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Förderung

10.08.2015

Wer möchte Geld geschenkt?

Stadt will Wohnen in der Kernstadt attraktiver machen und spendiert Zuschüsse

Es gibt Geld geschenkt, aber die Leute greifen nicht zu. Während das Städtebauförderprogramm in Ichenhausen „unwahrscheinlich gut“ läuft, sagt Kämmerer Wilhelm Schuster über das 2010 vom Stadtrat verabschiedete Förderprogramm „Wohnen in der Innenstadt“: „Es könnte auch besser laufen.“ Das ist vornehme Zurückhaltung, denn seit März 2010 wurde der Zuschuss zum Erwerb von Wohneigentum nur dreimal abgerufen.

Mit insgesamt 34000 Euro hat die Kommune diese Immobilienkäufe in der Kernstadt bezuschusst mit dem Ziel, dort eine gute Mischung von Bewohnern hinsichtlich Alter, Herkunft und sozialer Schicht zu bekommen. „Integration ist das, was wir wollen“, sagt Schuster dazu und weist darauf hin, dass im Quartier um die Annastraße viele ältere Menschen wohnen und der Migrantenanteil hoch ist. Für Jüngere sei das Gebiet bisher nicht so attraktiv, das wolle die Stadt ändern und auch der Verödung des Zentrums entgegenwirken.

Dazu hat der Stadtrat 2010 zeitgleich mit einem kommunalen Förderprogramm für Handel und Gewerbe den Zuschusstopf „Wohnen in der Innenstadt“ eingerichtet. Für Kauf oder Neubau von selbst genutzten Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Doppelhaushälften im Zentrum bietet die Kommune seitdem Ehepaaren und eheähnlichen Gemeinschaften, sofern sie EU-Bürger sind, einen Grundbetrag von 10000 Euro an, dazu einen Nachwuchs-Bonus von 3000 Euro pro minderjährigem Kind – auch wenn es innerhalb von vier Jahren nach Bezug der Immobilie geboren wird. Die Gesamtförderung pro Objekt und Familie ist auf 16000 Euro begrenzt.

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Weil die Resonanz, wie Schuster es ausdrückt, „verhalten“ war und das geschenkte Geld nur in drei Fällen in Anspruch genommen worden ist, legt Ichenhausen jetzt nach. Einstimmig beschlossen die Stadträte, das Programm auch auf Alleinstehende und auf Eigentumswohnungen auszudehnen. Zum Kauf einer solchen im Quartier schenkt die Öffentliche Hand 8000 Euro, für maximal zwei minderjährige Kinder gibt es jeweils 3000 Euro dazu.

Macht eine maximale Gesamtförderung von 14000 Euro beim Kauf einer Eigentumswohnung. Die muss, ebenso wie die geförderten Häuser, vom Besitzer oder Familienmitgliedern bezogen werden. Wird ein gefördertes Objekt innerhalb von zehn Jahren verkauft oder die Eigennutzung beendet, muss der Zuschuss anteilig zurückgezahlt werden.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, bekommen die Käufer oder Bauherren das Fördergeld von der Stadt unbürokratisch und schnell zugesagt und nach Einzug und der Anmeldung im Einwohneramt rasch aufs Konto überwiesen, sagt Schuster.

An der entsprechenden Haushaltsstelle im Doppeletat 2015/16 ist allerdings für das laufende Jahr kein Betrag vermerkt – dafür ein Haushaltsrest von 40000 Euro: Geld, das in den vergangenen Jahren bereitgestellt, aber von den Bürgern nicht abgerufen worden ist.

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