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Energie

13.02.2015

Wasser, Strom und Gas von den Stadtwerken

Günzburger Kommunalunternehmen denkt über Erweiterung seiner Versorgung nach. Doch das muss sich rechnen

Mit dem wichtigsten Lebensmittel versorgen die Günzburger Stadtwerke die Haushalte und Unternehmen in Günzburg, aber auch in Limbach, Offingen und Rettenbach schon: Etwa zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser flossen im vergangenen Jahr durch 140 Kilometer Leitungen. Künftig könnten die Bürger von den Stadtwerken aber auch Strom und Gas beziehen – aktuell wird im Kommunalunternehmen scharf kalkuliert, ob es sich lohnen könnte, in die Versorgung einzusteigen. Denn am Ende muss sich das Ganze natürlich rechnen.

Strom erzeugen die Stadtwerke bereits jetzt: Mehrere Photovoltaikanlagen auf städtischen Einrichtungen wie auch auf betriebseigenen Objekten sind in Betrieb, in der Kläranlage wird bereits 50 Prozent des Strombedarfs mithilfe von Klärgas in einem Blockheizkraftwerk selbst produziert. Außerdem sind die Stadtwerke seit anderthalb Jahren auch Mehrheitseigentümer der Strom- und Gasnetzgesellschaften in Günzburg – der Betrieb ist verpachtet an die LEW beziehungsweise Schwaben Netz. Nach Abzug der Entwicklungskosten gab es durch den Betrieb der beiden Netze im vergangenen Jahr einen Gewinn von 140 000 Euro für die Stadtwerke.

Wenn es darum geht, die Versorgungsnetze auszubauen und weiterzuentwickeln, haben die Stadtwerke wesentliches Mitspracherecht. Warum also nicht auch in das Geschäft als Stromversorger einsteigen? Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender des Kommunalunternehmens, will die Entscheidung darüber gut abwägen. „Die Energiewende birgt Chancen, aber auch Risiken. Vor Überraschungen sind dabei auch Kommunalunternehmen nicht gefeit.“ Deswegen wollen die Stadtwerke genau kalkulieren, ob sie den Einstieg ins Strom- und Gasgeschäft wagen können. Bis Ende des Jahres soll die Abwägung dann dem Stadtrat wie auch dem Verwaltungsrat vorliegen. „Wie im kleineren Umfang schon bei der Wasserversorgung, wo wir auch Nachbarkommunen mit Wasser beliefern, könnten die Stadtwerke als Strom- oder Gasanbieter auch über Günzburg hinaus liefern“, so Jauernig. Außerdem gibt es im Kommunalunternehmen Überlegungen, in die Windenergie einzusteigen – als Investor für Windkraftanlagen.

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Wichtig ist den Stadtwerken, dass bei allen Plänen die ursprüngliche Wasserversorgung eine kommunale Aufgabe bleiben muss. „Wir wollen keine Aufweichung dieser Regelung“, so Jauernig mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Freihandelsabkommen.

Damit das Wasser, aber auch Abwasser weiter dort ankommt, wo es soll, haben die Stadtwerke in den vergangenen Jahren kräftig investiert, sagt Vorstand Johann Stelzle. Vor allem in die Kläranlage müsse laufend investiert werden – schließlich läuft diese Anlage 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Elektro- und Prozessleittechnik für etwa zwei Millionen Euro erneuert und die beiden Faultürme für mehrere Hunderttausend Euro saniert.“

Das hat sich aber auch auf der Haben-Seite gerechnet: Alleine durch die Sanierungsmaßnahmen können die Stadtwerke jährlich etwa 500000 Kilowattstunden Strom einsparen, erklärt kaufmännischer Leiter Lothar Böck. Das entspricht einem Jahresverbrauch von 100 Vier-Personen-Haushalten.

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