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Wettkampf

30.04.2018

Wenn Supernasen um die Wette kämpfen

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2 Bilder
IRO-Leistungsrichterin Mirca Necak (rechts) beobachtet mit strengen Augen, wie sich der Rettungshund in bestimmten Situationen verhält.
Bild: Peter Wieser

In Leipheim findet die deutsche Meisterschaft für Rettungshunde statt. Worauf es dabei ankommt.

Am Sportplatz beim Gebäude 115 am ehemaligen Fliegerhorst in Leipheim herrscht reges Treiben. Noch bis zum Dienstag, 1. Mai, werden bei der 13. Deutschen VDH-Meisterschaft für Rettungshunde international diese ihr Können unter Beweis stellen. Veranstalter ist der Verband für das Hundewesen (VDH), organisiert wird die Veranstaltung vom Schäferhundeverein Ortsgruppe Günzburg.

Die etwa 80 gemeldeten Teilnehmer kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Spanien und den Niederlanden. Auf dem Fliegerhorstgelände selbst wird die Sparte Unterordnung und Gewandtheit geprüft. Wie ist der Rettungshund auf seinen Führer bezogen? Wie gewandt überwindet er Hürden, wie die Leiter oder das rollende Brett? Wie reagiert er auf die knallende Schreckschusspistole? „Es geht darum, dass er gehorcht und das tut, was der Hundeführer ihm sagt“, erklärt Benjamin Thanner vom Schäferhundeverein Leipheim. Disney, die zweijährige Deutsche Schäferhündin von Maria Picone, ebenfalls Mitglied im Schäferhundeverein, gehorcht aufs Wort, als sie auf die verschiedenen auf dem Sportplatz aufgestellten Tische springen soll.

Vertretung von Verbänden aus 43 Ländern

Mirka Necak aus Slowenien ist Leistungsrichterin und gehört der Internationalen Rettungsorganisation (IRO) an. Diese ist die weltweite Vertretung von Rettungshundeverbänden aus 43 Ländern und organisiert weltweit Einsätze für Rettungshunde. Die Organisation hat ein eigenes Richterkorps und schickt aus diesem regelmäßig Teams zu solchen Veranstaltungen. „Die Teilnehmer wollen natürlich siegen“, sagt Mirka Necak. Gleichzeitig sei es aber auch eine IRO-Prüfung, mit der die Organisation sehe, wie gut die Hunde und ihre Führer, oder vielmehr die Rettungshundeteams, seien.

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Eine weitere Sparte der Meisterschaft ist die Fährtensuche zwischen Bühl und Kissendorf. Der Rettungshund muss eine zuvor von einer Person gelegte Spur anhand der Bodenverletzung herausfiltern und dieser anschließend auf einer Länge von rund zwei Kilometern folgen. Hat er die Person in ihrem Versteck in einem Graben oder einem Gebüsch gefunden, macht er seinen Hundeführer darauf aufmerksam. Dyuma, die siebenjährige Deutsche Schäferhündin von Christa Steinborn aus dem westfälischen Herten, hat es soeben geschafft. Für sie ist es Hochleistungssport, ihre Körpertemperatur ist während dieser Zeit um zwei Grad angestiegen. Christa Steinborn ist eine erfahrene Hundeführerin und dreimalige Weltmeisterin in dieser Spezialdisziplin. In der Nachbesprechung lobt IRO-Richter Detlef Kühn zwar ihre Professionalität, zu einem „Vorzüglich“ hat es allerdings nicht ganz gereicht.

Rohre werden mit Bauschutt aufgefüllt

Ein weiterer Bestandteil der Meisterschaft ist die Trümmersuche auf einem Areal in Ulm. Die Versteckperson befindet sich dort in einem aus verschiedenen mit Bauschutt aufgeschütteten Rohren. Der Rettungshund reagiert auf dessen Geruch, der über kleine Schächte nach oben steigt. Dann gibt es noch die Flächensuche in einem vorgegebenen Suchgebiet auf einem Areal bei Winterbach.

In der Nähe des Fliegerhorstsportplatzes steht ein Kombi der Berufsfeuerwehr Wien. Cara Tuschek und Peter Schüler sind mit fünf Rettungshunden – zwei von ihnen sind ebenfalls mehrfache Weltmeister – in die Güssenstadt gereist. Beide gehören dem Katastrophenhilfsdienst der Wiener Feuerwehr an und haben sich bereits weltweit an verschiedenen Rettungseinsätzen, unter anderem in der Türkei und sogar auf Sumatra beteiligt. Gekommen seien sie, um ihre Hunde überprüfen zu lassen und ganz einfach zu testen. Die Meisterschaft in Deutschland sei immer eine recht „leiwande“ Veranstaltung, man treffe immer nette Leute, sagt Cara Tuschek. Auch Bekannte, mit denen man schon auf Einsätzen gewesen sei. Für heute seien sie fertig. Bei den Trümmern in Ulm seien sie schon gewesen. Und: „Mit den 98 von 100 Punkten bei der Unterordnung und Gewandtheit sind wir vollends zufrieden“, fügt Peter Schüler hinzu.

Die Prüfungen dauern noch bis zum Dienstag, 1. Mai. Gegen Mittag ist Siegerehrung. Dann steht fest, welche die besten Rettungsteams aus Hund und Hundeführer waren.

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