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Bildung

10.02.2015

Wenn ein Rektor zwei Schulen leiten muss

A. Sedlmeier
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A. Sedlmeier

Abgeordnete Strohmayr kritisiert die zunehmende Doppelbelastung von Schulleitern. Im Kreis sind dies Altfälle

Die Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr sorgt sich um Rektoren, die mehrere Schulen gleichzeitig leiten müssen. In Bayern gebe es – Tendenz steigend – 546 Schulleitungen, die für 1117 staatliche Grundschulen und Mittelschulen zuständig seien, sagt die Sozialdemokratin aus Stadtbergen. Und im Landkreis Günzburg allein seien es drei Rektoren, die gleichzeitig jeweils eine Grundschule und eine Mittelschule zu führen haben. Neben der Belastung der Schulleiter sei die Zusammenlegung der Rektorenstellen oft der Anfang vom Ende eines der beiden betroffenen Schulstandorte, klagt Strohmayr. „Ein Schulleiter, der auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen muss, kann sich nicht im gleichen Maße um eine Schule kümmern wie der Kollege, der nur eine Schule zu betreuen hat“, sagt die Sozialdemokratin. Die SPD lehne diese Entwicklung „aufs Schärfste“ ab.

Für die betroffenen Schulleiter in Leipheim, Wasserburg und Offingen kommt der Vorstoß der Abgeordneten überraschend, denn sie leiten seit Jahren gleichzeitig eine Grund- und eine Hauptschule. Der Rektor der Grund- und Mittelschule Wasserburg, Dr. Thomas Ammann, sagt: „Es ist natürlich eine Doppelbelastung.“ Etwa 140 Buben und Mädchen besuchen die Grundschule, etwa 90 Kinder und Jugendliche gehen in die Mittelschule. Auch wenn jede Schule für sich klein sei, so habe er doch – von der Einschulungsfeier bis zur Abschlussprüfung – den vollständigen Themenkatalog, erläutert Ammann. Der Rektor sieht die Sache aber positiv. Es gebe im Günzburger Stadtteil Wasserburg eigenständige Schulen. „Und es ist sehr spannend“, sagt Ammann: „Wir haben ein schönes, volles Haus mit vielen Themen. Ich genieße die Fülle.“

Nicht anders gewohnt ist es auch Rektor Adalbert Sedlmeier, der im Jahr 2000 die damalige Volksschule Leipheim mit einer Grund- und einer Hauptschule übernommen hat. Die Aufspaltung in eine selbstständige Grund- und eine selbstständige Mittelschule sei für ihn kein Problem gewesen. Natürlich habe er gehörig zu tun, sagt Sedlmeier. „Man kann die Dinge aber so organisieren, dass sich die Belastung in erträglichen Grenzen hält“, versichert der Schulleiter. So tagen beispielsweise die beiden Elternbeiräte gemeinsam. Der Leipheimer Rektor sieht die Doppelbelastung gelassen. „Ich habe noch keinen Nervenzusammenbruch erlitten“, sagt Sedlmeier.

Norbert Drexl leitet seit eineinhalb Jahren die Grund- und Mittelschule in Offingen, die zu früheren Zeiten als Volksschule vereint waren. Ohne die rechtliche Trennung hätte man den Mittelschulverbund mit Burgau und Jettingen nicht bilden können, informiert Drexl. Über die Doppelbelastung könne er nicht klagen. Dennoch wollte der Rektor Strohmayrs Vorstoß nicht einfach als belanglos abtun. Denn wenn die zweite Schule – im Gegensatz zu Offingen – beispielsweise in einem Nachbarort liege, dann könne dies einen Schulleiter möglicherweise an die Belastungsgrenze führen.

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