieben Brennstäben sei für Mitte März geplant.

Es gab gut zehn ähnliche Transporte seit 1997

Sobald sie in Gundremmingen sind, kämen sie in einen Castorbehälter und damit ins Standortzwischenlager. „Transporte dieser Art stellen einen normalen Vorgang im Betriebsablauf eines Kernkraftwerks dar“, erläutert Christina Kreibich. „Seit 1997 wurden rund zehn ähnliche Transporte sicher durchgeführt.“ Die in den 17 in diesem Jahr nach Gundremmingen zu transportierenden Brennstäben enthaltene Menge an abgebranntem Brennstoff entspreche „im Hinblick auf ihre Radioaktivität rund 0,4 Prozent eines voll beladenen Castorbehälters“.

Auf welchem Weg wurden die Transporte nun abgewickelt – also auf der Straße oder per Schiene, schließlich hat das Kraftwerk einen eigenen Gleisanschluss? RWE-Sprecher Jan Peter Cirkel erklärt, man habe die Straße gewählt. Und er sagt, dass man bei diesem Thema hinter den eigenen Ansprüchen an die Transparenz geblieben sei. (cki)

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