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Landkreis Günzburg

16.01.2019

Wer wartet Computer und IT-Geräte an Schulen?

So ein Whiteboard in Klassenzimmern ist schön und recht. Doch wer kümmert sich eigentlich um die Wartung der digitalen Programme und der zahllosen Computer an Schulen? Darüber wurde jetzt wieder im Schul- und Kreisausschuss debattiert.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolfoto)

Das Schulamt schlägt eine Kooperation für ein „Zentrum Digitales Lernen“ vor. Was der Kreisausschuss sagt und warum der Landkreis Geld in die Hand nimmt.

Wie so oft: Es geht um Geld. Viel Geld. Im Clinch liegen deshalb Städte, Gemeinden und Landkreise auf der einen und der Freistaat Bayern auf der anderen Seite. Die Streitfrage lautet: Wer bezahlt künftig die Wartung und Pflege der inzwischen zahllosen Computer und anderer IT-Geräte sowie die Aktualisierung der vielen und häufig unterschiedlichen digitalen (Lern-)Programme an den bayerischen Schulen? Eher zähneknirschend beschlossen die Mitglieder von Schul- und Kreisausschuss, dass der Landkreis Geld in die Hand nimmt, um in eigener Sache ein Stückchen voranzukommen.

Bei der Beschaffung von Computern, Tablets und anderen IT-Geräten für die Schulen ist der Freistaat durchaus spendabel. Er gewährt beachtliche Zuschüsse. Bislang hat er indirekt auch die Kosten für die nachfolgende „Betreuung“ von Hard- und Software übernommen. Übertragen wurde diese Aufgabe nämlich Lehrern, die vom Staat bezahlt werden.

Zu Beginn der Digitalisierungsoffensive war das noch ausreichend. Inzwischen nicht mehr. An der Thannhauser Mittelschule gibt es mittlerweile mehr als 100 Computer, die Betreuungslehrer haben dafür aber nur ein Kontingent von zwei Stunden pro Woche. „Das reicht hinten und vorne nicht“, erklärte der Thannhauser Bürgermeister und CSU-Kreisrat Georg Schwarz. An den übrigen Schulen sieht es nicht anders aus.

Auf den Freistaat kommen Unsummen zu

Fakt ist: Über Lehrer allein wird es künftig nicht mehr gehen. Die nachfolgende Rechnung ist einfach. Auf den Freistaat kämen Unsummen zu, würde er quer durchs Land und für alle Schulen externe IT-Spezialisten mit der Pflege von Hard- und Software beauftragen oder gar eigenes Personal für diesen Zweck einstellen. Folglich stellt sich das Land auf den Standpunkt, das sei Aufgaben der Kommunen.

Im Schul- und Kreisausschuss wurde die Gegenposition vertreten. „Das ist eigentlich Aufgabe des Freistaats“, erklärte nicht nur Kreisrat Konrad Barm (Freie Wähler). Bevor jeder Landkreis sein eigenes Ding mache, erwarte er ein schlüssiges Gesamtkonzept des Staates, forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Olbrich. Das freilich dürfte sich ziehen.

Hans Reichhart: „Etwas tun, auch wenn es weh tut“

Deshalb betonte CSU-Kreisrat Hans Reichhart: „Wir müssen etwas tun, auch wenn es weh tut.“ Um voranzukommen, hat das Staatliche Schulamt in Krumbach vorgeschlagen, eine landkreisweite Kooperation zwischen Städten, Gemeinden und Landkreis auf den Weg zu bringen. Stichwort: „Zentrum Digitales Lernen“. Ziel müsse es vorab sein, alle Beteiligten im Landkreis an einen Tisch zu bringen, um nach geeigneten, möglichst einheitlichen Lösungen zu suchen, erklärte CSU-Rat Mathias Kiermasz. Die Frage dabei sei: „Was tun die Gemeinden, was tut der Landkreis und wie beteiligt sich der Freistaat?“

Um solche Beratungsrunden bewerkstelligen zu können, hat Kreiskämmerer Gernot Korz im Haushalt 2019 eine Summe von 20000 Euro vorgesehen. Landrat Hubert Hafner regte an, in den Fraktionen noch einmal über weitere Details zu beraten. Gut möglich, dass der Freistaat am längeren Hebel sitzt. „Die in München wissen, dass wir unter Druck sind“, erklärte Olbrich.

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