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Landkreis Günzburg

14.11.2015

Welcher Anschluss darf’s zur Entlastung der Städte sein?

Bubesheimer wollen nicht noch mehr Verkehr in ihrem Ort, deshalb wehren sie sich gegen einen neuen Autobahnanschluss in der Nähe.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Zwischen Leipheim und Bubesheim stehen nun gleich drei Varianten zur Diskussion. Eine davon ist allerdings nur eine „halbe“ Lösung für ein ganzes Verkehrsproblem.

An Silvester flimmert „Dinner for One“ über den Bildschirmen – Jahr um Jahr das gleiche Spiel. Daran fühlte sich Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig erinnert, wenn es um die Frage geht, welche Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung es denn im Bereich des ehemaligen Leipheimer Fliegerhorstes gibt.

So ging es ihm, wie er sagte, am Freitag Vormittag in der Sitzung des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet Areal Pro. Da wurde erneut darüber diskutiert, wie sich die Verkehrsströme aus dem Gelände heraus auf die Autobahn lenken lassen. Zuletzt stand zur Debatte, dies über eine sogenannte Querspange zu tun, die über weite Strecken parallel zur Autobahn führen würde und dann an der Anschlussstelle Günzburg/Legoland in die Autobahn mündet.

Verkehrstechnisch ist bereits geprüft: Eine solche neue Entlastungsstraße ist machbar, aber teuer. Nach den bisherigen Berechnungen wurden 25 Millionen angesetzt – „ein Haufen Geld“, wie Landrat Hubert Hafner findet, der Vorsitzende des Zweckverbands. Allerdings gäbe es dafür Zuschüsse, die je nach Streckenabschnitt zwischen 50 und 80 Prozent liegen könnten, wie Roswitha Schömig vom Staatlichen Bauamt Krumbach erklärte. Es blieben aber immer noch etliche Millionen übrig, die von den Anrainern aufzubringen wären – etwa 7,5 bis neun Millionen, wie der Verbandsrat Gerhard Glogger quer über den Daumen peilte.

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Enorme Widerstände wären zu erwarten

Und so erhob sich wieder mal die Debatte darüber, ob ein neuer Autobahnanschluss bei Bubesheim nicht die günstigste Lösung wäre, zumal dadurch deutlich weniger Land verbraucht würde. Doch bekanntlich wehren sich die Bubesheimer dagegen. Da machte am Freitag noch einmal Bürgermeister Walter Sauter klar. Ein solcher Anschluss würden die Bürger seines Ortes über Gebühr mit Verkehr, Lärm und Dreck belasten. Das sei für die Gemeinde nicht vorstellbar. Er sagte aber auch, die angeplante Querspange würde bedauerlicherweise „ein Riesengeld“ kosten. Außerdem seien dagegen enorme Widerstände zu erwarten. Landwirte wehren sich offenbar bereits dagegen und wollen ihr Land nicht hergeben. Ein entsprechendes Protestschreiben liegt offenbar bereits im Landratsamt.

Allerdings tauchten jetzt in der Diskussion einige neue Lösungsvorschläge auf. Hier zunächst der billigste, den OB Jauernig in den Raum stellte. Ihm geht es um die Entlastung der Günzburger Unterstadt, denn Lastwagen aus Richtung Dillingen würden über Siemens- und Ulmer Straße in Richtung Gewerbegebiet Areal Pro rollen. Deshalb schlägt er vor, diese Route für den Schwerverkehr zu sperren und die Lkw über die B16 im Osten der Stadt zur Anschlusstelle zu schicken. Sie sollten dann über die mittlerweile sechsspurige Autobahn zum Fliegerhorstgelände gelangen. Eine siebte Spur in Form einer Querspange hält er für unsinnig, wie der gegenüber unserer Zeitung sagte. Es müssten nur ein paar zusätzliche Schilder aufgestellt werden.

Zumindest soll es eine Teilentlastung geben

Ganz frisch in die öffentliche Debatte geworfen wurde der Vorschlag, einen neuen „halben Autobahnanschluss“ zu schaffen. Wie der Bubesheimer Bürgermeister erläuterte, sollte er südlich der Autobahn angesetzt werden und den Verkehr aufnehmen, der aus Richtung Weißenhorn kommt. Die Fahrzeuge könnten dann aber nur in Richtung Augsburg/München auffahren.

Wollten sie in die entgegengesetzte Richtung, müssten sie, wie jetzt auch, die beiden bestehenden Anschlusstellen Günzburg und Leipheim wählen. Sauter verspricht sich davon zumindest eine Teilentlastung seines Ortes. Nach den Worten von Roswitha Schömig wäre so etwas grundsätzlich möglich. Es komme halt darauf an, ob der Verkehrsstrom aus dem Süden stark genug sei, um so einen Bau zu rechtfertigen.

Oder doch eine ganz andere Lösung?

Eine ganz andere Variante brachte Leipheims Bürgermeister Christian Konrad ins Spiel. Er hält es für denkbar, den bestehenden Anschluss für seine Stadt ein wenig zu verlegen, etwa ans Ende der ehemaligen Startbahn, denn: „Wir müssen ja irgendwie weiterkommen.“ Zumindest Günter Treutlein fand, das sei „das wichtigste Argument, das heute gefallen ist.“

Nun soll das Staatliche Bauamt über einen Verkehrsgutachter klären, welche der im Raum stehenden drei Anschlussvarianten – eine ganze bei Bubesheim, eine „halbe“ im Süden des Ortes oder die Verlegung der Leipheimer Abfahrt – welche Folgen für Verkehr und nicht zuletzt für die Natur hat, Stichwort Flächenverbrauch . Was dabei rausgekommen ist, werden die Verbandsmitglieder bei der nächsten Sitzung am 18. Dezember erfahren.

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