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Landkreis Günzburg

24.12.2016

Weihnachten auf der Orgelbank

Organist Wolfram Seitz ist Kirchenmusiker in der Kirchengemeinde Heilig Geist in Günzburg. Den Großteil des Weihnachtsfestes verbringt er hier, auf der Orgelempore.
Bild: Bernhard Weizenegger

Kirchenmusiker Wolfram Seitz verbringt den Großteil der Festtage an seinem Arbeitsplatz. Warum er sich trotzdem besonders darauf freut.

Festliche Hymnen, bekannte Melodien, Pauken und Trompeten – Musik gehört zu Weihnachten wie zu keinem anderen Fest im Jahr. Für die Kirchenmusiker herrscht deshalb rund um die Feiertage Hochbetrieb. Acht Gottesdienste in drei Tagen gestaltet Wolfram Seitz, der seit Juli 2014 in der katholischen Kirchenstiftung Heilig Geist in Günzburg tätig ist. Denn neben den Messen in der Kernstadt betreut Seitz auch noch die Stadtteile Denzingen und Deffingen.

Höhepunkt in der Pfarrei ist die Pastoralmesse von Karl Kempter am zweiten Weihnachtsfeiertag. Gemeinsam mit Solisten und der Camerata Ulm umrahmt das Heilig-Geist-Ensemble den Gottesdienst mit festlichen Klängen. Vorbereitungszeit dafür blieb Seitz diesmal nur wenig – Ende November stand erst noch das große Konzert mit dem Elias-Oratorium an. Die verbleibenden Wochen genügten zwar zum Proben, die externen Musiker musste er aber schon Monate zuvor organisieren. „Weihnachten beginnt eigentlich schon am Jahresbeginn mit der groben Kirchenmusikplanung“, sagt der 27-Jährige, der im Sommer neben seinem Beruf in Günzburg noch sein Diplom am Mozarteum in Salzburg abgeschlossen hat.

Der Beruf des Kirchenmusikers liegt bei Seitz in der Familie. Sein Vater Josef spielt seit Jahrzehnten Orgel im Thannhauser Stadtteil Burg, Wolfram Seitz selbst entschied sich mit 15 Jahren für diese Laufbahn. Kirchliche Feiertage ohne zahlreiche musikalische Verpflichtungen kann er sich deshalb gar nicht vorstellen. Gefeiert wird bei Familie Seitz in Thannhausen traditionell zwischen Kinder- und Christmette. „Die Zeit ist zwar kürzer als bei anderen Familien, dafür empfinde ich sie als intensiver“, sagt er.

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Er hat schon reichlich Berufserfahrung

Trotz seines jungen Alters hat Seitz reichlich Berufserfahrung. In Günzburg ist es sein drittes Weihnachtsfest, vorher spielte er zwei Jahre in der Pfarreiengemeinschaft Münsterhausen-Burtenbach-Kemnat, zuvor war er vier Jahre in der Pfarrgemeinschaft Ichenhausen aktiv. Schon als Jugendlicher saß er immer wieder auf der Orgelbank in Mindelzell und Maria Vesperbild. In Günzburg fühlt er sich im Moment wohl, möchte dort die nächsten Jahre verbringen. Das hängt auch mit dem Stellenwert zusammen, den Stadtpfarrer Ulrich Däubler der Musik einräumt. „Er unterstützt uns sehr“, sagt Seitz. Dafür fordere Däubler auch Qualität – ein Ansporn für den jungen Musiker.

Deshalb hat er für die Weihnachtsgottesdienste, die er alleine an der Orgel umrahmt, ein paar besondere Stücke ausgewählt. Welche das sind, will er noch nicht verraten. „Das soll ein kleines Geschenk für die Gläubigen sein“, sagt er. Einstudiert hat er sie in den vergangenen Wochen – in der betriebsamen Weihnachtszeit hilft auch für Kirchenmusiker nur gut organisiertes Vorarbeiten. Zum Ausruhen bleibt nur wenig Zeit. Schließlich steht Silvester mit einem Jahresabschlusskonzert vor der Tür und Mitte Januar beginnen die Proben für das nächste Großprojekt: Seitz führt mit dem Heilig-Geist-Ensemble, Orchester und Solisten Anfang April das Stabat Mater von Karl Jenkins auf.

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