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Leipheim

12.01.2019

Wenn Polizisten Taxifahrer spielen oder selbst zum Opfer werden

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2 Bilder
24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche ist die Polizei für die Bürger erreichbar.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Beim Neujahrsempfang der Stadt Leipheim berichten die Beamten Dieter Blösch und Jürgen Petter von ihrem Polizeialltag.

Der Polizeialltag kann bisweilen auch ziemlich kurios sein. Das zeigt ein Blick in das Protokoll der Polizeiinspektion Günzburg vom 7. und 8. Juli 2018. An diesem Wochenende war Kinderfest in Leipheim und Dieter Blösch und Jürgen Petter von der Günzburger Polizei stellten den Besuchern des Leipheimer Neujahrsempfangs vor, was in dieser Zeit alles geboten war.

Begonnen hat der Tag dramatisch: Am Vorabend wurde eine Granate gefunden, die Polizei war bei der Evakuierung der betroffenen Häuser und der Entschärfung des Relikts des Zweiten Weltkriegs dabei. Kurios war der zweite Einsatz des Tages in der Güssenstadt: Ein besorgter Bürger hatte eine Schlange in seinem Garten gesehen. „Gefunden haben wir nichts, wahrscheinlich war es nur eine Ringelnatter“, beruhigte Blösch.

Der Familienstreit entpuppte sich als lautstarkes Public-Viewing

Am Abend wurde den Beamten ein heftiger Familienstreit gemeldet – dieser entpuppte sich allerdings als lautstarkes Public-Viewing der Weltmeisterschaft. Harmlos. Und da beim Kinderfest auch gerne etwas getrunken wird, fanden einige Gäste an diesem Abend nicht mehr nach Hause. Einer klingelte an der falschen Haustüre Sturm, eine hilflose Person musste die Polizei sogar persönlich nach Hause bringen. „Da waren wir als Taxifahrer im Einsatz“, sagt Blösch schmunzeln. Weniger zum Lachen zumute ist den Beamten allerdings, wenn sie an einen weiteren Einsatz an diesem Wochenende denken. Bei einer Schlägerei wurden auch Beamte angegangen und beleidigt.

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Bayernweit wurden mehr als 7000 Polizisten verletzt

Leider komme das immer häufiger vor. Der Respekt vor der Polizei, aber auch vor anderen Einsatzkräften wie der Feuerwehr und dem Rettungsdienst schwinden. Im Jahr 2017 gab es mehr als 7000 Übergriffe auf Polizisten in Bayern – mehr als 2000 Beamte wurden dabei verletzt. „Das ist ein untragbarer Zustand“, sagt Jürgen Petter. „Mir fehlt jegliches Verständnis, wenn Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter angegriffen und beleidigt werden. Sie wollen nur helfen.“ Oft seien es Unbeteiligte, und oft passiere der Angriff aus nichtigen Anlässen. „Das kann man nicht nachvollziehen.“

Leipheims Bürgermeister Christian Konrad appellierte, die Arbeit der Polizei wieder mehr wertzuschätzen, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen und rief die Bürger auf, mit den Beamten an einem Strang zu ziehen.

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