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Landkreis Günzburg

05.01.2019

Wenn die Sternsinger den Segen bringen

Viele warten darauf, wenn Kaspar, Melchior und Balthasar den Segen ins Haus bringen. Auch Ursula Maurer aus Burgau freut sich, wenn sie kommen.
Bild: Peter Wieser

Was sie dabei in der Region erleben und warum sich die Menschen freuen, wenn sie von Haus zu Haus ziehen – und wie es für sie in den größeren Städten läuft.

Seit Mittwoch laufen sie wieder. Mit der Jahreszahl und den Buchstaben „20 C+M+B 19“ –Christus mansionem benedicat“, was „Christus segne dieses Haus“ bedeutet – bringen die Sternsinger Gottes Segen in die Häuser und sammeln für notleidende Kinder. Wie sieht das im nördlichen Landkreis aus? Wird da jedes Haus besucht und wie viele Sternsinger sind in diesen Tagen tatsächlich unterwegs?

Im Dekanat Günzburg lässt sich die Zahl schwer benennen. Immerhin: In der Pfarrei St. Martin in Günzburg zusammen mit der Filiale St. Josef in Wasserburg sind es allein schon 46 Kinder, die als Kaspar, Melchior und Balthasar, zusammen mit 15 Betreuern, unterwegs sind. Mit den anderen Pfarreien dürften damit allein im nördlichen Landkreis einige hundert Sternsinger zusammenkommen. „Wir gehen von Haus zu Haus“, sagt Gemeindereferentin Gabi Pohl. Wenn die Kinder kämen, würden sie freundlich und oftmals schon sehnsüchtig erwartet. „Sogar türkische Familien freuen sich, hören zu, wenn gesungen wird und geben etwas.“

Auch Kliniken und Seniorenheime werden besucht

In Ichenhausen sind 25 Sternsinger in vier Gruppen drei Tage lang unterwegs. Hinzu kommen die in den Stadtteilen und den jeweiligen Pfarreien. Dort wird von Haus zu Haus gegangen. Am vierten Tag sind es Einrichtungen, unter anderem die Fachklinik, das betreute Wohnen und das Awo-Seniorenheim. Man habe es bisher immer geschafft, jedes Haus zu besuchen, aber man brauche auch die Kinder und Jugendlichen dazu, heißt es im Katholischen Pfarramt Ichenhausen. Immerhin opferten diese einige Tage ihrer Ferien dafür.

In der Pfarreiengemeinschaft Leipheim/Großkötz ist ebenfalls ein großes Gebiet abzudecken. „Wir sind stolz darauf, dass wir in jedes Haus kommen“, sagt Pfarrer Johannes Rauch. Manchmal liefen – wenn auch nicht den ganzen Weg – sogar schon kleinere Geschwister mit und die Menschen freuten sich, fügt er hinzu. In Rechbergreuthen dagegen habe es eine Zeit lang gar keine Sternsinger gegeben, wie ein Bürger dort erzählt. Jetzt habe man aber wieder zwei Ministranten, die mit Unterstützung zweier weiterer Kinder in diesem Jahr wieder im ganzen Ort unterwegs seien.

„Ich freue mich alle Jahre, wenn sie kommen“

„Es sind die wenigsten, die mit den Sternsingern nichts anzufangen wissen“, sagt Elias Smalko, der in Burgau Samira Mayer, Lena Schmid und Lena Wieser (alle 13 Jahre) als Betreuer begleitet. Ursula Maurer, bei der sie gerade geklingelt haben, betont: „Ich freue mich alle Jahre, wenn sie kommen. Die machen das immer so schön.“ Natürlich gebe es Menschen, die auf ein Klingeln hin die Türe nicht öffneten. Dies sei aber eher in größeren Wohnanlagen der Fall, erzählt Betreuer Jonathan Theis. „Menschen, die nicht da sein wollen“, wie er es nennt.

Auch er sei schon bei muslimischen Familien gewesen und die meisten hätten etwas gegeben, nachdem man erklärt habe, dass man für Menschen in Not sammle. Jonathan Theis ist an diesem Tag mit Elias, 9, Christoph, 10, und Lukas, 11, unterwegs. Irgendwelche schlechte Erfahrungen hätten sie aber noch nicht gemacht, sagen die drei.

Wie ist es in den größeren Städten?

„Ich mag die Sternsinger, sie segnen das Haus und es ist ein schöner Brauch“, meint Wolfram Schnell aus Kötz, der gerade mit Franziska Besold und Johannes Völker den Burgauer Kirchplatz überquert. „Bei uns in München waren noch nie die Sternsinger“, bemerken die gebürtige Scheppacherin und der gebürtige Ellzeer dazu.

Wie ist das denn in den größeren Städten, stellt sich damit die Frage. Natürlich laufen auch dort die Sternsinger die Straßen ab. Allerdings sei es teilweise gar nicht zu schaffen, wirklich in jedes Haus und in jede Wohnung zu kommen, zumal es Menschen gebe, die dies gar nicht haben wollten. Wenn jemand sage „Wir hätten gerne die Sternsinger“, dann kämen sie auch, wie die Dompfarrei und die Pfarrei St. Ulrich und Afra in Augsburg auf Anfrage bestätigen – sozusagen auf Voranmeldung.

Burgaus Stadtpfarrer Simon Stegmüller sieht es so: „Es ist ein Segen, wenn die Sternsinger den Segen bringen.“

Lesen Sie hier den Kommentar von Christian Kirstges: "Mehr Respekt für den besonderen Besuch der Sternsinger"

Lesen Sie hier die Sternsinger-Reportage: "Singen und Sammeln mit nassen Füßen"

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