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Leipheim

28.04.2015

Was wird aus dem Haus 114?

Das Gebäude 114 auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände in Leipheim könnte zu einem Haus der Vereine werden. Die müssten Sanierung und Unterhalt allerdings selbst bezahlen.
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Das Gebäude 114 auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände in Leipheim könnte zu einem Haus der Vereine werden. Die müssten Sanierung und Unterhalt allerdings selbst bezahlen.
Bild: Manuela Antosch

Die Idee, aus dem Fliegerhorstgebäude ein Haus der Vereine zu machen, gibt es schon lang. Doch zurzeit geht nichts mehr voran. Am Donnerstag könnte sich das ändern.

Die Zahl 114 hat für viele Leipheimer Vereine lange wie das Paradies geklungen. Das viereckige Gebäude mit dem großen Innenhof und der blauen Hausnummer auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände könnte zu einem Haus der Vereine werden. So der Traum. Die Realität sieht nun, mehr als zwei Jahre nach den ersten Ideen, etwas nüchterner aus. Eine Sanierung würde nach groben Schätzungen stolze 1,8 Millionen Euro kosten. Diese Zahl hatte Bürgermeister Christian Konrad in der Bürgerversammlung im November genannt. Klar ist: Die Stadt wird das nicht bezahlen. Die Vereine müssten eine Sanierung – und auch den Unterhalt – selbst in die Hand nehmen, von der Stadt würden sie Zuschüsse bekommen.

Zwischenzeitlich hatten einmal fast ein Dutzend Gruppen und Vereine Interesse bekundet, manche sind schon wieder abgesprungen. Doch ob sie sich die verbleibenden unter diesen Voraussetzungen im Haus 114 einrichten wollen, dazu gibt es noch keine Entscheidung. Bürgermeister Konrad sagt, alles hänge vom VfL ab, weil er der größte Verein sei. Dessen Box-Abteilung hat sich im Haus 114 schon eine Trainingsstätte geschaffen – mit viel Eigeninitiative und Unterstützung von den Leipheimern. Eine Heizung und sanitäre Anlagen haben die Boxer aber noch nicht. „Wir hoffen, dass das klappt“, sagt Abteilungsleiter Robert Roh, der für die Ausrichtung der schwäbischen Meisterschaften am Wochenende gerade viel Lob bekommen hat.

Auch Konrad meint: „Die Boxer sollen vernünftige Trainingsbedingungen bekommen.“ Wenn der VfL die Entscheidung fällt, dass er auf seine Kosten Heizung und sanitäre Anlagen für die Boxer einbaut, dann könne er sofort die weiteren Aufträge für Gas und Wasser vergeben. Eine Möglichkeit wäre, die Räume für 25 Jahre an den VfL zu vermieten, dann könne dieser auch Zuschüsse vom Landessportverband bekommen. Er habe deshalb schon viele Gespräche geführt, warte aber immer noch, sagt Konrad: „Einer muss die Entscheidung fällen. Das kann doch nicht so schwer sein.“

Doch für den VfL ist es das anscheinend schon. Nachdem sich die Voraussetzungen geändert haben – seit einigen Monaten ist klar: die Stadt übernimmt die Sanierung nicht – müsse man alles noch einmal genau durchsprechen und durchrechnen, sagt Andreas Biedenbach aus dem VfL-Vorstand. Am nächsten Donnerstag ist Vorstandssitzung: „Da wollen wir sehen, was machbar ist, zum Beispiel über Erbpacht oder einen Mietvertrag.“ Nicht so optimistisch ist Fußball-Abteilungsleiter Herbert Krüger: Er habe nicht den Eindruck, dass es im Vorstand schon ein Nutzungskonzept oder eine Finanzierungslösung gebe. „Und das Problem ist ja, dass die Substanz des Hauses von Jahr zu Jahr schlechter wird.“

Bei der Diskussion um das Haus 114 geht es nicht nur um ein Domizil für die Vereine. Es ist auch im Gespräch, das städtische Jugendhaus dort einzurichten. Bisher ist es in Containern an der Günzburger Straße untergebracht – eine Übergangslösung, die schon seit 2007 besteht. Jugendhaus-Leiter Christoph Nieß möchte mit den Jugendlichen dringend raus aus der „Boxxx“, wie die Container heißen, denn innen ist es viel zu eng und im Sommer viel zu heiß. Auch Außenangebote fehlen.

Doch die Jugendhaus-Pläne stocken ebenfalls: Ein Interessent für das Boxxx-Grundstück ist wieder abgesprungen, berichtet Konrad. Der Erlös aus dem Grundstücksverkauf soll aber einen Teil des neuen Jugendhauses refinanzieren. Jetzt geht es aber erst einmal darum, ob die Jugendlichen überhaupt ins Haus 114 ziehen können. Der Bürgermeister findet klare Worte: „Wenn es mit den Vereinen nicht weitergeht, dann ist die Frage, ob die Stadt überhaupt am Haus 114 als Standort festhält. Vielleicht wäre es dann günstiger, ein eigenes Jugendhaus in Fertigbauweise zu errichten.“

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